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O`lala, über diesen Fail dürfte sich der eine oder andere Shopping-Wütige kürzlich gefreut haben: Auf dem französischen Online-Versandportal 3Suisses gab es plötzlich das komplette Sortiment 50 Prozent reduziert. So war das allerdings nicht gewollt: Eigentlich sollten nur bestimmte Produkte für bestimmte Kunden reduziert werden – und das auch nur mit einem Rabatt von 20 Prozent. Schuld daran war ein Software-Fehler, der sich im Programm eingeschlichen hatte…

Der „Preisdumping-Unfall“ auf dem Versandportal zeigt, welche unangenehmen Folgen ein kleiner technischer Fehler haben kann. Diesen Fall möchte ich mit Euch um die Ecke denken: Was wäre, wenn Ihr als Dienstleister für einen Kunden den Webshop macht – und solch ein Fail passiert?!

Soziale Netzwerke: Schnäppchenjäger „stürmen“ Versandportal

50 Rabatt, auf das gesamte Sortiment – und das sogar auf Teile, die im Normalfall nie reduziert werden: Blitzschnell verbreitete sich diese Nachricht über 3Suisses unter Schnäppchenjägern in den sozialen Netzwerken. Und auf dem Online-Versandportal schossen die Bestellmengen in die Höhe.

Allerdings: Dass es plötzlich das gesamte Sortiment zum halben Preis gibt, war so nicht gewollt und kalkuliert – sondern auf einen Software-Fehler im Programm zurückzuführen.

Pech für die kaufwütigen Kunden. Weil es sich um einen technischen Fehler handelte, wurden die Bestellungen nicht angenommen…

Software-Fehler: Imageschaden und Gewinn- sowie Umsatzausfall beim Kunden

Ein Fail, wie es jedem x-beliebigen e-Commerce-Portal passieren kann. Und nun stellt Euch vor, Ihr seid der freiberufliche Dienstleister, der für seinen Kunden den Webshop betreut – und dem dieser Fehler passiert.

Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass der Betreiber des Webshops darüber nicht begeistert sein wird: Weil alle Bestellungen storniert werden müssen, erleidet er erheblichen Schaden durch Gewinn- und Umsatzausfall.

Und um den Faden noch weiter zu spinnen: Als ob das nicht genug wäre, starten die enttäuschten Schnäppchenjäger im Social Web einen Shitstorm – nun leidet auch noch das Image des Webshops.

Wer ist nun verantwortlich – und wer haftet für den Schaden? Der Betreiber des Webshops macht sich auf die Suche nach einem Schuldigen und landet Schnurtracks bei Euch, seinem Dienstleister.

Freiberufler kann von e-Commerce-Portal in Haftung genommen werden

Damit ist er genau bei dem Richtigen gelandet: Denn jeder Freiberufler und Selbständige (egal in welcher Branche er tätig ist) ist allgemein gesetzlich dazu verpflichtet, für einen Schaden zu haften, den er einem Dritten zugefügt hat.

Vor allem bei Vermögensschäden, bei denen einem Dritten ein finanzieller Nachteil zugefügt wird, kann das teuer werden – wie bei Rechtsverletzungen, Datenverlust, der Weitergabe virenbehafteter Dateien, fehlerhafter Beratung, Überschreitung von Deadlines – oder eben Ausfällen oder Programmierfehlern im Webshop eines Kunden.

Um zurück zum Beispiel zu kommen: Der Onlineshop-Betreiber könnte Euch als Dienstleister für seinen Gewinn- und Umsatzausfall also finanziell in Haftung nehmen.

Und nicht nur dafür: Auch alle Gegenmaßnahmen, die zum Beispiel wegen des erlittenen Imageschadens in die Wege geleitet werden müssen (z.B. eine Werbekampagne oder Kosten für einen PR-Beraters zur Krisenkommunikation) könnte er Euch in Rechnung stellen. Und, und, und…

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung deckt finanzielle Einbußen

Das Beispiel zeigt, wie schnell kleine Fehler großen finanziellen Schaden nach sich ziehen können – und auch, wie wichtig eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung in einem derartigen Fall ist.

Die Vermögensschadenhaftpflicht übernimmt den Schadenersatz durch die beschriebenen finanziellen Einbußen und Mehrkosten des Shop-Betreibers.

Eine reine Betriebshaftpflichtversicherung, die auf die Absicherung von Personen- und Sachschäden ausgerichtet ist, würde jedoch zu kurz greifen. Wie bereits beschrieben, kommt es durch Programmierfehler – insbesondere im Bereich e-Commerce – häufig zu finanziellen Nachteilen des Kunden. Dabei handelt es sich versicherungstechnisch um Vermögensschäden bzw. reine Vermögensschäden. Für eine bedarfsgerechte Absicherung benötigt man daher eine spezielle Vermögensschadenhaftpflicht.

Mein Tipp: Freiberufler, die Webshops von Kunden betreuen und dafür mit ihren Kunden vertragliche Vereinbarungen treffen, sollten darauf achten, dass ihre Vermögensschadenhaftpflichtversicherung neben Ansprüchen auf Basis der gesetzlichen Haftung auch bestimmte Bereiche der vertraglichen Haftung mitversichert.

Ansonsten könnte es unter Umständen passieren, dass Schadenersatzansprüche aufgrund von Verstößen gegen vertragliche Leistungszusagen wie Service Level Agreements, nicht vom Versicherungsschutz der Vermögensschadenhaftpflicht umfasst sind.
Mehr zu diesem Thema auch in den weiterführenden Links.

Weiterführende Informationen

Eine Antwort auf “Plötzlich ist alles im Online-Shop zur Hälfte reduziert: Wenn der Freiberufler für Software-Fehler haftet”

  1. Sören Mauke sagt:

    Toller Beitrag. Es ist eigentlich ein interessantes Thema und ein wenig was darüber zu wissen kann ja nicht schaden. 😉

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