Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

Zum Versicherungsportal

exali.de - Mein Business bestens versichert

RSS

RSS

Networking

Follow exali on Twitter  

Meta

Diese Seite wird überprüft von der Initiative-S

Ein Text ohne Bild ist wie Nudeln ohne Soße –zwar ganz nett, aber eben nicht allzu ansprechend. Wer im Netz geklickt (und gelesen) werden will, kommt um das Einbinden von Fotos nicht herum. Jeder, der mit seinem Business im Web vertreten ist, steht deshalb irgendwann vor der entscheidenden Frage: Darf ich das Bild überhaupt verwenden? Immer wieder landen Fälle auf meinem Schreibtisch bei denen ein unrechtmäßig verwendetes Bild zu Abmahnungen und Schadenersatzforderungen geführt hat. Damit das nicht passiert, braucht es rechtliches Expertenwissen. Rechtsanwalt Dennis Tölle hat davon reichlich und kann es zusätzlich auch gut vermitteln. Er ist Mitautor des Buches „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“ und Gründer sowie Redakteur des Magazins rechtambild.de.

Reizthema Bildrechte: Schnell drohen Abmahnungen und Urheberrechtsklagen. Rechtsexperte Dennis Tölle beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Bild.

Dennis Tölle, Rechtsanwalt und Buchautor von „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“, beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen für Freelancer und Blogger rund um Bildrechte.

Da ich bei meiner Arbeit immer wieder über Fälle stolpere, bei denen aus Unwissenheit teure Fehler passieren, habe ich den Juristen kurzerhand zum Exklusiv-Interview gebeten. Meine fünf Fragen an Dennis Tölle…

Freelancer oder auch Blogger gestalten häufig ihren Internetauftritt selbst. Was muss denn grundlegend bei der Bildnutzung (sei es online oder auch im analogen Druck) beachtet werden, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein?

Auf der sicheren Seite ist man regelmäßig dann, wenn man sich vor der Nutzung fremder Bilder um ausreichend umfangreiche Nutzungsrechte kümmert. Lasse ich beispielsweise Bilder von einem Fotografen anfertigen, sollte ich mich um eine Lizenzvereinbarung mit dem Fotografen kümmern, die alle meine gewünschten Nutzungen abdeckt. Kaufe ich Bilder z. B. bei einer Stockagentur ein, habe ich regelmäßig verschiedene Lizenzmodelle zur Auswahl.

Hier sollte ich genau prüfen, welche Nutzungen von den jeweiligen Vereinbarungen gedeckt sind. Aktuell gibt es hierbei häufig Irritationen bzgl. der Nutzung von Bilder in sozialen Netzwerken. Zum Teil ist dies nicht von allen Lizenzmodellen gedeckt.

Nun gibt es Portale, die ihre Bilder im Web günstig anbieten, sogenannte Stock Images. Damit müsste doch alles klar sein, schließlich bezahlt man ja für die Nutzung der Bilder. Oder?

Dieser Gedanke ist weit verbreitet, aber so pauschal falsch. Tatsächlich erwirbt man mit dem Einkauf von Bildern bei Stockagenturen regelmäßig Nutzungsrechte. Ob diese allerdings für die geplante Nutzung ausreichend sind, ist vor jedem Kauf zu prüfen.

Hierbei sollte man sich die unterschiedlichen angebotenen Lizenzmodelle genau anschauen. Nur wenn alle Nutzungsarten von der Lizenz umfasst sind, ist man auf der sicheren Seite. Je umfangreicher die geplante Nutzung ist, desto teurer wird zumeist auch die Lizenzgebühr.

Na gut, aber wenn einfach selbst die Kamera gezückt wird, kann dem Freelancer/Blogger doch nichts passieren richtig? Immerhin hat er die Rechte…

Das stimmt –allerdings nur soweit keine anderen Personen auf dem Bild sind. Denn im Grundsatz darf ich die Bilder nur dann verwenden, wenn die abgebildeten Personen dem auch zugestimmt haben. Dies kann schriftlich, mündlich oder durch entsprechendes Verhalten geschehen. Am sichersten ist allerdings nur die schriftliche Variante.

Welche Konsequenzen drohen, wenn Schutzrechte von Urhebern oder Persönlichkeitsrechte verletzt werden? Und wie teuer ist das?

Das Gesetz sieht verschiedene Ansprüche vor. In der Praxis relevant sind insbesondere der Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch. Habe ich also ein Bild rechtswidrig genuzt, muss ich damit rechnen, zur zukünftigen Unterlassung, der Zahlung eines Schadensersatzbetrages sowie ggfs. zur Übernahme von Anwaltskosten verpflichtet zu werden.

Die Summe dieser Kosten variiert je nach Einzelfall stark, liegt aber nicht selten im vierstelligen Bereich.

Drehen wir den Spieß doch mal um: Wie kann man sich wehren, wenn die eigenen Bilder „geklaut“ werden?

In diesem Fall stehen mir die bereits erwähnten Ansprüche zu. Voraussetzung ist natürlich, dass ich selbst Urheber oder zumindest Inhaber ausreichender Nutzungsrecht bin. Ist dies der Fall, kann ich vom Verletzer verlangen, zukünftige Nutzungen zu unterlassen und mir einen angemessenen Schadensersatz zu zahlen.

Darüber hinaus muss der Verletzende regelmäßig die Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwalts zur Durchsetzung meiner Ansprüche übernehmen.

Übrigens: Wer nach diesem Interview noch tiefer in die Welt der Urheber-, Persönlichkeits- und Markenrechte einsteigen will, kann das mithilfe des Buchs „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“. Hier vermittelt Dennis Tölle in Zusammenarbeit mit Florian Wagenknecht auf rund 300 Seiten die wichtigsten Infos um durch das rechtliche Wirrwarr rund ums Thema Bild zu kommen.
Das praxisnahe Nachschlagewerk habe ich bereits auf meinem Blog vorgestellt: Recht am Bild: Wegweiser und Ratgeber für Fotografen, Kreative, Models & Co.

Über Dennis Tölle

Reizthema Bildrechte: Schnell drohen Abmahnungen und Urheberrechtsklagen. Rechtsexperte Dennis Tölle beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Bild.

Dennis Tölle beantwortet die wichtigsten Fragen für Freelancer und Blogger zum Thema Bildnutzung im Internet. ©Foto: gebäude.1 Fotografie – Thomas Stelzmann.

Dennis Tölle hat ist Rechtsanwalt in Bonn. Bereits in Studium und Referendariat lag sein Schwerpunkt im Bereich “Wirtschaft & Wettbewerb”. In mehreren Kölner Kanzleien sammelte er jahrelange praktische Erfahrung auf dem Gebiet des Immaterialgüterrechts und gewerblichen Rechtsschutzes. Im Jahr 2014 gründete er die Rechtsanwaltskanzlei Tölle.

Er ist darüber hinaus Gründer und Redakteur des Magazins rechtambild.de und Mitautor des Buches „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“.

Weiterführende Informationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Wenn Sie einen Kommentar abgeben, speichern wir zu den eingegebenen Daten Ihre IP-Adresse. Weitere Informationen finden sie in unserer Datenschutzerklaerung.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.