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Seine Fotos erschütterten die Welt, nun sorgen sie für ein Beben in der Debatte um das Urheberrecht: Der bekannte Fotograf Daniel Morel verklagt die Nachrichtenagentur AFP (Agence France Presse) auf 120 Millionen Dollar Entschädigung. Sie hatte Bilder, die er auf Twitter gepostet hatte, ungefragt weiterverbreitet – ohne ihn daran in irgendeiner Weise finanziell zu beteiligen. Seit zwei Jahren dauert der Rechtsstreit um die Fotos von der Erdbebenkatastrophe auf Haiti, der in einem Grundsatzurteil enden könnte. Denn dabei geht es auch um die Frage, wie Agenturen in Zukunft mit Bildern aus sozialen Netzwerken umgehen dürfen.

Ihm geht es ums Prinzip: Fotograf Daniel Morel verklagt die Nachrichtenagentur AFP auf 120 Millionen Dollar Entschädigung. Sie hatte Bilder, die er auf Twitter gepostet hatte, ungefragt weiterverbreitet – ohne ihn daran auch nur in irgendeiner Weise finanziell zu beteiligen.

Ihm geht es ums Prinzip: Fotograf Daniel Morel verklagt die Nachrichtenagentur AFP auf 120 Millionen Dollar Entschädigung. Sie hatte Bilder, die er auf Twitter gepostet hatte, ungefragt weiterverbreitet – ohne ihn auch nur in irgendeiner Weise finanziell zu beteiligen.

Der „Bilderklau“ der Nachrichtenagentur und die Forderung des geschädigten Fotografen nach 120 Millionen Dollar Entschädigung für die Verletzung seiner Urheberrechte: mein Fundstück der Woche.

Fotos von Twitter in den AFP Bild-Pool übernommen

Die ganze Geschichte von vorne: Als der Inselstaat Haiti Anfang 2010 von einer furchtbaren Erdbenkatastrophe erschüttert wurde, gingen die Bilder von Fotograf Daniel Morel um die Welt. Vor Ort fing er mit seiner Kamera das Leiden und Elend der Menschen ein – für eines der Bilder wurde er später sogar mit dem zweiten Preis der World Press Photo Awards ausgezeichnet. (Vielleicht habt ihr es schon einmal gesehen: Es zeigt eine völlig staubverschmierte Frau mit erschöpftem Gesichtsausdruck, die von Helfern aus den Trümmern gezerrt wird).

Noch am Morgen der schrecklichen Katastrophe postete Morel 17 seiner Bilder auf Twitter, wie das „British Journal of Photography“ berichtet. Und dann passierte, was in sozialen Netzwerken eben so üblich ist: Ein anderer Nutzer verbreitete sie weiter – ohne dass in diesem Retweet die ursprüngliche Urheberquelle noch ersichtlich war.

Auf genau diesem Profil des anderen Nutzers entdeckte ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP die beeindruckenden Bilder und übernahm sie kurzerhand in den hauseigenen Foto-Pool. Das sorgte dafür, dass die Bilder nun auch über Feeds den „ganz großen“ Agenturen wie Getty Images (aber auch Wapix und ImageForum) zugespielt und über sie weiterverbreitet wurden.

Urheberrechtsverletzung: Bilder weiterverbreitet ohne Gewinnbeteiligung

Insgesamt sollen so allein über Ghetty Images 820 Bilder an Kunden weiterverkauft worden sein. Unter anderem nutzten auch die Sender CNN, ABC und CBS die Fotos. Und das alles, ohne dass auch nur ein einziger Cent an Morel ging, den eigentlichen Urheber der Bilder. Sogar die Quellenangabe war anfangs fehlerhaft.

Für den Fotografen ist dieser Umgang mit seinen Bildern eine Verletzung seiner Urheberrechte, die er so nicht auf sich sitzen lassen will. Ihm geht es ums Prinzip: Seit knapp zwei Jahren klagen seine Anwälte nun auf 120 Millionen Dollar Entschädigung. Der „Bilderklau“ der Nachrichtenagentur AFP ist zum Präzedenzfall geworden, mit dem sich nun auch die amerikanischen Richter beschäftigen müssen.

AFP: Massenabmahnungen gegen Blogger

Und noch etwas macht die Sache besonders pikant, wie viele in der Szene finden: Denn genau die Nachrichtenagentur, der nun selbst massiver „Bilderklau“ vorgeworfen wird, hat sich in der Vergangenheit mit diversen Aktionen einen berüchtigten Namen gemacht, besonders hart gegen Nutzer von nicht lizenziertem Material vorzugehen.

So hagelte es seitens AFP bereits massenweise Abmahnungen an Blogger, die Bilder oder Texte ohne Lizenz verwendet hatten.

Richterliche Entscheidung: Auswirkungen auf Agenturen

Ob der Rechtsstreit in einem Grundsatzurteil mündet – das steht momentan noch in den Sternen. Ganz eindeutig sei die Situation nicht, so argumentiert zumindest die Verteidigung.

In den Nutzungsbedingungen von Twitter ist eindeutig festgelegt: Wer als Urheber Material (und damit auch Bilder) auf der Plattform hoch lädt, ist damit einverstanden, dass dieses Material an Dritte weitergegeben und lizenziert wird.

Twitter schreibt dazu u.a.:„Diese Lizenz autorisiert uns dazu, Deine Tweets dem Rest der Welt verfügbar zu machen und andere das selbe tun zu lassen“.

Ein Punkt, der das Warten auf die richterliche Entscheidung wohl noch spannender macht. Denn der Streit gibt nicht nur der Diskussion rund um „Kostenloskultur vs. Urheber“ neues Feuer – er fordert auch eine Antwort auf die Frage, wie Agenturen in Zukunft mit Bildern aus den sozialen Netzwerken umgehen dürfen. Denn die waren bislang ein preiswerter Bilder-Pool für die Presse.

Urheberrechtsverletzung: Bereits Geld geflossen

Übrigens: Laut einem Bericht von Spiegel-Online bekam Morel von anderen Medien bereits Entschädigungszahlungen. So soll er sich mit ABC, CBS und CNN außergerichtlich geeinigt haben – zuletzt vergangene Woche mit CNN. Welche Summen dabei flossen, ist nicht öffentlich bekannt.

Weiterführende Informationen

3 Antworten auf “Bilderklau auf Twitter: Fotograf verklagt Nachrichtenagentur AFP auf 120 Millionen Dollar”

  1. Hendrik sagt:

    Spannender Fall – bin gespannt auf das Urteil. Wenn die Presseagenturen abmahnen dürfen, warum sollte der Fotograf nicht entsprechend an den Erlösen der Bilder beteiligt werden. Schon richtig, was Morel da macht.

  2. Mir ist leider nicht klar, wie er auf die Summe der 120 Millionrn kommt. Immerhin sollte es sich dabei um das Vielfache dessen handeln, was er mit ordentlicher Lizenzierung verdient hätte.

  3. Wie genau die Anwälte den Schaden berechnet haben, um auf diese Summe zu kommen, weiß ich nicht. Im Grunde genommen geht es aber bei den geforderten 120 Millionen Dollar auch darum, ein Grundsatzurteil zu erreichen. Und: Wie so oft bei Rechtsstreitigkeiten in den USA, scheint es sich eben auch hierbei um unvorstellbar hohe Summen zu drehen.

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