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Was macht eigentlich ein SEO?! So abstrakt die Arbeit der selbständigen Experten und Agenturen dem Einen oder Anderen erscheinen mag – so real (und teuer) sind die Konsequenzen von Fehlern im SEO-Bereich. Das hat mir gerade wieder der (sechsstellige!!!) Schadenfall eines Kunden aus dem Bereich SEO-Marketing gezeigt: Für einen Auftraggeber wollte er mittels Linkbuilding-Maßnahmen das Rating dessen Buchungsportals verbessern. Doch das ging kräftig nach hinten los: Wegen des Verstoßes gegen Google-Richtlinien wurde sein Kunde von dem Suchmaschinen-Gigant abgestraft (eine manuelle Maßnahme eingeleitet). Ein teures „Vergnügen“ – für beide Seiten.

Eine Google Penalty kann den SEO / die SEO-Agentur die Existenz kosten – wie dieser Fall zeigt. Welche Strafen es gibt und wie man sich schützen kann.

Wenn Google die Rote Karte zeigt kann ein SEO schon mal nervös werden. Sollte er auch, wie dieser Schadenfall im sechsstelligen (!) Bereich zeigt. Welche Arten von Penalties es gibt und wie SEOs sich und ihre Kunden schützen können.

Solche Fälle sind nicht selten und können SEOs an den Rand der Existenz bringen. Welche Arten von Google Penalties es gibt und wie Ihr Euch sowie Eure Auftraggeber dagegen schützen könnt – darum geht es heute auf meinem Blog.

Sechsstelliger (!) Umsatzausfall „dank“ fehlerhafter Links

Im Falle meines Kunden führten gleich zwei Missgeschicke zur unausweichlichen Bestrafung durch Google. Um das Portal seines Auftraggebers im Suchmaschinenranking an eine bessere Position wandern zu lassen, wandte die SEO-Agentur Linkbuilding-Maßnahmen an.

Womit er nicht gerechnet hatte: Einige der Links verstießen gegen die Qualitätsrichtlinien von Google. Da das Ranking des Suchmaschinen-Giganten möglichst unabhängig sein und nicht durch künstliche Links beeinflusst werden soll, wurde eine manuelle Maßnahme gegen den Auftraggeber des Experten eingeleitet.

Die Bilanz am Ende: Ein Schaden für seinen Kunden im sechsstelligen Bereich – für den er „seine“ SEO-Agentur verantwortlich machte. Doch dazu später mehr – zurück zur Google Penalty:

Google und seine Penalties – algorithmisch vs. manuell                                                     

Unter einer manuellen Maßnahme wird das aktive Eingreifen eines Google-Mitarbeiters verstanden. Steht eine Webseite unter dem Verdacht, gegen die Google Webmaster Guidelines zu verstoßen, so prüft ein Mitarbeiter diese Seite manuell. Es gibt mehrere Gründe, die ein Eingreifen seitens Google nach sich ziehen können:

  • Durch Benutzer generierter Spam
  • Keyword-Spamming
  • Reiner Spam
  • Oberflächliche Inhalte, die für Nutzer von geringem oder keinem Wert sind
  • Unnatürliche Backlinks (von einer Seite zur anderen oder seitenübergreifend)

Hält die Webseite der Überprüfung nicht stand, kommt es zur Penalty (Strafe, Sanktion). Das bedeutet: Entweder verlieren einzelne Keywords oder die gesamte URL an Rankingpositionen. Je nach Schwere des Vergehens, kann die Strafe für einen bestimmten Zeitraum definiert werden – und verfällt nach Ablauf von selbst.

Die algorithmische Penalty dagegen ist eine durch einen Google-Algorithmus automatisiert vergebene Sanktion. Verschiedene Algorithmen, die als Filter fungieren, überprüfen Webseiten auf bestimmte Eigenschaften und werten diese bei einem Verstoß ab. Das hat zur Folge, dass die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit des Internetauftritts sofort und in erheblichem Umfang einbricht.

Und jetzt?! Reaktionen auf eine Google Penalty

Egal, welche der beiden Penalties die eigene Webseite trifft: Schnelles Handeln ist angesagt. Um den Schaden möglichst gering zu halten, müssen die Domain und deren Inhalte gemäß den Filter-Kriterien bzw. den Richtlinien entsprechend überarbeitet werden. Dabei sollten beispielsweise unnatürliche Linkprofile entfernt oder nutzloser Content in nützlichen verwandelt werden.

Der Zeitraum einer manuellen Penalty kann durch eine sog. Reconsideration Request eventuell verkürzt werden. Dafür muss der Webmaster nach eingehender Überarbeitung seiner Seite einen Antrag auf erneute Prüfung bei Google stellen. Nach positiver Bewertung wird die Sanktion aufgehoben.

Eine algorithmisch vergebene Strafe kann leider nur durch eine erneute Prüfung des betreffenden Filters beendet werden – und da dies bekanntlich automatisiert geschieht, kann der Zeitpunkt wann dies der Google-Bot vornimmt, nicht beeinflusst werden. Mitunter kann das eine ganze Weile dauern.

Zeit, in der großer finanzieller Schaden entstehen kann. Und es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass geschädigte Auftraggeber die SEO-Agentur für den erlittenen finanziellen Verlust verantwortlich machen. Vor allem, seit dem sie dem Dienstleister dank der besseren Transparenz bei Google Penalties die Verantwortlichkeit viel einfacher nachweisen können.

Ernstnehmen von Google Penalties

Übrigens: Im Falle der SEO-Agentur lief auch im Anschluss an das Bekanntwerden der Sanktion frei nach Murphys Law Einiges schief. Der SEO löschte die Links, die er als Ursache der Penalty vermutete. Leider waren diese vermeintlich schlechten Links eigentlich in Ordnung –Links, die gegen die Google Richtlinie verstießen, blieben somit erhalten. Und auch ein Antrag auf Reconsideration wurde zu spät gestellt. Dem Arbeitgeber bescherte das einen sechsstelligen Umsatzausfall, für den er die SEO-Agentur in Regress nahm.

Der Fall zeigt, dass Schadenfälle im SEO-Business nicht so abstrakt sind, wie Viele vielleicht meinen. Die Folgen eines Fehlers haben reale und vor allem teure Auswirkungen. Es lohnt sich also durchaus, sich mit den Google Penalties auseinanderzusetzen und im geschäftlichen Alltag darauf zu achten, ihnen möglichst aus dem Weg zu gehen ;)

Weiterführende Informationen

13 Antworten auf “Google Penalties: Auftraggeber macht SEO für Schaden im sechsstelligen Bereich verantwortlich”

  1. Radicke sagt:

    Glaubt Ihr wirklich, daß ein Gericht hier dem SEO tatsächlich (grob) fahrlässiges Verhalten beweisen könnte?

    Der SEO wird doch die Tätigkeiten eng mit dem Auftraggeber abgesprochen haben?

    Und wie sähe es mit negative SEO aus? Die Links könnte ja JEDER von extern gesetzt haben…

  2. […] sicher nicht reicht und zum anderen, weil es oft sowieso anders kommt als man denkt. Nun wurde laut Ralphs Bericht eine SEO-Agentur von ihrem Kunden für eine Paidlink-Penalty zur Verantwortung […]

  3. Ralph Günther sagt:

    Hallo Herr Radicke,

    da für die gesetzliche Haftung die leicht fahrlässige Schadenherbeiführung genügt, wird sich diese Frage bei der Schadenabwicklung nicht stellen.
    Besondere vertragliche Regelungen, welche die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ggf. einschränken könnten, gibt es ebenfalls nicht.

    Ein Gericht beschäftigt sich derzeit ebenfalls nicht mit dem Fall.
    Der Schadenersatzanspruch wurde vom Kunden schriftlich geltend gemacht und eine gerichtliche Durchsetzung ist aktuell nicht notwendig.

    Ich bin mir nicht sicher, was Sie unter „enger Abstimmung“ verstehen.
    Es wurden mit dem Kunden Linkbuilding-Maßnahmen besprochen, die zur Verbesserung des Rankings führen sollten.

    Bei einem Schaden ist prinzipiell der Kunde in der Beweispflicht.
    Daher war der Nachweis für eine „Schlechtleistung“ eines SEOs in der Vergangenheit durch den Kunden durchaus schwierig.
    Mittlerweile gibt jedoch Google bei einer Penalty auch detailliertere Hinweise, die es dem Kunden erleichtern, mögliche Fehler einfacher nachzuweisen.

    Sofern ein „schlechtes Linkprofil“ nicht durch die Agentur verursacht wurde, wird man versuchen, die Schadenersatzforderungen abzuwehren.
    Über diesen Punkt gibt es jedoch bei dem geschilderten Fall aktuell keinen Dissens.

    Liebe Grüße, Ralph Günther

  4. Frank sagt:

    Was passiert denn aber, wenn mir ein Konkurrent schlechte Links zuspielt, damit er mich im Ranking überholt? Dann kann ich ja überhaupt nichts für die Links und löschen kann ich diese ja kaum? Deswegen finde ich das immer etwas krass.

    Und wo darf man denn nun eigentlich noch eigene Links setzen? Ich hoffe ja eigentlich immer auf einen natürlichen Linkaufbau aber im Forum ist mein Blog meistens in meiner Signatur, in Blogkommentaren wie diesem hier, halt auch. Und von meinen anderen Seiten kommt teilweise auch der ein oder andere Link.

  5. eisy sagt:

    Frank, wenn Du Links von Konkurrenten gesetzt bekommst, kannst Du eine Disavow-Datei anlegen und diese Links gegenüber Google entwerten lassen. Dieses Vorgehen funktioniert sogar tatsächlich in der Praxis.

    Ich weiß nicht ob es im oben beschriebenen Fall um die Verantwortung für die Penalty geht, oder um die Verantwortung für bestimmte Links, die wiederrum zur Penalty führten. Dies wären zwei große Unterschiede.

  6. Just my 2 Cents:

    Ich denke, hier muss man mehrere Betrachtungsebenen mit einbeziehen.

    Unter anderen die Wahl der Agentur:

    1. Linkaufbauagentur: Diese Agentur bezahlt man, um Links nach gewissen Kriterien aufzubauen. Deren Job ist es nur, diese Links zu generieren – mehr nicht. In diesem Fall wird die Agentur wahrscheinlich niemals haften.

    2. SEO Agentur: Eine SEO-Agentur nennt sich ja „Suchmaschinenoptimierung“s-Menschen. Das heisst: Wir optimieren eine Seite, dass Sie in Google besser platziert wird. Wenn ich nun aktiv einen Penalty durch die Umsetzung meiner Empfehlungen verursache, ist das meine Verantwortung – da ist es nur bedingt ausschlaggebend, was mit dem Kunden abgesprochen ist. Ich habe den Berater-Status und muss auch entsprechend für meine Beratung (und ggfs. Umsetzung) haften.

    3. Nun kann eine Berater-Aussage lauten: „Ich weiss, dass Linkkauf manchmal noch funktioniert, aber es kann auch sein, dass Ihr abgestraft werdet. Die Alternative wäre organisch Links zu generieren(…)“
    Wenn der Kunde in so einem Fall ganz klar und verständlich über die Risiken und die Wahrscheinlichkeit eines Penalty aufgeklärt wird, hat er eine Entscheidungsgrundlage und die Haftung ist eher fraglich.

    Jetzt gibt es noch den Fall, dass eine ehem. Agentur die Links aufgebaut hat, die jetzt abgestraft werden könnten. Hier haftet in meinen Augen die betreuende Agentur nur bedingt (wenn überhaupt): In meinen Augen muss der Kunde von der SEO Agentur über den aktuellen Stand des Linkprofils zum Start der Zusammenarbeit aufgeklärt werden und zumindest, wenn eine erkennbare Gefahr vorliegt, darauf eindeutig hingewiesen werden. Außerdem müssen Handlungsoptionen bereitgestellt werden.

    Fazit: „Optimiert“ eine Agentur initiativ die Kundenwebsite bewusst mit pently-gefähredeten Maßnahmen und verursacht dann durch einen Penalty enorme Umsatzeinbrüche, ist diese Agentur auch in Haftung zu nehmen. Sollte der Kunde solchen Maßnahmen und den damit verbundenen Risiken ausdrücklich (schriftlich) zugestimmt haben, ist der Fall sicher ein anderer.

    Natürlich haftet die SEO-Agentur nicht bei negative-SEO oder von Dritten erzeugte Links – auch wenn Sie den Kunden trotzdem durchaus über diese Maßnahmen in Kenntnis setzen muss. Ein stetiges Monitoring aller SEO Faktoren ist absolute Pflicht eines SEOs.

  7. Jochen sagt:

    Einen Kommentar zu Franks Kommentar weiter oben: Es gibt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das dich vor so etwas schützt.

  8. […] damit beraten ist, sich „Von Anfang an, gut abzusichern“. Grund dafür ist ein aktueller Fall (Google Penalties: Auftraggeber macht SEO für Schaden im sechsstelligen Bereich verantwortlich), indem eine SEO-Agentur von ihrem Kunden für eine Paidlink-Penalty zur Verantwortung gezogen […]

  9. […] Die heutige Frage, welche wir ausgewählten Experten im Zuge einer Blitzumfrage in Bezug auf rgblog.de gestellt haben, lautet `Google Penalty – Kann eine SEO Agentur dafür haftbar sein?´ […]

  10. […] eines Eintrages auf rgblog.de wird diese Frage unter SEOs aktuell diskutiert. In einer Umfrage auf seo-united.de kommen […]

  11. Markus Muhr sagt:

    Hallo,
    ich würde die Frage einmal anders stellen, wieviel war der Kunde bereit monatlich in den Linkaufbau zu investieren? Wieviele Backlinks sollten für die Summe gesetzt werden? Wer für z.b. 300 oder 500 Euro im Monat für Backlinks ausgibt kann nicht erwarten das er dafür 100 organische Backlinks bekommt.
    Hier ist es sicher die Pflicht eines Seo´s darauf hinzweisen und natürlich auch Vertraglich festzuhalten das es möglicherweise zu Penaltys oder Abstrafungen kommt. Die Alternativen sind recht einfach, entweder mehr ausgeben oder weniger Links erwarten…

  12. hannes sagt:

    das mit der haftung ist so eine sache. ich habe in den letzten jahren eine recht ordentliche anzahl an projekten repariert, wo die vorgeschichte so sehr SEHR eindeutig war und es tauchten immer mal diskussionen rund um die haftung auf, welche dahingehend abgeschwaecht wurden, dass der dienstleister halt “nicht in die zukunft schauen kann” oder “nicht weiss, was google zukuenftig mag oder nicht mag”. das zeigt, dass wohl viele kollegen nicht mit der notwendigen umsicht agieren. dann sehe ich persoenlich auch ein “boeses erwachen” seitens der webmaster, man kauft fuer einen niedlichen betrag bei ebay, bei den ueblichen foren etc. eine masse links ein und wundert sich, dass diese aktion auf einen zurueck faellt. … ich wuerde nicht fragen, wieviel ein kunde denn bereit war auszugeben. spannender ist eher die frage, ob denn das abfedern oder ausgleichen von eventuellen schwankungen im engagement inkludiert waren. den dargestellten fall kann ich aus anbietersicht nicht analysieren, es waere mal spannend zu erfahren, was da im detail passiert ist, welche branche bedient wurde usw.

    gruß

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