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Die Models stehen ins rechte Licht gerückt, mit Photoshop wurde Schönes perfektioniert, der Text steht, das Logo auch. Sogar der Kunde hat das Layout bereits freigegeben. Jetzt muss es schnell gehen – die Zeit drängt. Und prompt passiert, was einigen Agenturen & Kreativen bekannt vorkommen dürfte: In der Hektik wird die Layout-Datei vertauscht und die alte Version in Druck gegeben. Das Ergebnis: die Druckkosten für 150 Rollups vollkommen für die Katz. So erging es kürzlich einer kleinen Werbeagentur. Einer von vielen Schadenfällen im Zusammenhang mit Druckaufträgen, die dieses Jahr auf meinem Schreibtisch landeten…

150 Werbe-Displays und 3.000 Euro Druckkosten für die Katz, weil die falsche Datei in Auftrag gegeben wurde: Wann die Media-Haftpflicht für den Schaden einspringt – und was das mit dem Namen auf der Rechnung zu tun hat.

150 Werbe-Displays und 3.000 Euro Druckkosten für die Katz, weil die falsche Datei in Auftrag gegeben wurde: Wann die Media-Haftpflicht für den Schaden einspringt – und was das mit dem Namen auf der Rechnung zu tun hat.

Ob und wie solche Schäden abgesichert werden können, erkläre ich Euch deshalb diese Woche. Und auch, warum es in puncto Versicherungsschutz auf den kleinen aber feinen Unterschied Fehler in der Druckvorstufe vs. Druck-Eigenschaden ankommt.

3.000 Euro Schaden: Alte Version in den Druck gegeben

Das Bild mit den beiden Models ist zu weit unten, zudem werden die Beine einer der Grazien vom Logo verdeckt. Genau so wollte der Auftraggeber seine neuen Rollups NICHT gelayoutet haben.

Und genau diese Datei sollte so auch nie in den Druck gehen. Schließlich gab es eine andere Fassung, in der alles stimmte und mit der auch der Kunde zufrieden war. Weil aber – wie so häufig in der Praxis von Agenturen und Kreativen – alles schnell gehen musste, verwechselte die kleine Werbeagentur die beiden Dateien.

Das Resultat: 3.000 Euro Druckkosten für 150 unbrauchbare Displays. Und ein verärgerter Kunde, der nun nicht nur ohne Werbebanner dasaß, sondern das kleine Grafikbüro für den entstandenen Schaden (= die vergeblichen Aufwendungen für den Erstdruck) in Haftung nahm.

Versicherungstechnischer Unterschied: Rechnung im eigenen oder im Kundennamen

3.000 Euro sind – wenn ich das so sagen darf – eine Hausnummer. Und unvorhergesehene Mehrkosten, die keiner einplant. Gut, wenn also die Berufshaftpflicht bzw. Media-Haftpflicht für den versemmelten Druck einspringt und die Kosten übernimmt.

Aber tut sie das überhaupt – und unter welchen Voraussetzungen? Einer Frage, die ich häufig in der Praxis höre und auf die es eine einfache Antwort gibt:

Knack-, Dreh- und Angelpunkt in puncto Versicherungsschutz über die Berufshaftpflicht ist der Name auf der Rechnung: Steht der Name des Kunden auf der Rechnung für den schiefgelaufenen Druckauftrag, handelt es sich um einen Haftpflichtschaden.

Denn: Wird der Auftrag im Namen des Kunden vergeben, wurde er durch den Fehler seines Dienstleisters geschädigt – er erleidet „vergebliche Aufwendungen“ wegen eines Fehlers in der Druckvorstufe.

In diesem Fall springt die Media-Haftpflicht der Agentur bzw. des Freiberuflers für den entstandenen Schaden ein.

Druck-Eigenschaden: Leistungserweiterung zur Media-Haftpflicht ab

So weit so gut – zumindest in der Theorie. In der Praxis laufen Dienstleistungen im Kreativ-Bereich jedoch häufig anders ab: Der Kunde vergibt den Auftrag – die Agentur oder der Kreative kümmern sich um den Rest (Stichwort: Fullservice).

Und damit auch um den Druckauftrag, der folglich in eigenem Namen an die Druckerei weitergegeben wird. Läuft nun etwas schief, wurde nicht der Auftraggeber geschädigt, sondern die Agentur bzw. der Freiberufler erleiden einen Eigenschaden.

Und dieser Eigenschaden ist häufig nicht standardmäßig über die Berufshaftpflicht bzw. Media-Haftpflicht abgedeckt. Viele Versicherer bieten jedoch Leistungserweiterungen an, die optional zur Media-Haftpflicht vereinbart werden können – und die zusätzlich Eigenschäden aus Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträgen“ absichern.

Eine solche Leistungserweiterung versichert beispielweise Eigenschäden durch:

  • Aufträge an Druckereien
  • Streuungsaufträge für Werbe- und Anzeigenschaltung
  • Sonstige Herstellungsaufträge für Werbemaßnahmen (z.B. Merchandising-Artikel).
Fazit: Wessen Geschäftsmodell als Agentur oder selbständiger Kreativer es zulässt, kann Druckeigenschäden vermeiden. Einfach, indem Druckaufträge für den Kunden auch in dessen Namen vergeben werden.
Allen anderen empfehle ich, auch das Risiko von Druck-Eigenschäden abzusichern. Denn – und das zeigt auch der skizzierte Schadenfall – bei Fehlern im Zusammenhang mit Druckaufträgen kann es schnell teuer werden.

Weiterführende Informationen

Eine Antwort auf “Layout-Datei verwechselt, falsche Werbe-Displays produziert: Wenn Agenturen beim Druck unter Druck geraten”

  1. […] Und der externe Dienstleister: Er steht mit dem Druckfail nicht alleine da.  Mehr Infos zu schiefgelaufenen Druckaufträgen von Werbeagenturen & Co. […]

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