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Berufshaftpflichtversicherung für Selbständige im Netz – zu diesem Thema hat mich vor einigen Wochen Peer Wandinger für seinen Blog interviewt. Abgesehen davon, dass mich allein diese Tatsache gefreut hat, haben mich auch die vielen Kommentare zum Beitrag positiv überrascht. Denn das Feedback zeigt: Das Thema Haftungsrisiken im IT-, Medien und Internetbereich sowie deren Absicherung beschäftigt viele. Und es sorgt für Diskussionsstoff.

Licht im Dunkel der Berufshaftpflicht: Diese Woche geht es in meinem Blog um den Unterschied zwischen Katalogdeckung und Offener Deckung.

Licht im Dunkel der Berufshaftpflicht: Diese Woche geht es in meinem Blog um den Unterschied zwischen Katalogdeckung und Offener Deckung.

Bei einigen Anregungen möchte ich deshalb nochmal nachhaken – und dort ansetzen, wo die Argumentation meiner Meinung nach etwas zu kurz greift. Diese Woche geht es im Blog deshalb um die Gretchenfrage „Katalogdeckung oder offene Deckung“ in der Berufshaftpflicht – und meine persönliche Einschätzung dazu.

Was ist besser: Offene Deckung oder abschließende Aufzählung?

Welche Risiken und Tätigkeiten der jeweilige Berufshaftpflichtversicherer wie abdeckt – dafür gibt es verschiedene Ansätze. Genauer gesagt: Die so genannte Katalog-Deckung und die Offene Deckung. Da sicherlich nicht jeder von Euch mit diesen Begriffen etwas anfangen kann, hier  eine kurze Definition:

Offene Deckung bedeutet, dass die versicherten Tätigkeiten, Gefahren und Risiken der Freiberufler in den Versicherungsbedingungen nicht einzeln und abschließend genannt werden. Versichert ist also alles, was in den Bedingungen nicht explizit ausgeschlossen ist.

Katalogdeckung – auch Named-Perils-Deckung genannt – bedeutet, dass die versicherten Risiken und Tätigkeiten explizit und abschließend in den Bedingungen der Berufshaftpflicht aufgezählt sind. Versichert ist also nur das, was in den in den Versicherungsbedingungen ausdrücklich genannt und nicht über Ausschlüsse eingeschränkt wurde.

Und wo es zwei Wege gibt, gibt es auch mehrere Meinungen – wie mir auch die Kommentare im Netz gezeigt haben.

Einerseits ist es angenehm, wenn die aktuelle Tätigkeit im Medienbereich „im Katalog“ der versicherten Tätigkeiten genannt wird. Auf der anderen Seite bilden die vom Berufshaftpflichtversicherer im Katalog angegebenen Tätigkeiten nicht das gesamte Berufsspektrum eines Medienschaffenden oder Webworkers ab.

Und selbst wenn man den Katalog beim Abschluss des Vertrages auf das aktuelle Tätigkeitsspektrum anpasst, kann man trotzdem der Gefahr ausgesetzt sein, dass bei wechselnden Projekten und den immer neuen Tätigkeitsbereichen im New Media Business zukünftige Tätigkeiten nicht umfasst sind. Im Schadenfall kann sich das sehr negativ auswirken. Aus meiner praktischen Erfahrung weiß ich, dass diese ursprünglichen Aufzählungen in den meisten Fällen nicht aktualisiert werden.

Ich persönlich finde eine so genannte Offene Deckung sehr verbraucherfreundlich, da pauschal alle Tätigkeiten z.B. eines IT-Experten oder Medienschaffenden versichert sind.

Hier ein Beispiel für die Formulierung einer Offenen Deckung:

„Versicherungsschutz besteht für Tätigkeiten in der Werbebranche, insbesondere als

  • Werbeagentur
  • Public-Relations-Agentur
  • Marketing-Agentur
  • Grafik-Designer
  • Web-Designer
  • oder Marktforschungsinstitut.“

Wichtig ist dabei, dass die Liste, die durch die Formulierung „insbesondere als“ eingeleitet wird, nur Beispiele (keine abgeschlossene Aufzählung!) aufführt. Ihr könnt also in Gedanken die Liste unendlich erweitern. Eben um alles, was aktuell oder in der Zukunft in der Werbebranche für Leistungen erbracht werden. So fällt z.B. SEO, SEM, Affiliate Marketing, Cooporate Publishing und vieles mehr unter diese „Offene Deckung“.

Der Vorteil: Bei neuen Projekten müssen die versicherten Tätigkeiten im Versicherungsschein (Police) nicht angepasst werden – was das Risiko von Versicherungslücken minimiert.

Mein Fazit zum Thema Deckung

Ich halte die „Offene Deckung“ für den verbraucherfreundlicheren Ansatz. Wenn Ihr die Katalogdeckung wählt, solltet Ihr in jedem Fall darauf achten, dass auch tatsächlich Euer gesamtes Tätigkeitsspektrum im Versicherungsschein (Police) aufgeführt wird. Gegebenenfalls solltet Ihr mit dem Berufshaftpflichtversicherer verhandeln, dass noch Ergänzungen vorgenommen werden. Dann seid Ihr auch mit einer Katalogdeckung gut für den nächsten Schadenfall gerüstet.

Weiterführende Links

Nächste Woche geht es auf meinem Blog im zweiten Teil um die Frage nach dem obligatorischen Selbstbehalt im Schadenfall – und ganz allgemein um den Sinn und Zweck der Berufshaftpflicht.

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