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Mit Herzblut, Elan und Freude sind sie bei der Sache: freie Journalisten. Durch ihre Flexibilität können sie sich genau die Themen und Ressorts rauspicken, die sie interessieren: Hier ein knackiger Text, dort ein treffender Schnappschuss. Mies ist allerdings der Verdienst für ihre geleistete Arbeit. Oft halten sich Zeitungsverlage nicht an die Vergütungsregeln an Tageszeitungen als Grundlage für angemessene Honorare, obwohl sie bereits seit 2010 existieren. Dies nahm ein freier Journalist zum Anlass und verklagte eine Zeitung – mit Erfolg!

Weniger ist mehr? Nicht beim Lohn freier Journalisten! Gerichte berufen sich vermehrt auf die grundlegenden Vergütungsregeln für angemessene Honorarsätze.

Freie Journalisten haben es nicht einfach! Aus Liebe zum Beruf nehmen sie oft ein nahezu beleidigendes Honorar an.

Warum hauptberuflich freien Journalisten deutlich mehr zusteht als nur Ruhm und Ehre und welche für journalistische Freelancer durchaus erfreulichen Urteile diesen Standpunkt auch vertreten, erfahrt ihr heute auf meinem Blog.

Arm, aber glücklich?

Wer frei in den Medien arbeitet, tut das oft zu äußerst niedrigen Honoraren. Doch Freelancern ist es schlicht wichtiger, ihre eigenen Ideen in die Tat umzusetzen und sich mit ihrer Kreativität selbst zu verwirklichen. Irgendwann stellen sie aber fest, dass sie vermehrt am Niedriglohn-Sektor knabbern – und das muss definitiv nicht sein. Schuld daran sind mitunter Zeitungsverleger, die trotz der bereits 2010 in Kraft getretenen „Gemeinsamen Vergütungsregeln für hauptberuflich freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen“ vergleichsweise niedrige Honorarsätze bezahlen.

Freie Journalisten begrüßen Gerichtsentscheid

Aus diesem Grund klagte ein freier Journalist bereits in 2013 beim Landgericht Mannheim (Urteil vom 02.08.2013, Az.: 7 O 308/12) gegen die Tageszeitung, für die er tätig war:

„Die dem Kläger für seine Text- und Bildbeiträge (aus) den Jahren 2009 bis 2011 zugeflossenen Honorare sind i(m) Sinne von § 32 UrhG unangemessen.“

Vielmehr hält er eine Entlohnung im Maßstab der genannten Gemeinsamen Vergütungsregeln (vgl. § 36 UrhG) für angemessen, die dem Landgericht Köln (Urteil vom 17.07.2013, Az.: 28 O 695/11) als erstem Gericht im Juli 2013 bereits als Urteils-Grundlage für angemessene Honorare dienten.

Das sah das Mannheimer Gericht genauso: Zur Freude des freien Mitarbeiters und aller journalistischer Freelancer, gaben die Richter der Klage statt. Eindeutig verwiesen sie auf die Mindesthonorar-Ansprüche, die auch für die Zeiträume „vor Inkrafttreten der Gemeinsamen Vergütungsregeln“ gelten.

Eine „Ohrfeige“ reicht Zeitungsverlag nicht aus

So weit, so gut – dachte sich wohl auch der freie Mitarbeitende. Doch der beklagte Zeitungsverlag wollte es nicht dabei bewenden lassen und versuchte sein Glück vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe (Urteil vom 12.02.2015, Az.: 6 U 115/13). Prompt fing sich der Verlag dort die zweite Klatsche ein. In der Pressemitteilung des OLG zum Thema heißt es:

„Der 6. Zivilsenat hat die Auffassung des Landgerichts Mannheim bestätigt, dass Ansprüche nicht nur für die Zeit nach dem Inkrafttreten der gemeinsamen Vergütungsregelungen, sondern auch für davor liegende Zeiträume in Betracht kommen. Die getroffenen Vergütungsregelungen begründeten Indizwirkung für die Höhe einer angemessenen Vergütung auch für solche Zeiträume, die nicht allzu weit vor dem Inkrafttreten der Regelungen liegen.“

Ein Abschluss der Sache ist dennoch nicht in Sicht, denn nun wurde die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen – unterliegt der Zeitungsverlag ein drittes Mal? Man wird sehen… Ein Update gibt’s zu gegebener Zeit natürlich hier auf meinem Blog.

Fazit: Gedanken über’s Geldverdienen macht sich wohl jeder; ganz nach dem Motto „Nimm was du kriegen kannst!“ Wenn sich keine Freiberufler mehr für unterbezahltes Schreiben hergeben, würde sich die Problematik ganz von selbst erledigen. Andere Branchen wie z.B. die IT machen es vor. Hier müssen Auftraggeber tiefer in die Tasche greifen, um an geeignete externe Experten zu kommen. Natürlich darf man aber nicht ganz vergessen, dass dabei auch Angebot und Nachfrage eine Rolle spielen…

Weitere Informationen:

2 Antworten auf “„Ohrfeige“ für dumpinglohn-zahlenden Verlag – ein freier Journalist klagt an”

  1. Ray sagt:

    Was soll daran für die restlichen Freiberufler erfreulich sein, dass jemand Verträge nicht abschließen kann und den Staat dazu veranlasst, die vertraglichen Vereinbarungen wieder aufzuheben? Offenbar hat dieser Kasperle-Journalist den Sinn der Selbständigkeit nicht verstanden. Hoffentlich wird die Klage durch den BGH abgewiesen. Unabhänig davon sollte er keine weiteren Aufträge – von welchem auch immer Verlag – bekommen. Einen Kontrahierungszwang in dem Bereich können zum Glück die Gerichte noch nicht erzwingen.

  2. Hallo Ray,

    von welchem Verlag sind Sie für diesen Kommentar bezahlt worden ? Sie Kasperle-Journalist

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