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Wer ein Ziel erreichen will, schafft das manchmal nicht ohne Hilfe von außen. Ein Prinzip, das vereinfacht auch für das Verhältnis von Consultants und ihren Kunden gilt: Der Auftraggeber erhofft sich Fördergelder für sein Projekt, der Consultant soll ihn dabei unterstützen. Doch wie das so ist mit Hoffnungen: Sie werden nicht immer erfüllt. So auch bei diesem Schadenfall aus der Praxis, der vor kurzem von meiner Firma exali bearbeitet wurde. Als sich das Blatt plötzlich in eine für den Kunden unbefriedigende Richtung wendete, trat er vom Vertrag mit seinem Consultant zurück. Und der stand nun da mit all seinen vergeblichen Aufwendungen, die er bereits in die Beratung gesteckt hatte…

Wenn die Beratung nicht zum gewünschten Erfolg führt, stehen am Ende immer häufiger Schadenersatzforderungen oder ein Rücktritt vom Vertrag im Raum. Die Eigenschadenversicherung schützt Consultants – und erstattet die Kosten.

Wenn die Beratung nicht zum gewünschten Erfolg führt, stehen am Ende immer häufiger Schadenersatzforderungen oder ein Rücktritt vom Vertrag im Raum. Die Eigenschadenversicherung schützt Consultants – und erstattet die Kosten.

Der Schadenfall zeigt, was ich in der Praxis von Consultants immer wieder feststelle: Wenn die Beratung nicht zum gewünschten Erfolg führt, stehen am Ende immer häufiger Schadenersatzforderungen und / oder ein Rücktritt vom Vertrag im Raum. Ein Negativ-Trend der vor allem im Bereich der Beschaffung von Fördermitteln zu beobachten ist. Diese Woche will ich Euch deshalb erläutern, wie sich Consultants in solch einem Fall absichern können – und welche Rolle dabei die Eigenschadenversicherung in der Berufshaftpflicht spielt.

Karten neu gemischt: Projekt plötzlich nicht mehr förderungsfähig

Die ganze Geschichte des Schadenfalls: Die Macher eines Softwareentwicklungsprojekts hatten einen freiberuflichen Consultant per Vertrag damit beauftragt, notwendige finanzielle Mittel zu beschaffen und in diesem Zusammenhang die Softwarefirma zu beraten und tatkräftig zu unterstützen. Konkret ging es um Fördermittel für Forschung und Entwicklung, die sich der Kunde seitens des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi erhoffte.

Da der Beratervertrag in der Ausgestaltung ein konkretes Ergebnis – sprich die Beschaffung der entsprechenden Fördermittel – zum Gegenstand hatte, handelte es sich um einen Werkvertag. Mehr dazu später…

Die Wahl des Auftraggebers war nicht ohne Grund auf den freiberuflichen Consultant gefallen, der sich durch Expertenkenntnisse und zahlreiche Erfolge auf dem Gebiet der Beschaffung von Fördermitteln einen Namen gemacht hat. Und der Consultant hatte gute Nachrichten für den Kunden: Er schätzte die geplanten Berechnungs- und Simulationsalgorithmen seines Kunden als förderungsfähig ein.

Gesagt, getan: Der freiberufliche Consultant stellte die Antragsformulare für die ZIM-Fördermittel fertig – mit allem was dazugehört. Doch was dann kam, damit hatte niemand gerechnet: Noch in der Antragsphase änderte der Projektträger (also das ZIM selbst) die Definition bzw. Anforderungen dessen, was förderungsfähig ist.

Dadurch wurden die Karten neu gemischt und was ursprünglich dem Berater nach seinen bisherigen Erfahrungen als förderungsfähig erschien, war es auf einmal nicht mehr. So auch das Softwareentwicklungsprojekt des Kunden des Beraters.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Consultant bereits 8 Tage (73 Stunden) Zeit für seine Dienstleistung aufgewendet. Der Einsatz eines weiteren hinzugezogenen freien Mitarbeiters (für technische Recherchen und die Erstellung technologischer Texte) lag bei 25 Stunden. Kosten für diese bislang geleisteten Aufwendungen: rund 9.600 Euro.

Eine Summe, die dem freiberuflichen Consultant nun um die Ohren zu fliegen drohte…

Eigenschaden rund 9.600 Euro: Kunde tritt vom Werkvertrag zurück

Der Grund: Natürlich war der Kunde alles andere als begeistert über die Nachricht, nun doch keine Fördermittel seitens des BMWi zu bekommen. Er zog seine Konsequenzen und trat nach BGB §323 wegen Schlechtleistung vom Vertrag mit dem Consultant zurück. Bei Verträgen auf Werkvertragsbasis ist dieser juristisch als „Rücktritt“ bezeichnete Vorgang gesetzlich möglich, wenn eine Nachbesserung nicht den gewünschten Erfolg bringt. Und an eine Nachbesserung, um die gewünschten Fördermittel doch noch zu erlagen, war nach den geänderten Förderungsvoraussetzungen nicht mehr zu denken.

Doch wie geht es nun für beide Vertragsparteien weiter? Dazu müsst Ihr wissen: Tritt der Auftraggeber bzw. Kunde vom Projekt auf Werksvertragsbasis zurück, wird alles quasi wieder „auf Null“ gesetzt – es wird jede Partei so gestellt, als ob es den Auftrag nicht gegeben hätte.

So muss der Consultant etwa bereits erhaltene Honorar-Zahlungen wieder zurückerstatten, der Kunde muss erhaltene Leistungen (beispielsweise bereits erhaltene Unterlagen oder Ausarbeitungen) wiederzurückgeben bzw. darf diese nicht verwenden. Dabei ist egal, was Stand der Dinge ist, also wie weit die Beratung bereits „fortgeschritten“ ist.

So auch die Handhabung im Fall des Consultants, der bislang 73 Stunden in den Auftrag gesteckt und nun keinen Cent von den dafür veranschlagten 9.600 Euro sehen sollte. Eine Situation die im Versicherungsjargon als „vergebliche Aufwendungen“ bezeichnet wird.

Eigenschadenversicherung zahlt bei Rücktritt des Auftraggebers

Der Consultant kam dennoch mit einem blauen Auge davon: Er hatte in seiner Berufshaftpflicht (in diesem Fall eine spezielle Consulting-Haftpflicht) Eigenschäden durch Rücktritt des Auftraggebers als Leistungserweiterung eingeschlossen. Diese spezielle Leistungserweiterung übernahm seine eigenen vergeblichen Personalkosten (Deckungsbeitrag für den Consultant persönlich und die Kosten für den freien Mitarbeiter). Konkret erstattete der Versicherer die kalkulierten 9.600 Euro abzüglich 10% Selbstbeteiligung.

Wie das Beispiel zeigt, können berufliche Risiken nicht nur durch die von mir schon oft beschriebenen Schadenersatzforderungen von Dritten, sondern auch durch so genannte Eigenschäden entstehen.

Besonders, wenn man bei einem Beratungsjob konkrete Ergebnisse vereinbart und damit keine reinen Dienstleistungsverträge schließt, wird die Absicherung von Eigenschäden durch vergebliche Aufwendungen wichtig. Darunter fallen etwa das eigene Honorar, Personal- und Sachkosten wie die Kosten für freiberufliche Mitarbeiter oder Subunternehmer, Reisekosten oder spezielle Anschaffungen für ein Projekt.

Derzeit sind Berufshaftpflichtversicherer bei der Absicherung von Eigenschäden noch sehr zurückhaltend. Daher lohnt ein Blick auf den jeweiligen Versicherungstarif und die Versicherungsbedingungen. Die von mir beschriebene Leistungserweiterung wird auf dem Markt als integrierter oder optional dazu buchbarer Versicherungsbaustein der Berufshaftpflicht für Berater angeboten.

Zur Veranschaulichung zitiere ich Euch noch eine typische Klausel einer derartigen Leistungserweiterung:

„Der Versicherer ersetzt die vergeblichen Aufwendungen (Personal- und Sachkosten, nicht jedoch entgangenen Gewinn) des Versicherungsnehmers im Falle eines berechtigten Rücktritts seines Auftraggebers. (…)“.

Zusammenfassung: Durch die Eigenschadenversicherung erstattet der Versicherer dem Consultant die Kosten für seine vergeblichen Aufwendungen (ohne Gewinnanteil und abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung), wenn der Kunde berechtigt vom Projekt auf Werkvertragsbasis zurücktritt.

Konkret sind also abgedeckt:

  • Vergebliche Aufwendungen (Honorare und entstandene Kosten);
  • Aufwendungen für bereits erbrachte Leistungen von freien Mitarbeitern – sowie der
  • Passive Rechtsschutz: der Versicherer prüft auf seine Kosten, ob der Rücktritt des Kunden vom Projekt berechtig war / ist.

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