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Teil 2 von 2 aus der Serie „Eigenschadenversicherung“

Nicht nur Fremdschäden, sondern auch Eigenschäden bergen ein hohes unternehmerisches Risiko für Freiberufler und Selbstständige. Viele wissen jedoch nicht, dass Schäden, die sie selbst erleiden, allgemein nicht von der Haftpflichtversicherung übernommen werden.

Nicht nur Fremdschäden, sondern auch Eigenschäden bergen ein hohes unternehmerisches Risiko für Freiberufler und Selbstständige.

Nicht nur Fremdschäden, sondern auch Eigenschäden bergen ein hohes unternehmerisches Risiko für Freiberufler und Selbstständige.

Für die finanziellen Folgen muss der Dienstleister selbst aufkommen – sofern er nicht mit einer zusätzlichen Eigenschadenversicherung vorgesorgt ist oder eine Haftpflicht abgeschlossen hat, in der Eigenschäden integriert sind. So wie bei den beiden nachfolgend beschriebenen Schadenbeispielen aus der Praxis.

Eigenschaden IT-Branche: Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt

Ein Internet-Dienstleister hatte den Auftrag zur Realisierung eines Multi-Media-Projekts angenommen. Trotz Einhaltung von Fristen und Erstellung sämtlicher gewünschter Funktionen bestand zum Abnahmetermin Uneinigkeit darüber, ob vom Auftraggeber gewünschte Zusatzfunktionen eine Erweiterung des Projekts darstellten – oder von Anfang an Auftragsgegenstand waren.

Der Dienstleister war bereit, diese aus seiner Sicht neuen Zusatzfunktionen innerhalb von 14 Tagen zu erstellen. Der Auftraggeber allerdings nahm die Situation zum Anlass, vom Vertrag zurückzutreten. Die vom Dienstleister erbrachten Sach- und Personalleistungen stellten ohne Gewinnzuschläge einen Wert von etwa 50.000 Euro dar, was anhand von Auflistungen, Stundenzetteln und Tabellen problemlos nachgewiesen werden konnte.

Da die Internetagentur in ihrer IT-Haftpflichtversicherung Eigenschäden in Form von vergeblichen Personal und Sachaufwendungen durch den Rücktritt des Auftraggebers vom Projektvertrag (Werkvertrag) mitversichert hatte, übernahm der Versicherer den Ausgleich dieser Aufwendungen als Versicherungsleistung.

Bereits nach wenigen Tagen wurde eine Vorschusszahlung in Höhe von 30.000 Euro getätigt; nach Überprüfung der gesamten projektbezogenen Aufwendungen erfolgte die Zahlung des Schlussbetrags von rund 20.000 Euro.

Eigenschaden Medien-Branche: Kosten für fehlerhaften Druck

25.000 Euro Schadensersatz für den falschen Druck von Bildern entstand einer Medienagentur, die die Produktion einer Mitarbeiterzeitung mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren als Full-Service-Auftrag (Layout, Bildbearbeitung, Druckvorstufe und Druck) übernommen hatte.

Nach Fertigstellung des Layouts übermittelte die Agentur die Druckdaten an ihre Druckerei. Was keiner bemerkte: die Farben der Bilder auf den PC-Monitoren und dem Ausdruck wurden unterschiedlich wiedergegeben. Zudem wurde ein ursprünglich als Querformat angelegtes Landschaftsbild versehentlich im Hochformat verwandt, so dass es beim Falzen der Zeitung im oberen Abschnitt nur als graue Fläche dargestellt wurde.

Der Kunde verlangte daraufhin den kostenlosen Neudruck und die erneute Auslieferung der Zeitung. Die Schadensumme belief sich auf 25.000 Euro.

Zum Glück hatte die Medienagentur eine spezielle Media-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese hatte auch vergebliche Aufwendungen aus Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträgen mitversichert, die die Medienagentur für seine Kunden im eigenem Namen an Dritte (z.B. Druckereien) erteilt.

So musste die Medienagentur lediglich die im Versicherungsvertrag vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen – den Rest des Schadens übernahm die Versicherung.

Hinweis zur Abgrenzung zwischen Haftpflichtschaden und Eigenschaden:

  • Liegt ein Fehler in der Druckvorstufe vor und wird der Druckauftrag im Namen des Kunden (Rechnungsstellung von der Druckerei direkt an den Kunden) erteilt, liegt ein Drittschaden vor. Der Kunden kann Schadenersatz verlangen.
  • Wird dagegen der Druckauftrag im Namen der Agentur (Rechnungsstellung von der Druckerei an die Medienagentur) erteilt, liegt kein Schaden eines Dritten vor. Der Kunde hat immer noch Anspruch auf eine mangelfreie Ware. Die Medienagentur hat einen Eigenschaden in Höhe der erneuten Druckkosten.

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