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Verpackungsverordnung: Eine „leidige Pflicht“, die seit ihrer Verabschiedung 2009 bei vielen Online-Händlern für die eine oder andere Sorgenfalte mehr sorgte. Doch nicht nur bei Ihnen, wie dieser Consultant schmerzhaft feststellen musste. Davor konnte ihn nicht einmal sein fachliches Know-How bewahren, weshalb er von einem Unternehmen überhaupt erst beauftragt worden war. Weil jedoch eine Frist nicht eingehalten wurde, platzte ein erhoffter Rückerstattungsanspruch. Und plötzlich standen 160.000 Euro Schadenersatz im Raum. Der Beginn einer langwierigen Auseinandersetzung, die sogar vor Gericht ausgetragen wurde…

160.000 Euro Schadenersatz: Berater-Auftrag zur Verpackungsabgabe kommt Consultant teuer zu stehen

Fehlberatung in Sachen Verpackungsabgabe?! Wegen einer verpassten Rückerstattung forderte ein Unternehmen 160.000 Euro Schadenersatz vom beauftragten externen Consultant.

Dieser Schadenfall aus dem Archiv meines Portals exali ist besonders spannend. Nicht nur, weil es um eine Summe im sechsstelligen Bereich ging, und sogar Richter über den Fall entschieden – sondern auch, weil er zeigt: Auch wer „nur berät, kann in Haftung genommen werden. Und er macht deutlich, wie wichtig es ist, dass die Consulting-Berufshaftpflicht auch die Kosten der Schadenabwehr (passiver Rechtsschutz) trägt.

Auftrag: Unternehmen will Rückerstattungsansprüche geltend machen

Ein Unternehmen – genauer gesagt ein Getränkehersteller – hatte einen Consultant damit beauftragt, ihn hinsichtlich möglicher Rückerstattungsansprüche für zu viel gezahlte Verpackungsabgaben beim Dualen System Deutschland GmbH (DSD GmbH) zu beraten.

Ein komplexes Thema, auf das sich der Consultant spezialisiert und sogar eine eigene Software zur Ermittlung der Rückerstattungsansprüche entwickelt hatte. Am Ende lag es allerdings nicht an fehlendem fachlichem Wissen, was den Stein in Richtung Auseinandersetzung ins Rollen brachte…

Erklärung Verpackungsverordnung (streng: Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen):
Die 2009 in Kraft getretene Verpackungsverordnung soll dafür sorgen, dassgegenüber privaten Endkunden nur noch Verpackungen in den Verkehr gelangen, die bei einem System der dualen Entsorgung registriert sind. (z.B. bei „Grünen Punkt“).
Der Händler kann also nicht mehr selbst entscheiden, ob er die Verpackung selbst entsorgen will. Er muss entweder die Verpackungsmaterialien selbst lizenzieren (lassen) oder Produkte von Herstellern bzw. Großhändlern verwenden, die ihrerseits lizenziert wurden.
Ausführliche Infos gibt es übrigens in diesem FAQ zum Thema Verpackungsverordnung.

Verjährungsfalle schnappt zu

Tatsächlich war es eine „lapidare“ Frist, die das gute Verhältnis zwischen Auftraggeber und Consultant abrupt beendete: Obwohl der Getränkehersteller den Consultant erst kurz vor Jahresende beauftragt hatte, konnte der Berater noch rechtzeitig einen Rückerstattungsanspruch ermitteln und dem Unternehmen eine entsprechende Empfehlung vorlegen.

Darin wies der Consultant zudem explizit auf mögliche Probleme mit Verjährungen hin. Ungeachtet dessen reichte der Getränkehersteller die notwenigen Unterlagen später ein. Zu spät, wie sich herausstellte: Mit Verweis auf die Verjährung der Ansprüche wurde die Rückerstattung der Gebühren in Höhe von rund 160.000Euro abgelehnt.

Ein massiver Schaden, für den der Getränkehersteller den beauftragten externen Consultant in Haftung nahm.

Fehberatung?! Kunde macht Consultant für Schaden verantwortlich

„Warum in aller Welt das denn?! Das ist doch nicht möglich“, wird sicherlich der Eine von Euch den Kopf schütteln. Schließlich war es ja der Getränkehersteller, der – trotz Hinweis seitens des Consultants – den Antrag zu spät abgegeben hatte.

Eine Ansicht, die auch der externe Berater und der Versicherer, bei dem er eine spezielle Consulting-Berufshaftpflicht abgeschlossen hatte, einstimmig vertraten. Vor allem, weil der Getränkehersteller als eines der etwas größeren Unternehmen sogar über eine eigene Rechtsabteilung verfügte. Spätestens sie hätte aus deren Sichtweise auf den Verjährungs-Hinweis im Bericht des Consultants entsprechend reagieren müssen.

Der Getränkehersteller hielt jedoch an seiner Argumentation fest: Der Consultant müsse für den Schaden aufkommen. Er hätte ihn, was die Verjährung angeht, unzureichend aufgeklärt.

Gericht bestätigt die Fehlberatung

Fakt ist: Klärt ein Consultant über wichtige Fristen unzureichend auf, fällt das – salopp formuliert – unter die Rubrik „Falschberatung“ und er kann dafür in Haftung genommen werden.

Ähnlich sah das auch das Gericht, wo die rechtliche Auseinandersetzung schließlich landete: Es urteilte pro Unternehmen – und bestätigte damit den Schadenersatzanspruch des Getränkeherstellers und damit die „Fehlberatung“ seitens des Consultants.

Consulting-Berufshaftpflicht: Rechtsschutz und Kostenübernahme im Schadenfall

Und damit sind wir beim Stichwort „ passiver Rechtsschutz“ der Consulting-Berufshaftplicht.

Ich muss ehrlich sagen: Mit einer Anspruchsforderung von 160.000 Euro und sogar einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist der beschriebene Schaden einer der Fälle, die mir gut im Gedächtnis geblieben sind. Zumal sein Beispiel zeigt, warum der „Passive Rechtsschutz“ der Consulting-Berufshaftpflicht so wichtig ist.

„Passiver Rechtsschutz“ bedeutet: Im Zusammenhang mit dem Schadenfall trägt der Consulting-Haftpflichtversicherer nicht nur die Kosten für den Schadenersatz (und ich glaube, es bedarf keiner Diskussion darüber, dass 160.000 Euro das berufliche Rückgrat brechen können). Er übernimmt auch die Kosten für die Schadenabwehr – und damit die Rechtsverteidigungskosten (z.B. Anwalts-, Gutachter- Sachverständigen- und Gerichtskosten).

Abgesehen davon, dass solche (gerichtlichen) bzw. langwierigen Auseinandersetzung eine ganze Stange Geld kosten: Auch dem fachlichen Know-How des Versicherer, der Unterstützung und dem „Beistand“ kommen eine große Rolle zu.

Tipp: Daher solltet Ihr bei der Auswahl eines geeigneten Berufshaftpflicht-Versicherers (nicht nur) auf den Preis schauen, sondern auch auf das nötige Branchen-Know-How. Dazu gehören ein Expertennetzwerk von Fachanwälten und Kanzleien (national und international) genauso wie Gutachter und Sachverständige. In der Regel seid Ihr daher bei Spezialversicherern (im Zweifelsfall bei einem, der international aufgestellt ist) besser aufgehoben, als bei „Generalisten“.

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