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Cloud Computing, das eigene Büro in der Wolke. Ein Service, der seit geraumer Zeit nicht nur die Diskussion in den Fachmedien beherrscht, sondern als wichtiges Business-Tool von immer mehr Freiberuflern genutzt wird. Wie ich darauf komme? Ganz einfach: Auch Dienstleister, mit denen ich zusammenarbeite, greifen auf Angebote und Lösungen aus der Wolke zurück. Das sehe ich beispielweise an elektronischen Rechnungen, die ich mittlerweile über Cloud-Services erhalte… 🙂 Grund genug für mich, einen Experten für Cloud-Services mit Fragen zu einem Bereich zu löchern, der sich bei Selbständigen und in mittelständischen Betrieben offensichtlich immer mehr durchsetzt – zu dem es aber immer noch viele Fragezeichen gibt.

Einer, der es wissen muss: Philipp Stute, Projektleiter des Portals mittelstandscloud.de, im Interview zu Chancen, Risiken & Nebenwirkungen von Cloud Services.

Einer, der es wissen muss: Philipp Stute, Projektleiter des Portals mittelstandscloud.de, im Interview zu Chancen, Risiken & Nebenwirkungen von Cloud Services.

Herausgekommen ist dabei ein Interview über Chancen, Risiken und Nebenwirkungen von Cloud-Services mit einem, der es wissen muss: Philipp Stute von der Janz IT AG, Projektleiter des Cloud Computing Portals mittelstandscloud.de. Meine 5 Fragen an…  

In welchen Bereichen machen Cloud-Services Sinn?

In kleineren mittelständischen Betrieben existieren heute oftmals nur kleine IT-Abteilungen oder es gibt einzelne Mitarbeiter, welche die Unternehmens-IT als zusätzliche Aufgabe mitbetreuen. Trotz der stetigen Weiterentwicklung der Technologie stellt die Komplexität moderner Hard- und Software-Systeme sowie deren Anschaffungskosten für solche Betriebe oftmals eine enorme Hürde dar, alle Systeme auf dem Stand der Technik sicher einzusetzen.

Cloud Services bieten eine attraktive Lösung für diese Herausforderung. Dienste, die in Form eines Mietmodells bereitgestellt werden und nur minimalen Administrationsaufwand erfordern, können sowohl finanziell als auch organisatorisch eine Entlastung schaffen, durch die sich Unternehmen und Ihre Mitarbeiter besser auf Ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können.

Unternehmen des gehobenen Mittelstands profitieren zudem davon, dass sich diese Dienste frei skalieren lassen. Dies bedeutet, dass Unternehmen Dienste und Ressourcen – seien es Benutzer des E-Mail-Systems oder Speicherplatz für Unternehmensdaten – in dem Umfang buchen und nutzen können, den Sie aktuell benötigen. Die Bezahlung richtet sich hier ebenfalls nach den in Anspruch genommenen Leistungen. Dadurch lassen sich zum Beispiel saisonale oder konjunkturelle Effekte ausgleichen. Zudem ist geplantes Wachstum nicht durch IT-Investitionen vorzufinanzieren.

Soviel zu den Vorteilen. Allerdings ist Cloud Computing auch mit Risiken verbunden. Stichwort: „Sicherheitslücken“, mangelnder Schutz sensibler Daten, etc. Was können Sie zu diesem Thema sagen?

Dadurch, dass heute praktisch alle Freiberufler und auch die meisten Mitarbeiter im Mittelstand einen Arbeitsplatz-Computer mit Internetzugang haben, besteht keine physikalische oder logische Trennung von Firmennetz und Internet mehr. Die Sicherheits-Infrastruktur ist aus nachvollziehbaren finanziellen wie organisatorischen Gründen mit den Systemen von professionellen Cloud- und IT-Dienstleistern nicht vergleichbar.

Große, insbesondere außereuropäische Cloud Anbieter, bilden jedoch einerseits aufgrund Ihrer Größe und der Menge an Kundendaten ein lohnendes Ziel für Angriffe, andererseits sind die Rechtsvorschriften, welchen den Datenschutz sicherstellen, nicht in allen Ländern so streng geregelt wie in Deutschland.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Fehler, die von Nutzern – beispielsweise Freiberuflern – im Zusammenhang mit Cloud Computing gemacht werden?

Freiberufler nutzen bereits heute viele Cloud Services – auch da sie im privaten Umfeld selbstverständlich geworden sind. So sind die populären kostenlosen E-Mail-Dienste oder Tools zum Austausch von Dateien bei vielen Freiberuflern im Einsatz, um mit Kunden und Projektpartnern zu kommunizieren oder größere Datenvolumen zu teilen.

Die Einfachheit des Bezugs und der Benutzung verführt allerdings dazu, wichtige Aspekte nicht gesondert zu betrachten. Neben der Sicherheit der Daten vor unbefugtem Zugriff werden auch die rechtlichen Anforderungen, die der deutsche Gesetzgeber sowohl Unternehmen als auch Freiberuflern hinsichtlich des Datenschutzes auferlegt, oftmals nicht gesondert betrachtet. Schließlich werden bei der Speicherung und Verarbeitung von Daten in der Cloud regelmäßig auch personenbezogene Daten übertragen, die dem Datenschutz unterliegen, wie zum Beispiel Adressen oder Bankverbindungen.

Hier muss nach aktueller Gesetzeslage sichergestellt sein, dass der Anbieter diese ausreichend schützt, was die Kunden (etwa durch entsprechende Zertifizierungen) auch nachprüfen können müssen. Bei Anbietern aus Deutschland bzw. der EU wird dies in der Regel durch eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung oder durch die Verwendung definierter EU-Standardvertragsklauseln geregelt. Bei ausländischen Anbietern dagegen ist zu prüfen, ob sie rechtlich als sicheres Drittland gelten und ob bzw. durch welche Vereinbarung eine gesetzeskonforme Verarbeitung der Daten möglich ist.

Dieser schon unübersichtliche Paragraphen-Dschungel wird noch zusätzlich erschwert, da bei vielen Anbietern nicht sofort ersichtlich ist, wo dieser seinen Hauptsitz hat bzw. wo die Daten letztendlich abgelegt sind.

Auf Ihrem Cloud Portal bieten Sie einen kostenlosen Cloud Check an. Was genau steckt dahinter?

Der Cloud Check bietet Mittelständlern die Möglichkeit, mit Hilfe von 29 organisatorischen und finanziellen Fragen (unabhängig von technischen Details!) eine erste Einschätzung zu erhalten, welche Aspekte und Chancen des Cloud Computing für das Unternehmen interessant ist.

Entstanden ist dieser Check aus unseren umfangreichen Erfahrungen aus Kundenprojekten. Diese haben gezeigt, dass es gerade im Mittelstand nicht eine einzelne Cloud-Lösung gibt, die alle Anforderungen der Unternehmen abdeckt. Denn Mittelständler haben in der Regel eine bestehende IT-Landschaft, deren Betrieb und Weiterentwicklung je nach Unternehmensausrichtung und finanzieller Situation die verschiedensten Herausforderungen bietet. Die Punkte adressiert der Cloud Check und bietet als Ergebnis einen umfangreichen Bericht mit Hinweisen, an welchen Ansatzpunkten Cloud Services sinnvoll sein können.

Können Sie Freiberuflern, die den Weg in die Wolke wagen wollen, noch weitere Tipps mit auf den Weg geben?

Grundsätzlich sollten sich insbesondere Freiberufler einmal möglichst objektiv damit auseinandersetzen, wie gut Ihre IT heute tatsächlich funktioniert. Die Professionalität, welche Cloud Anbieter hinsichtlich Ausfallsicherheit und Sicherheit vor Datenverlust durch defekte Hardware oder nicht regelmäßig erstellte Backups bieten, lässt sich durch eine lokale Datenhaltung und lokal installierte Software in den seltensten Fällen erreichen.

Allerdings gilt für Freiberufler wie für Mittelständler, dass die am Markt verfügbaren Cloud Dienste oftmals genormte Produkte darstellen, die keine oder nur begrenzte Anpassungen ermöglichen und nicht zu jedem anderem Dienst eine Schnittstelle anbieten. Für die geschäftliche Nutzung von Cloud Services sollte man sich vor der isolierten Entscheidung für einzelne Dienste zunächst überlegen, wie diese zusammenarbeiten müssen und welche individuellen Anpassungen nötig sind.

Außerdem gilt es zu prüfen, inwieweit die eigene Internet-Anbindung für die Nutzung der auswählten Cloud-Dienste ausreicht. Einfache ADSL-Verträge bieten zwar eine ausreichende Bandbreite zum schnellen Herunterladen von Dateien, sind aber ungleich langsamer, wenn es um das Hochladen von größeren CAD-Dateien oder Fotos geht. Außerdem ist die gebuchte Bandbreite meist nicht garantiert, wodurch es zu den üblichen Arbeitszeiten zu geringer Leistung kommen kann. Möglicherweise ist ein Wechsel zu einem anderen Tarif mit garantierter, gleicher Bandbreite in beiden Richtungen sinnvoll.

Über Experte Philipp Stute

Philipp Stute von der Janz IT AG, einem Hamburger IT-Systemhaus ist als Projektleiter des Cloud Computing Portals MittelstandsCLOUD.de ausgewiesener Experte, wenn es um das Thema Cloud-Services geht.

Cloud Computing vom Mittelstand für den Mittelstand – unter diesem Motto stellte die Janz IT AG gemeinsam mit der GODYO AG und der New First Cloud GmbH ihren Cloud-Service Anfang 2012 ins Netz, der vor allem auf die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen zugeschnitten ist.

Am Ende noch einen kleinen Gruß: Vielen herzlichen Dank an Herrn Stute für sein Expertenwissen und seine interessanten Antworten.

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