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Flexible Arbeitsmodelle, flache Hierarchien, Projektarbeit: Für Freelancer macht das auch kleine und mittelständische Betriebe zu attraktiven Auftraggebern. Trotzdem sitzen KMU im Kampf um selbständige Fach- und Führungskräfte am kürzeren Hebel. Grund: Die durch Employer Branding Konzepte bekannten „Großen“ ziehen an ihnen vorbei. Ohne solche Strategien geht es deshalb nicht mehr. Eine von vielen Herausforderungen, die KMU 2014 meistern müssen, wenn sie nicht auf Fachkräfte aus dem Freelancer-Markt verzichten wollen, weiß Daniela Chikato. Die Geschäftsführerin von Projektwerk kennt sich aus im Recruiting und ist eine der Experten, die ich nach ihrer Einschätzung zu Herausforderungen bei der Akquise 2014 gefragt habe.

Warum beim Recruiting von Freelancern neben Employer Branding auch hybride Beschäftigungsmodelle nicht mehr wegzudenken sind: Daniela Chikato von Projektwerk zu Herausforderungen 2014.

„Freelancer, die sich als Hochkaräter positionieren möchten, sollten sich als ‚leistungsstarke Marke‘ im Netz positionieren“: Recruiting-Expertin Daniela Chikato von Projektwerk zum Thema, warum nicht nur KMU Employer Branding auf dem Schirm haben sollten.

Warum beim Recruiting von Freelancern neben Employer Branding auch hybride Beschäftigungsmodelle nicht mehr wegzudenken sind – und die Themen Altersvorsorge und Scheinselbständigkeit auch dieses Jahr für Freiberufler ein Dauerbrenner bleiben, erklärt die Expertin mit Blick durch die Brille des Projektvermittlers.

Der Blick in die Glaskugel: Welche Themen (Risiken) halten 2014 die Freelancer in Atem?

Ein Thema, das 2014 politisch sicherlich noch viel diskutiert und für reichlich Zündstoff sorgen wird, ist die Altersvorsorgepflicht für Freelancer. Zwar findet sich im aktuellen Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD kein Hinweis auf die Einführung. Aber es bleibt spannend, ob das Thema für die Parteien erneut an Wichtigkeit zulegt – schließlich hatten sich die Parteienvor der Wahl deutlich dafür ausgesprochen.

Rechtlich bleibt das Thema Scheinselbständigkeit sicherlich ein Dauerbrenner für Freelancer – aber auch für die beauftragenden Unternehmen. Ob beispielsweise durch eine Tätigkeit, die aufgrund von Weisungen ausgeführt wird, oder durch die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers eine persönliche Abhängigkeit des Freelancers von einem Arbeitgeber festgestellt werden kann, ist bei der Beurteilung ein entscheidender Faktor und sollte auf beiden Seiten im Vorfeld einer Zusammenarbeit gründlich geprüft werden.

Aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt, der 2014 noch stärker zum Bewerbermarkt avanciert, wird nicht nur den kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Employer Branding-Strategie empfohlen. Freelancer, die sich als Hochkaräter positionieren möchten, sollten ebenso an ihrem „Außenauftritt“ arbeiten und sich als „leistungsstarke Marke“ im Netz positionieren. Der Weg in die Sozialen Medien ist dabei unumgänglich – nicht zuletzt, weil die Themen Social Recruiting und Active Sourcing bei Unternehmen immer häufiger Anklang finden und sich Personaler und Freelancer entsprechend in diesem Umfeld begegnen.

Ein weiteres Thema, das auf persönlich-emotionaler Ebene stattfindet und jedes Jahr seine Gültigkeit behält, ist die Work-Life-Balance als Freelancer. Das richtige Arbeitsvolumen zu finden, ist für viele eine Herausforderung. Nicht zuletzt, weil auch das Thema Weiterbildung für Freelancer 2014 stärker in den Fokus rücken wird. In Unternehmen werden immer mehr Cloud-Technologien eingesetzt. Entsprechend wird vermehrt Wissen aus den Bereichen Prozess- und Softwareintelligenz gefragt sein.

Stichwort Fachkräftemangel: Vor welche Herausforderungen stellt 2014 kleine und mittelständische Unternehmen?

KMU sitzen im Kampf um begehrte Fach- und Führungskräfte häufig am kürzeren Hebel; selbst sogenannte Hidden Champions sind außerhalb ihres Marktes kaum als attraktiver Arbeitgeber bekannt. Kandidaten zieht es zu den bekannten Arbeitgebermarken, die mit ausgeklügelten Employer Branding-Konzepten, Gesundheitsmanagementsystemen und ähnlichen Vorzügen punkten. Laut dem Mittelstandsbarometer, welches zweimal jährlich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erhoben wird und zuletzt im August 2013 veröffentlicht wurde, fällt es bereits heute 75 Prozent der mittelständischen Unternehmen schwer, geeignete Fach- und Führungskräfte zu finden. Das hat schon jetzt zur Folge, dass KMU jährlich Umsatzeinbußen von 33 Milliarden Euro verzeichnen.

Ursache dafür ist nicht allein die Nicht-Besetzung von IT-Positionen – insbesondere im Vertrieb ist der Bedarf an Fachkräften groß. Dabei können gerade kleine und mittelständische Betriebe mit ihrem Angebot von flexiblen Arbeitszeitmodellen, flachen Hierarchien, Projektarbeit etc. ihre Position als attraktiver Arbeitgeber stärken – ohne viel Geld für externe Personalvermittlung auszugeben.

Hybride Beschäftigungsmodelle – also der Einsatz von Freelancern, parallel zur Stammbelegschaft in Festanstellung – lassen sich in KMU besonders gut durchsetzen und führen nicht nur schneller zum Projekterfolg, sondern bereichern auch die Unternehmenskultur durch heterogene externe Impulse. Spezialisten-Know-how wird bedarfsorientiert eingesetzt, ohne dass Weiterbildungskosten anfallen. Arbeitsspitzen auf Seiten der Unternehmen werden flexibel gemeistert.

Um Freelancer zu finden, sind Unternehmen heute nicht mehr darauf angewiesen, ihre Vakanzen über generalistische Jobbörsen auszuschreiben, die Freelancer nur sporadisch nutzen – wenn überhaupt. Heute gibt es spezialisierte Projektbörsen wie projektwerk, auf denen branchenspezifisch Projektpartner gematcht werden: Unternehmen veröffentlichen ihre Projektausschreibung unter Angabe der geforderten Skills. Auf Knopfdruck erhält der Projektanbieter Vorschläge zu Experten-Profilen, die er direkt kontaktieren kann – einfach, zeitsparend und provisionsfrei.

Als Betreiber einer Job- und Projektbörse haben Sie sich auch das Thema Aufklärung und Information auf die Fahne geschrieben: Welchen Tipp haben Sie für alle, die 2014 den Schritt ins Freelancer-Business wagen?

  1. Seien Sie überzeugt von sich, Ihrer Idee und Ihrer Vision. Wer, wenn nicht Sie, sollte daran glauben? Stellen Sie Ihrer Zielgruppe Ihr Leistungsangebot und Ihre Expertise in kurzen, prägnanten Sätzen – einem sog. „Elevator Pitch“ – vor. Fokussieren Sie dabei den Nutzen, den Ihr Zielgruppe aus der Zusammenarbeit mit Ihnen zieht.
  2. Machen Sie sich schlau und schöpfen Sie mögliche Fördermaßnahmen – z.B. durch die KfW, den High-Tech-Gründerfonds, den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit – aus. So können Sie den finanziellen Druck abmildern.
  3. Unterschätzen Sie die Turbulenzen in der Anfangsphase nicht und lassen Sie sich durch Rückschläge nicht entmutigen.
  4. Knüpfen Sie Geschäftskontakte und erweitern Sie Ihr persönliches Netzwerk. Nutzen Sie dazu Offline-Veranstaltungen und Online-Angebote, z.B. Plattformen wie projektwerk.com.

Über Daniela Chikato

Daniela Chikato sammelte in den letzten vierzehn Jahren fundierte Expertise im E-Recruiting: im Web-basierten Personalmarketing, als Führungskraft im Vertrieb einer weltweit führenden Internet-Jobbörse sowie als Sales Director eines innovativen Recruiting-Portals mit Web 2.0-Technologie. Seit September 2013 ist sie Geschäftsführerin der projektwerk GmbH.

Darüber hinaus teilt Daniela Chikato Ihre Recruiting-Expertise als Co-Autorin des im Springer Gabler Verlag erschienenen „Praxishandbuch Social Media Recruiting“ sowie als Gastautorin diverser Blogs.

Weiterführende Informationen

Alle Interviews aus der RGBlog-Serie: Trends und Prognosen 2014

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