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Wenn man an die Risiken von selbständigen Consultants denkt, dann fallen einem wohl als erstes Schadenersatzansprüche aufgrund von Beratungsfehlern ein. Dass jedoch auch die selbständige Tätigkeit an sich zu einer teuren Abmahnung führen kann, zeigt dieser Schadenfall: Weil er in einem Newsletter an seine Mandanten Inhalte eines Online-Portals verwendete und nach deren Ansicht nicht ausreichend zitierte, musste ein Unternehmensberater 2.500 Euro hinblättern… Dieser Fall ist mir erst kürzlich als Versicherungsmakler untergekommen und natürlich ganz klar eine Geschichte für meinen Blog.

Abmahnung wegen Falsch-Zitat im Newsletter: Ein Schadenfall, der zeigt, dass es nicht unbedingt die Beratertätigkeit des freiberuflichen Consultants sein muss, die zum teuren Schadenersatzanspruch führen kann…

Abmahnung wegen Falsch-Zitat im Newsletter: Ein Schadenfall, der zeigt, dass es nicht unbedingt die Beratertätigkeit des freiberuflichen Consultants sein muss, die zum teuren Schadenersatzanspruch führen kann…

Diese Woche steht deshalb die unglückliche Zitierweise des freiberuflichen Beraters im Mittelpunkt – und warum eine Consulting-Haftpflicht auch solche Schäden (Rechtsverletzungen) absichern sollte. Zudem habe ich viele weiterführende Infos zum Thema „Rechtlich richtig zitieren“ gesammelt.

Newsportal: Nutzung der Infos nur für persönliche Zwecke erlaubt

Die ganze Geschichte des Schadenfalls: Wie viele Freiberufler nutzte auch dieser Consultant eines der beliebtesten Marketing-Instrumente zur Kundenbindung. In regelmäßigen Abständen schickte er einen Newsletter an seine Mandanten. Der Inhalt: Wissenswerte Informationen für Unternehmen.

Wer selbst regelmäßig Content für einen Blog oder Newsletter schreibt, weiß: So einen Text zu schreiben, kostet Zeit – und jede zusätzliche Info ist sozusagen „Gold wert“.

Um also nicht allen Content selbst schreiben zu müssen, ergänzte der Unternehmensberater seine Newsletter-Texte mit Inhalten aus diversen Pressemitteilingen sowie von einem Newsportal. Aus Letzerem zitierte er zwischen 2007 und 2010 dreimal Informationen.

Doch der Consultant Berater hatte seine Rechnung ohne das Newsportal gemacht – in dem er selbst auch Mitglied war. Denn in dessen Nutzungsbedingungen ist eindeutig festgelegt, dass Mitglieder die Inhalte zwar für persönliche Zwecke nutzen dürfen – zur Weiterverbreitung allerdings nicht. Deshalb ist auch die auszugsweise Verbreitung untersagt.

Eine rechtliche Stolperfalle, die ihm wenig später zum Verhängnis wurde: Der Freiberufler erhielt eine Abmahnung mit Forderung nach Schadenersatz, Unterlassung und Kostenerstattung in Höhe von ca. 2.500,00 €…

Nicht nur Beratungsfehler können dem Consultant zum Verhängnis werden

Der Fall zeigt, dass haftungsrechtliche Ansprüche nicht nur aus der Beratungs-Dienstleistung von freiberuflichen Consultants resultieren können, sondern auch durch andere Tätigkeiten, die damit direkt oder indirekt verbunden sind. Wie zum Beispiel einem Newsletter an die eigenen Mandaten.

Denn Fakt ist: In der modernen und durch das Internet geprägten Informationsgesellschaft kommt auch ein klassischer Unternehmensberater kaum mehr darum herum, in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Xing & Co oder mit einem eigenen Blog Präsenz zu zeigen, sich selbst zu vermarkten – oder durch Newsletter die Mandaten zu erreichen.

Eigenmarketing, das einen teuren Preis haben kann. Denn in kaum einem anderen Bereich ist das Risiko so groß, für die Verletzung von

  • Urheberrechten
  • Markenrechten
  • Namens- und Persönlichkeitsrechten
  • Lizenzrechten
  • Wettbewerbsrechten oder
  • Datenschutzrechten

haftbar gemacht zu werden. Der „Abmahnwahn“ im Internet belegt das eindrücklich.

Nicht nur Social Media Marketer, sondern auch Unternehmensberater bzw. Consulting-Unternehmen sollten daher „auf dem Schirm“ haben, dass die Absicherung von Vermögensschäden sehr wichtig ist.

Diese Kriterien sollte eine bedarfsgerechte Consulting-Haftpflicht erfüllen

Umfassenden Schutz bietet eine bedarfsgerechte Vermögensschadenhaftpflicht für freiberufliche Berater, auch Consulting-Haftpflicht genannt. Vorausgesetzt, sie erfüllt einige wichtige Kriterien:

Dazu gehört ganz klar, dass neben klassischen Beratungsfehlern z.B. auch die Überschreitung von Deadlines, die fahrlässige Übermittlung von Computerviren und die bereits angesprochenen Rechtsverletzungen (und natürlich daraus resultierende Abmahnungen) versichert sein sollten.

Einfacher ausgedrückt: Die Consulting-Haftpflicht sollte das All-Risk-Prinzip anwenden, was so viel bedeutet, als dass die versicherten Tätigkeiten und Gefahren in den Versicherungsbedingungen nicht abschließend benannt sind. Im Gegenteil: versichert ist alles, was direkt und indirekt mit dem Tätigkeitsfeld des Unternehmensberaters zusammenhängt. Zum Beispiel auch eine Abmahnung wegen nicht ausreichender Zitierweise in einem Newsletter.

Der Versicherungsschutz der Consulting-Haftpflicht sollte also zwei wichtige Aufgaben erfüllen:

1. Schadenersatz: Der Versicherer befriedigt berechtigte Ansprüche des Dritten, d.h. er zahlt Schadenersatz.

2. Passiver Rechtsschutz: Der Versicherer wehrt ungerechtfertigte Ansprüche von Dritten ab und übernimmt dafür die Kosten (für Anwälte, Gutachter, Sachverständige, Zeugen, Gerichte). Man spricht dabei auch von Abwehrschutz.

Allgemeine Tipps: Infos zum Thema „Zitieren fremder Texte“ und „Newsletter-Marketing“

Beim „Stöbern im Netz“ stoße ich selbst immer wieder auf einige richtig gute Artikel, die wertvolles Wissen liefern. Deshalb hier noch eine kleine Linksammlung zum Thema.

Newsletter-Marketing

  • Welche rechtlichen Vorgaben beim Newsletter-Marketing allgemein unbedingt beachtet werden sollten, weiß Diplom-Wirtschaftsjurist Martin Rätze. Seinen Artikel „Rechtliche Stolpersteine bei der Newsletter-Werbung“, habe ich vor kurzem auch hier im Blog vorgestellt.

Rechtliche Hinweise zum richtigen Zitieren

Eine Antwort auf “Consultant wegen Newsletter abgemahnt: Wenn die freiberufliche Tätigkeit zur rechtlichen Stolperfalle wird”

  1. Finanzberatung Sebastian Ohligschläger sagt:

    Vielen Dank für diese Information. Die Abmahnwelle rollt ja heutzutage relativ schnell. Man sollte bei den Nutzungsbedingungen von Quellen immer genau hinschauen.

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