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„Sag‘ mal Spaghettiiiiiiiii!“ Fotografen versuchen die Menschen mit solchen Sätzen aus der Reserve zu locken und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Dann frech in die Linse grinsen, „Klick“ und blitzschnell fängt der digitale Kasten des Fotografen das hoffentlich perfekte Bild ein. Oh, was für ein tolles Bild – das ist genau das richtige für Facebook, oder?! Einem gut informierten Fotografen läuft es jetzt eiskalt den Rücken herunter, denn was der Kunde da so unbedarft vorhat, könnte seine Urheberrechte verletzen.

Urheberrechte des Fotografen – sein gutes Recht und dessen Grenzen

Dem Fotografen als Urheber stehen allerhand Rechte zu. Um diese allerdings im Alltag erkennen und schützen zu können, muss er sie erstmal kennen. Damit das für euch künftig kein Problem mehr ist, habe ich heute eine Expertin an meiner Blog-Seite 😉 Rechtsanwältin Marie Slowioczek weiß, welche Rechte der Fotograf hat und welche Eingriffe er tatsächlich dulden muss.

Das Recht am schönen Bildmaterial

Haben Sie schon einmal auf den Auslöser einer Kamera gedrückt? Herzlichen Glückwunsch, dann sind auch Sie Urheber einer Fotografie und als solcher Inhaber verschiedener Urheberrechte. Während der Hobbyfotograf diese Rechte aber häufig eher unbeachtet lässt, stellen sie für den Berufsfotografen die Sicherung seiner Einkommensquelle dar. Dabei schützt das Urheberrecht nicht nur die künstlerischen Fotografien als sogenannte Lichtbildwerke, sondern auch die eher profanere Gebrauchsfotografie als sogenannte Lichtbilder in beinahe gleichem Maße. Das heißt, auch das Sonnenuntergangsbild aus Fuerteventura ist urheberrechtlich geschützt. Genauso wie das Selfie vom letzten Abend mit Freunden.

Urheberpersönlichkeitsrechte: Grundrechte des Urhebers

Die Rechte des Urhebers lassen sich in zwei Arten unterscheiden. Es gibt zum einen die Urheberpersönlichkeitsrechte. Dies sind unveräußerliche Rechte, die nur dem Urheber zustehen und seine ganz persönlichen Rechte als Kunstschaffenden schützen. So kann z.B. nur der Urheber darüber entscheiden, wann seine Fotografie erstmalig veröffentlicht wird. Diese Rechte sind nicht übertragbar und können auch nur vom Urheber durchgesetzt werden.

Verwertungsrechte: Nur der Urheber darf die Fotos verwerten

Für viele Berufsfotografen ist jedoch die zweite Art der Rechte wichtiger, da diese den finanziellen Gehalt des Werkes, also der Fotografie, abbilden. Bei dieser Gruppe spricht man von den Verwertungsrechten des Urhebers. Diese Rechte sprechen dem Urheber der Fotografie das alleinige Recht zu, die Fotos auf die verschiedenste Art zu verwerten. Nur der Urheber darf beispielsweise Kopien des Fotos anfertigen – das gilt sowohl für analoge Abzüge als auch digitale „Rechts-Klick-Speichern-unter“-Vervielfältigungen, wie sie im Internet häufig an der Tagesordnung sind. Es ist auch nur dem Fotografen gestattet, sein Bild beispielsweise bei Facebook hochzuladen oder in einem Werbekatalog abzudrucken.

Diese exklusiven Rechte können sich Fotografen aber abkaufen lassen. Sie räumen also einem Dritten gegen Zahlung einer Gebühr die Möglichkeit ein, das Foto auf eine bestimmte Art in einem bestimmten Umfang nutzen zu dürfen. Üblicherweise spricht man von einer Lizenz, die an dem Foto erteilt wurde. Benutzt jemand ein Foto, ohne vorher eine Lizenz erworben zu haben, verletzt er die Verwertungsrechte des Urhebers und macht sich unterlassungs- und schadensersatzpflichtig.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel!

Es gibt allerdings auch Ausnahmen von dieser Regel. Das Urheberrecht sieht verschiedene Einschränkungen der absoluten Rechte des Urhebers vor. Zum Beispiel können Fotografien im Rahmen der Privatkopie auch ohne Lizenz vervielfältigt werden. Im privaten Rahmen dürfte ich also z.B. einen Cartier-Bresson abfotografieren und mir eine Abzug an die Wand hängen. Wichtig ist, dass die Kopie keinem Erwerbszweck dienen darf und auch nicht veröffentlicht wird. Das Foto hätte also z.B. auf Facebook nichts zu suchen.

Ebenso dürfen Fotografien von der Presse benutzt werden, sofern sie im Verlauf eines besonderen Ereignisses sichtbar werden, wenn gerade über dieses Ereignis berichtet werden soll. Der Bericht in der Lokalpresse über die Eröffnung einer Fotoausstellung darf also auch ohne Lizenz gezeigt werden, selbst wenn man die ausgestellten Fotografien sieht und sie dadurch strenggenommen kopiert werden.

Außerdem gibt es Privilegien für Schulen und den Unterrichtsgebrauch, ausschließlich kurzzeitige Vervielfältigungshandlungen, Zitierungen, Forschung und einige mehr. Man darf allerdings dabei nicht vergessen, dass die Ausnahmen nur in einem engen Rahmen gelten, schließlich wird dadurch die Haupteinnahmequelle des Fotografen beschnitten.

Ein Fazit: Klein, aber fein

Es ist deshalb sowohl für den Fotografen als auch für den Fotoverwender sehr wichtig zu wissen, wo die Urheberrechte des Fotografen anfangen und wo sie enden, damit Urheberrechtsverletzungen entweder gut erkannt oder von vornherein vermieden werden können.

Noch ein heißer Ralph-Günther-Tipp

Vielen Dank Marie Slowioczek für diesen tollen und informativen Beitrag! Wollt ihr noch mehr zum Thema Fotorecht erfahren? Dann kann ich euch das kostenlose Webinar „Urheberrechte des Fotografen – mein gutes Recht und seine Grenzen“ meiner Gastautorin nur wärmstens empfehlen. Los geht’s am Mittwoch, 07.10.2015, um 19:00 Uhr. Aber aufgepasst: Die Plätze sind rar! Deshalb lieber gleich anmelden, sonst gibt’s verweinte Gesichter statt viele Infos und ein perfekt strahlendes Kameralächeln 😉

Über meine Gastautorin:

Marie Slowioczek ist Rechtsanwältin und hat schwerpunktmäßig mit Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes wie Marken- und Urheberrecht aber auch dem Wettbewerbsrecht zu tun. Aber auch privat bleiben ihr als ambitionierter Hobbyfotografin und Moderatorin eines Onlinefotoforums die alltäglichen und speziellen Probleme des Rechts in und an der Fotografie nicht verborgen. Seit Anfang 2014 ist sie bei HÄRTING Rechtsanwälte tätig, einer Berliner Kanzlei, die seit 1996 Mandanten hauptsächlich aus dem Bereich IT und IP in allen wirtschaftlich relevanten Fragen berät.“

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