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Das Grundgesetz für das Internet

Im Internet kommen Freiheits- und Grundrechte oft zu kurz. Cybermobbing, Monopolbildung im Onlinehandel oder staatliche Zensur sind oft bittere Realität. Zudem haben viele Menschen überhaupt keine Möglichkeit online zu gehen, um freien Zugang zu  Informationen zu erhalten. Um das zu ändern, braucht das Netz die Hilfe von euch als Unternehmer und User. Was ihr für ein freies Internet tun könnt, erfahrt ihr jetzt…

Mit dem Contract for the Web  soll das freie Internet zum Grundrecht werden. Dazu können Unternehmer und User beitragen…

Mit dem Contract for the Web soll das freie Internet zum Grundrecht werden. Dazu können Unternehmer und User beitragen…

… und zwar anhand dieser neun Prinzipien, die im Contract for the Web stehen.

Das ist der Contract for the Web:

Tim Berners-Lee ist der Erfinder des HTML und war einer der Gründerväter des Internets. Er erstellte die erste Website der Welt, info.cern.ch, die erklärte, wie man die ersten Schritte im www geht. Und auch sein neustes Projekt, der Contract for the Web, hat wieder einen Bildungsauftrag. Diesmal geht es darum, das Internet wieder zu dem  freien und sicheren Ort zu machen als der er ursprünglich  gedacht war. Bei der Gestaltung des Vertrages orientierte er sich an den Menschenrechten, die im Netz ebenso nachhaltig durchgesetzt werden sollen wie offline. Berners-Lee verspricht sich davon eine schier unerschöpfliche Quelle an Informationen und Unterstützung, auf die jedermann zu jeder Zeit zugreifen können soll.

3×3 Prinzipien für das World Wide Web

Der Weg ins goldene Internetzeitalter führt dabei über Unternehmer, User und Regierungen. Jeder Gruppe sind dabei drei Prinzipien zugeordnet:

3 Prinzipien für Unternehmen

Ich beginne mal mit uns Unternehmern: Wir gestalten das öffentliche Leben und auch das Internet jeden Tag mit. Als Arbeitgeber und Teil der Wirtschaft haben unsere Entscheidungen direkte Auswirkungen auf alle. Deswegen setzt Tim Berners-Lee mit drei weiteren Prinzipien direkt bei den Unternehmen  an:

Prinzip 1: Das Internet muss bezahlbar und jedem zugänglich sein

Systematisch benachteiligte Gruppen wie ethnische Minderheiten, Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und andere sollen gezielt Unterstützung erhalten, um an der Gestaltung des Internets mitwirken zu können. Was ihr tun könnt: Macht eure Unternehmenssoftware barrierefrei und schult eure Mitarbeiter gezielt in Sachen IT.

Prinzip 2: Unternehmen sind dem Datenschutz verpflichtet

Nicht nur die Regierungen, auch Unternehmer sind beim Thema Datenschutz gefragt. Haltet die Datenschutzgesetze (DSGVO) ein und sorgt dafür, dass eure Kunden stets die Kontrolle über die eigenen Daten haben. Klärt umfassend darüber auf, welche Daten ihr speichert und verarbeitet und macht es den Kunden einfach, die Daten auch wieder zu löschen. Wer zum Beispiel Problemen mit der eigenen Datenschutzerklärung vorbeugen möchte, kann das Tool Avalex verwenden.

Prinzip 3: Entwickelt Technologien, die das Beste im Menschen fördern und das Schlechteste benachteiligen

Übernehmt Verantwortung für euer Business und unterstützt die Einhaltung der Menschenrechte. Führt Maßnahmen ein, die die Gleichberechtigung und Bildung eurer Mitarbeiter fördern und klärt auch über die Risiken auf, die eure Technologien, eure Onlinekommunikation und der Umgang miteinander bringen können. Arbeitet außerdem an Gemeinschaftsprojekten mit anderen Unternehmern und nutzt Open-Source-Technologien für eine offene Wissens-, Wissenschafts- und Kommunikationskultur.

3 Prinzipien für User

Auch als Selbständiger, Freelancer oder Unternehmen seid ihr immer auch User im Netz. Auch als solcher könnt ihr einiges zur Befreiung des Internets beitragen.

Prinzip 4: Seid kreativ und arbeitet zusammen

Macht das Internet zu einem Ort voller kostenloser aber wertvoller Inhalte. Teilt wichtige Informationen und nutzt Open License Produkte. Denkt an lokale Minderheiten und übersetzt zum Beispiel Inhalte für Menschen, die nur regionale Dialekte sprechen oder schafft Content, der sich explizit an Randgruppen richtet.

Prinzip 5: Formt starke Gemeinschaften, die den offenen Austausch und die Menschenwürde respektieren

Schließt euch zusammen und schafft ein sicheres Klima, online wie offline. Nehmt euch gute Ratschläge zu Herzen und bringt auch euren Kindern bei, wie man sich im Internet respektvoll verhält. Teilt verstärkt die Nachrichten systematisch unterdrückter Gruppen und steht ihnen zur Seite, wenn ihnen Unrecht geschieht. 

Prinzip 6: Kämpft für euer Internet

Dieses Prinzip fasst eigentlich alle anderen zusammen und ist der generelle Aufruf, selbst zum Kämpfer für das freie Internet zu werden. Sprecht zum Beispiel offen an, wenn ihr das Gefühl habt, dass das freie Internet bedroht wird, ganz egal ob es sich um Kollegen, einen Geschäftspartner oder die Regierung handelt, die sich einmischt. Unterstützt Start-ups und Technologien, die sich für ein frei zugängliches Netz einsetzen, werdet auch politisch aktiv und bezieht Stellung, wenn es um wichtige Themen wie Netzneutralität und Datenschutz geht.

3 Prinzipien für Regierungen

Beim Thema Regierungen und Internet denken wohl viele an die restriktive Informationspolitik Chinas oder an Länder der Dritten Welt, aber auch vor unserer Haustüre gibt es noch einiges aufzuholen, wie die Forderungen des Vertrages zeigen:

Prinzip 7: Respektiert die grundlegenden Datenschutzrechte

Dazu gehört neben einer generellen Sparsamkeit, was das Sammeln von Daten betrifft, in Europa natürlich auch die Einhaltung der DSGVO und anderer datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Dass es hier immer wieder zu Verstößen kommt, auch von staatlicher Seite, ist kein Geheimnis. Deswegen sind alle Regierungen aufgefordert, Gesetze zu erlassen, die sich mit dem Thema Datenschutz befassen und auch zu kontrollieren, dass diese eingehalten werden.

Prinzip 8: Das Internet muss immer verfügbar sein

Das bedeutet, dass die Regierung zu keiner Zeit den Zugang zum Internet verweigern darf. Dazu gehört auch, den Zugang niemals zu beschränken. In anderen Worten: Die User müssen sich darauf verlassen können, dass sie immer auf das Web zugreifen können. Zudem müssen Regierungen schon beim Netzausbau darauf achten, keinen Telekommunikationsanbieter zu bevorzugen, da ansonsten die gesamte Gewalt über das Netz in den Händen eines Unternehmens liegen könnte.  

Prinzip 9: Jeder muss Zugang zum Internet erhalten

Weder ein abgeschiedener Wohnort, noch Diskriminierung darf eine Rolle spielen, wenn es um den Zugang zum Internet geht. Das Web soll eine freie, öffentliche Plattform für alle sein. Genau deswegen darf es auch keinerlei Hürden beim Zugang zum Netz geben. Laut Vertrag sollen bis 2030 zumindest 90 Prozent aller Bürger über Breitbandinternet verfügen. Bis 2025 sollen mindestens 70 Prozent  aller Jugendlichen und Erwachsenen im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologie geschult sein.

 

Fazit: Diese neun Prinzipien sind natürlich lange nicht so verbindlich wie eine Magna Carta, die Bill of Rights oder unser Grundgesetz, aber auf jeden Fall ein Schritt in Richtung sicheres und freies Internet für alle. Bei bislang mehr als 600 Unterstützern bleibt zu hoffen, dass das Projekt in Zukunft hohe Wellen schlagen wird.  

 

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