Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

Zum Versicherungsportal

exali.de - Mein Business bestens versichert

RSS

RSS

Networking

Follow exali on Twitter  

Meta

Es ist eine besonders clevere Form Geld mit wenig Aufwand zu verdienen: Nach dem Eintrag ins Handelsregister flattern Selbständigen und kleinen Unternehmen Gebührenforderungen ins Haus die allem Anschein nach von „offizieller“ Stelle kommen. Doch in Wirklichkeit geht es um die Eintragungsgebühr in irgendein uninteressantes Verzeichnis. Fast wäre ich selbst in die Falle getappt: Nach einer Änderung im Handelsregister trudelten mir kurz hintereinander gleich drei solcher Gebührenforderungen ins Haus – Rechnungen über 147,00 Euro, 629,51 Euro und sogar unverschämte 795 (!) Euro.

Fast wäre ich selbst in die Falle getappt: Nach einer Änderung im Handelsregister flatterten mir Gebührenforderungen ins Haus – professionell aufgemacht, allerdings alles andere als von einer offiziellen Behörde…Ein Auszug.

Fast wäre ich selbst in die Falle getappt: Nach einer Änderung im Handelsregister flatterten mir Gebührenforderungen ins Haus – professionell aufgemacht, allerdings alles andere als von einer offiziellen Behörde…Ein Auszug.

Eine Masche, die ich rechtzeitig durchschaut habe – auch dank diverser Artikel, die im Internet über diese Form der Abzocke aufklären. Dieses Wissen möchte ich deshalb unbedingt auf meinem Blog weitergeben – und erklären, wie sich Freelancer und Unternehmen dagegen schützen können. Deshalb gibt es heute kein Fundstück, sondern den Aufreger der Woche.

Erster Blick: Schreiben sehen aus wie von offizieller Behördenseite

Mit „Gewerbe und Industrieregister-Zentrale“ ist eines der Schreiben für den Zahlungsempfänger in München überschrieben. „Allgemeines Gewerberegister“ steht über dem Schreiben einer Firma in aus Koblenz und „Handelsregisterveröffentlichungen“ über dem einer Firma aus Düsseldorf.

Allen drei Schreiben ist eines gemein: Auf den ersten Blick sehen sie tatsächlich so aus, als würden sie von einer Behörde stammen. Und genau das ist das perfide an den Rechnungen. Bei der Aufmachung haben sich die Macher richtig Mühe gegeben, um ihr den Anschein einer offiziellen Gebührenforderung zu geben. So enthält es die geänderten Daten (inklusive Namen) und die Handelsregister-Nummer – mache geben sogar das Amtsgericht und Eintragungsdatum mit an.

Gefährlich sind diese Anschreiben auch, da die Firmen Euch meist schneller Post schicken, als die tatsächliche Handelsregistereintragung offiziell mitgeteilt wird. Die rechtmäßig Rechnung von der Landesjustizkasse (bei mir von Bamberg) kam nämlich rund 1 ½ Wochen später als die „Fake-Rechnungen“.

Tipp: Auf den Anschreibe-Text achten

Was den Forderungen auch gemein ist: Alle haben sie ein ähnlich formuliertes Anschreiben. Diesen Text sollte man genau lesen, denn spätestens dann wird klar, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Unter anderem lauten die Schreiben so:

Sehr geehrte Damen und Herren, die Veröffentlichung firmenrelevanter Daten Ihres Unternehmens wurden u.a. im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Wir bieten Ihnen an, Ihren Firmendatensatz und den handelsregistertext in unsere Datenbank mit aufzunehmen. Die für die Eintragung benötigten Daten sowie die Preise sind aus der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Die Vertragslaufzeit beginnt mit der Gutschrift des Offertenbetrages auf unserem Konto. Sie werden gebeten, bei Annahme binnen 5 Tagen den unten genannten Gesamtbeitrag zu zahlen bzw. rechtzeitig die Zahlung zu veranlassen.“

Und weiter unten steht in fetter Schrift:

ZAHLBAR binnen 5 Tagen nach Erhalt.“

Oder:

Sehr geehrte Damen und Herren, Ihren Eintragungstext haben wir Ihnen oben aufgeführt. Der aufgeführte Text ist u.a. bereits im Bundesanzeiger erschienen. Wir offerieren Ihnen hiermit den Text durch die Datenverarbeitung UG aufzunehmen und zu veröffentlichen. Der Vertragszeitraum beginnt mit der Gutschrift…“ usw.

629,51 bzw. 795,00 Euro hätte mich dieses „Service-Angebot“ gekostet… Übrigens: Die tatsächliche Eintragung/ Veröffentlichung im Handelsregister hat mich lediglich 71,00 Euro gekostet.

Tipp: Auf Absender achten – Warnliste des Bundesanzeigers

Mit dem zweiten Blick auf den Absender wird endgültig klar: Hier handelt es sich keinesfalls um eine offizielle Behörde. Deshalb also unbedingt darauf achten, wer der Absender des Schreibens ist.

Im Internet gibt es auch eine offizielle Warnliste des Bundesanzeigers in der die meisten Anbieter dieser aus meiner Sicht fragwürdigen Leistungen aufgeführt sind.

Unter anderem auch die „AGR…“, die mich angeschrieben hat. Übrigens: Die anderen Absender habe ich nicht in der Liste gefunden und deshalb die Namen zwecks Aktualisierung per Fax an den Bundesanzeiger geschickt. Das Feedback war sehr positiv. Wer also neue dubiose „Anbieter“ aufspürt: Einfach weiterleiten…

Wie die Anbieter an Eure Daten kommen

Und so kommen die „Gebührenforderer“ an Eure Daten: Handelsregistereinträge wie im Bundesanzeiger sind öffentlich zugänglich. Die Auswertung ist erlaubt. Und wer die Infos hat, der kann diese natürlich auch für unseriöse „Angebote“ nutzen – verpackt als gefakte Gebührenforderungen.

Gleiches gilt übrigens auch für Änderungen des Partnerschaftsregisters sowie des Markenregisters. So warnt auch das Deutsche Patent- und Markenamt im Zusammenhang mit Schutzrechtsanmeldungen und -verlängerungen vor – teilweise irreführenden – Angeboten, Zahlungsaufforderungen und Rechnungen.

Weiterführende Informationen

2 Antworten auf “Vorsicht Falle: Wie durch Schreiben mit „offiziellem Touch“ versucht wird, Selbständigen das Geld aus der Tasche zu ziehen”

  1. Alex sagt:

    Jaja, da bin ich bereits vor langer Zeit reingefallen :)

  2. Danke für den Tipp. Habe solche Schreiben schon mal erhalten.
    Ein Fall für den Papierkorb

Schreiben Sie einen Kommentar


drei × = 15