Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

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„Hier stimmt was nicht“, war der erste Gedanke. „Ein schlechter Aprilscherz“ der Zweite. Und der Dritte: „So kann das auf keinen Fall bleiben“. Die Rede ist von dem Firmenlogo meines Versicherungsportals exali, das plötzlich auf dem Kopf stand. Oder besser: Das „x“ in exali ging auf einmal nach oben, statt nach unten. Ein Fehler, den die mit Gestaltung und Anbringung des Logos beauftragte Werbeagentur natürlich korrigieren muss: Denn schon bald soll genau dieses Logo in einem beleuchteten Würfel die Außenwand unserer neuen Büroräume schmücken. Doch wer übernimmt für die Ausbesserungen nun die Kosten?

Finde den Fehler… Da stand das Logo meines Versicherungsportals exali plötzlich auf dem Kopf. Ein Eigenschaden für die beauftragte Werbeagentur.

Finde den Fehler… Da stand das Logo meines Versicherungsportals exali plötzlich auf dem Kopf. Ein Eigenschaden für die beauftragte Werbeagentur.

Das vertauschte „x“ im Logo zeigt plastisch: Werbeagenturen können durch ihre Tätigkeit nicht nur einen Dritten schädigen, sondern auch selbst Schaden erleiden. Am Beispiel des kleinen Fehlers der Werbeagentur (die übrigens sehr unkompliziert reagierte und den Fehler behob) geht es diese Woche um den Unterschied zwischen einem Haftpflichtschaden eines Dritten und einem so genannten Eigenschaden – und deren Absicherung über die Berufshaftpflicht.

Falsches Logo: Werbeagentur muss Kosten für Fehlerbehebung übernehmen

Da stand ich nun vor dem Würfel mit dem Logo meines Versicherungsportals und musste mehrmals blinzeln. Tatsächlich: Das „x“ in exali zeigte nach oben, statt nach unten. Ein kleiner, aber umso kostspieligerer Fehler.

Denn an der Ausbesserung hängt weit mehr, als nur die Buchstaben wieder in richtige Position zu bringen: Erneut muss von der Werbeagentur eine Hebebühne organisiert werden, das graue „x“ im Logo in schwindelerregender Höhe auf der extra dafür angefertigten Acrylglasplatte rückstandslos entfernt und der neu angefertigte Buchstabe angebracht werden.

Die Kosten dafür (Materialkosten, Kosten für die Hebebühne und natürlich die Arbeitsstunden) muss meine Werbeagentur übernehmen. Für die Agentur ein typischer Eigenschaden – doch dazu später mehr.

Mit meiner Werbeagentur habe ich übrigens viel Glück: Sie reagierte sehr professionell auf das „Missgeschick“ und nach Ostern wird der Fehler behoben sein.

Haftungsrisiko Drittschaden versus Risiko Eigenschaden

Um zum Thema zurückzukommen: Die meisten Artikel auf meinem Blog beschäftigen sich allgemein mit dem Thema „Vermögensschäden“. Doch bisher ging es dabei meist um einen Schaden, der einem Dritten (z.B. einem Kunden) zufügt wurde – und wofür der Dienstleister in Haftung genommen werden kann. Die Verletzung fremder Rechte, Layoutfehler in der Druckvorstufe, Programmierfehler oder Datenschutzverstöße sind prominente Beispiele dafür.

Doch in diesem Fall gibt es keinen Schadenersatzanspruch von mir an meine Agentur. Denn ich bezahle die Außerwerbung erst, wenn die Arbeit korrekt ausgeführt ist. Somit bleiben die zusätzlichen Kosten bei der Agentur als „Eigenschaden“ hängen. Im Gegensatz zu einem Haftpflichtschaden wird dabei kein Dritter geschädigt, sondern die Agentur oder der freiberufliche Mediendienstleister selbst.

Dazu muss man ein wenig um die Ecke denken: Mit dem Paket „Gestaltung und Anbringung der exali Logos“ bietet die Werbeagentur einen „Fullservice“ an. D.h., Gestaltung, Produktion und Anbringung der Außenwerbung. Daher steht natürlich auf den Rechnungen für die Herstellung und Anbringung der Logos die Werbeagentur mit ihrem Namen.

Versicherungstechnisch wird das als Druck bzw. Herstellungsauftrag im eigenem Namen für einen Dritten bezeichnet. Und genau das macht den Unterschied: Kommt es nun zum Schaden, handelt es sich um einen Eigenschaden. Denn die Agentur erleidet durch die zusätzlichen Kosten für die Nachbesserung „vergebliche Aufwendungen“.

Das zeigt, wie wichtig die zusätzliche Absicherung von Eigenschäden ist. Vor allem für Agenturen und freiberufliche Mediendienstleister, die im eigenen Namen für ihren Kunden kostspielige Aufträge an Dritte erteilen (Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträge).

Ein Thema, das ich hier auf dem Blog auch im Zusammenhang mit „Druckeigenschäden“ aufgegriffen habe, die entstehen können, wenn Agenturen Druckaufträge in eigenem Namen vergeben.

„Normale“ Berufshaftpflicht deckt Eigenschäden nicht ab

In punkto Absicherung ergibt sich daraus ein wichtiger Hinweis: Eine „normale“ Berufshaftpflicht sichert (neben Personen- und Sachschäden) in der Regel lediglich Drittschäden ab, z.B. Vermögensschäden, die der Dienstleister einem Dritten zugefügt hat.

Eigenschäden sind standardmäßig meist nicht versichert. Spezielle Media-Haftpflicht Versicherungen bieten jedoch diesen Zusatz als optionale Leistungserweiterung oder fest integrierten Baustein an.

In den Bedingungen könnt ihr dann beispielsweise eine solche Formulierung lesen:

Der Versicherer gewährt dem Versicherungsnehmer außerdem Versicherungsschutz für Vermögensschäden, die er selbst erleidet (Eigenschäden),wenn ihm vergebliche Aufwendungen aus Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträgen entstehen, die er für seinen Auftraggeber in eigenem Namen an Dritte erteilt, und diese Aufwendungen aufgrund eigener Pflichtverletzungen nicht an den Auftraggeber weitergegeben werden können.

Fazit: Ob der Auftrag im Namen des Kunden oder im Namen der Agentur erteilt wurde, macht versicherungstechnisch einen großen Unterschied.

Eine Berufshaftpflicht für Werbeagenturen und freiberufliche Dienstleister im Medien- und Kreativbereich (auch Media-Haftpflicht genannt) sollte als wichtigstes Kriterium Vermögensschäden absichern. Und damit finanzielle Nachteile, die der Dienstleister seinem Auftraggeber durch einen Fehler zugefügt hat.

Zusätzlich sollten Agenturen und freiberufliche Mediendienstleister, die für ihre Kunden Aufträge in eigenem Namen vergeben, darauf achten, dass ihre spezifische Berufshaftpflicht auch Eigenschäden absichert. Bei einer guten Media-Haftpflicht ist das problemlos möglich.

Weiterführende Informationen

Eine Antwort auf “Schlechter Aprilscherz? Wenn das eigene Firmenlogo plötzlich auf dem Kopf steht”

  1. Jazman sagt:

    dieser fehler kann jedem designer passieren und man muss bedenken das designer oft unter zeitdruck stehen von daher sollte man nicht so einen aufstand wegen so einer kleinigkeit machen :)

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