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Wo viele Rechner stehen, da lässt der Staub nicht lange auf sich warten. Beherzt griffen die Betreiber eines Rechenzentrums deshalb selbst zu Besen und Putzlappen – um Wollmäusen und Dreck den Kampf anzusagen. Doch dann passierte, womit niemand auch nur im Entferntesten gerechnet hätte: Am Ende stand statt Sauberkeit auf einmal ein Sachschaden in Höhe von 80.000 Euro im Raum… „Putzdilemma im Rechenzentrum“: Was klingt, wie ein trashiger Film-Titel, ist mir als IT-Schadenfall in meiner Berufspraxis als Versicherungsmakler tatsächlich schon begegnet.

Als die Betreiber eines Rechenzentrums ihre angemieteten Serverräume reinigen wollten, dachte wohl niemand daran, dass daraus ein Sachschaden von 80.000 Euro entsteht. Warum die IT-Versicherung auch diese Art von Schäden abdecken sollte.

Als die Betreiber eines Rechenzentrums ihre Serverräume reinigen wollten, dachte niemand an einen Sachschaden von 80.000 Euro. Warum die IT-Versicherung auch solche Schäden abdecken sollte.

Unter dem Motto „Aus der Praxis“ inspiriert, stelle ich seit einigen Wochen typische Fails aus dem IT-Bereich vor. Der Fokus liegt dabei auf der umfassenden Absicherung von Vermögensschäden. Nicht jedoch bei diesem Fall: Im sechsten Teil meiner IT-Schadenserie geht es um einen „waschechten“ Sachschaden – und warum auch diese Art von Schaden unbedingt durch die IT-Versicherung abgedeckt werden sollte.

Während der Putzaktion geht die Löschanlage los

Und so kam es zum dem Putzdilemma: Um dem Staub in den von ihnen angemieteten Serverräumen zu Leibe zu rücken, machten sich die Betreiber eines Rechenzentrums kurzerhand selbst an die Reinigungsarbeiten.

An ein kleines, aber umso wichtigeres Detail, hatten sie allerdings nicht gedacht: Zur Ausstattung der Räumlichkeiten gehört auch eine spezielle Löschanlage, die mit einem extrem teuren Edelgas befüllt ist.

Doch wie das in der Praxis so ist: Meistens steckt der (Putz)Teufel im Detail. Denn die Betreiber des Rechenzentrums hatten vergessen, die Anlage vor dem Putzen auszuschalten. Und natürlich reagierten die Sensoren der Anlage auf den aufgewirbelten Staub – und lösten sie ungewollt aus.

Putzfail verursacht Sachschaden in Höhe von 80.000 Euro

Am Ende addierte sich die misslungene Putzaktion zu einem Sachschaden in Höhe von 80.000 Euro. Ein Betrag, der sich aus den Kosten für die Reinigung und der Wiederbefüllung der teuren Löschanlage zusammensetzte. Dass wegen des Alarms zudem die Frankfurter Feuerwehr ausrücken musste (Kostenpunkt: 250 Euro), erscheint in Anbetracht dieser Schadensumme eher peinlich als teuer.

Die missglückte Reinigungsaktion macht deutlich, wie schnell in der Praxis aus einem kleinen Fail ein riesiger Schaden entstehen kann. In der IT-Branche steht häufig – wie auch der Name meines Blogs signalisiert – der Vermögensschaden im Vordergrund. Dennoch können selbstverständlich auch Sachschäden eintreten, wie dieses Beispiel eindringlich zeigt.

Fakt ist: 80.000 Euro sind kein Pappenstiel – und die Betreiber des Rechenzentrums waren froh, dass ihre IT-Versicherung (hier im speziellen eine IT-Haftpflicht) auch derartige Sachschäden mit abdeckt.

Mietsachschaden versus Eigenschaden

Versicherungstechnisch handelt ist sich bei diesem Schaden übrigens um einen sogenannten „Mietsachschaden“. Darunter werden Schäden verstanden, die ein Freiberufler, eine Agentur oder ein Unternehmen – in diesem Fall die Betreiber des Rechenzentrums – an gemieteten Gebäuden bzw. Räumlichkeiten verursacht. Es handelt sich also um Schäden, die einem Dritten (in diesem Fall dem Vermieter) zugefügt werden.

Nicht zu verwechseln sind solche Mietsachschäden mit sogenannten Eigenschäden. Um einen solchen hätte es sich gehandelt, wären die Betreiber des Rechenzentrums nicht nur Mieter, sondern Eigentümer der Räumlichkeiten gewesen. In diesem Fall wäre nicht ein Dritter, sondern der Eigentümer selbst geschädigt worden.

Diesen Schaden hätte die IT-Versicherung in Form eines Haftpflichtvertrags nicht abgedeckt. Eigentümer können sich jedoch über eine eigene Gebäudeversicherung ggf. in Verbindung mit einer Technischen Versicherung schützen.

Fazit: Eine bedarfsgerechte IT-Versicherung (IT-Haftpflicht) muss Vermögensschäden absichern – darf aber auch Sachschäden und Personenschäden nicht ausklammern. In der Regel sind Sachschäden wie z.B. die genannten Mietsachschäden über eine IT Betriebshaftpflicht als separater Vertrag (in Ergänzung zur Vermögensschadenhaftpflicht) oder als integraler Baustein in der IT-Versicherung / IT-Haftpflicht enthalten.

Mein Tipp: Manche IT-Versicherer limitieren die Versicherungssumme für Sachschäden speziell für Mietsachschäden (Versicherungstechnisch spricht man hier von Sublimiten = Unterversicherungssummen). Durch einen Brand oder übergreifenden Feuerschaden können allerdings kostspielige Schäden an Gebäuden und Räumlichkeiten sowie der technischen Infrastruktur entstehen.
Wer Facilities angemietet hat, sollte deshalb unbedingt auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme für Mietsachschäden in seiner IT-Versicherung achten.

Weiterführende Informationen

2 Antworten auf “Putzaktion mit teuren Folgen: Warum die IT-Versicherung auch Sachschäden abdecken sollte”

  1. ESL Elektro sagt:

    Guten Tag,

    ich möchte Ihnen und Ihren Lesern aus dem KMU-Bereich gerne einen Tip zum effizienten und kostengünstigen Brandschutz, für kleine und mittlere Server- und Technikräume, geben.
    Ich würde mich über einen Meinungsaustausch und Fragen freuen. Sie finden alle Informationen zu diesem Brandlöschsystem auf unserer Website unter:
    https://www.eslonline.de/Aero-X.c567a.php

    MfG
    ESL Elektro

  2. Christoph B. sagt:

    Wir haben nach Ihrem Artikel unser Brandschutzkonzept überarbeitet und sind auch auf der Seite:
    https://www.esl-online.com/Aero-X.c567a.php
    auf das interessante Löschsystem gestoßen. Die Frage die sich uns aber nun stellt, ist:
    Brauchen wir zu dem Brandlöschsystem welches wir ja freiwillig anschaffen, unbedingt eine VDS-zugelassene Brandmeldeanlage dazu oder ist eine normale Brandmeldeanlage ausreichend.
    Weiterhin hätte ich gerne gewusst, ob Ihre Versicherung die Anschaffung eines Brandlöschsystems welches wohl die Technik nicht schädigt, mit einem Beitragsbonus unterstützen würde?
    Unsere will dies nicht tun, weil unsere Versicherung diese nicht gefordert hat.

    Der Raum hat 25qm Inhalt, das Löschsystem, inkl. Montage würde ca. 3500,-€ kosten.
    Dazu käme die Brandmeldeanlage:
    ohne VDS-Zulassung mit ca. 2500,-€ also kein Billigprodukt
    und BMA mit VDS auf ca. 6000,-€.

    Würde mich über eine Antwort freuen.
    MfG Christoph B.

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