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„Obamacare“: Die umstrittene Gesundheitsreform in den USA, sorgt weiter für Furore. Allerdings wieder mal im negativen Sinne: So kommt ein gutes Drittel aller Online-Versicherungsanträge NICHT beim Versicherer an. Grund: Der mit der Abwicklung beauftragte Dienstleister, das Gesundheitsportal HealthCare.Gov, ist mit (Programmier-) Fehlern förmlich übersät: Bugs sorgen für Probleme beim Ausfüllen der Formulare, Zuschüsse werden falsch berechnet, die Website ist – wenn gerade mal nicht offline – schwer bedienbar. Eine politische Katastrophe für die Regierung – ein Desaster für alle Versicherungswilligen. Damit zeigt das aktuelle prominente Beispiel zeigt, wie schwerwiegend Fehler in IT&-Dienstleistungen sein können – und wie teuer es im Haftungsfall werden kann. Denn wer möchte schon gern verantwortlich dafür sein, dass tausende von Menschen keinen Versicherungsschutz bekommen können…

Gesundheitsreform schwer gemacht: Amerikaner müssen weiter für ihre Krankenversicherung kämpfen. Softwarefehler und veraltete IT-Technik auf HealthCare.Gov machen den Online-Antrag von Obamacare alles andere als einfach.

Gesundheitsreform schwer gemacht: Amerikaner müssen weiter für ihre Krankenversicherung kämpfen. Softwarefehler und veraltete IT-Technik auf HealthCare.Gov machen den Online-Antrag von Obamacare alles andere als einfach.

Diese Woche geht es auf meinem Blog, um das Haftungsrisiko für IT-Dienstleister, bei Programmierfehlern & Co. zur Kasse gebeten zu werden. Dabei zeige ich auch, wie sich Freiberufler aus IT und Telekommunikation gegenüber Schadenersatzforderungen seitens Dritter sowie gegen bestimmte Eigenschäden absichern können.

Demokratischer Supergau: Das 400 Mio. Dollar teure HealthCare.Gov floppt gewaltig

Es muss eine Hiobsbotschaft für den amerikanischen Präsidenten gewesen sein. Mussten er und sein Kabinett lange erbittert für die Gesundheitsreform kämpfen, umso schneller droht das Vorhaben jetzt zu floppen. „Schuld“ daran hat das mit der Umsetzung des Online-Antrags für Krankenversicherungsschutz beauftragte Gesundheitsportal HealthCare.Gov.

Unzählige Bugs (Softwarefehler) auf seiner technisch veralteten Webseite führen dazu, dass in etwa ein Drittel der Online-Anträge nicht beim Versicherer landet. Ein Armutszeugnis – denn obwohl 400 Mio. Dollar in die Hand genommen wurden, scheint nichts zu funktionieren:

  • ab 35.000 angemeldeten Besuchern stürzt die Website ab
  • Sozialversicherungsnummern können nicht erfasst werden
  • Familienstände werden falsch zu geordnet
  • Zuschüsse werden nicht korrekt berechnet
  • etc.

Böse Zungen behaupten, die Bugs seien kein Zufall, es werde versucht Obamacare massiv zu schaden. Diese Behauptung ist im Zeitalter des Cybercrime bestimmt nicht völlig haltlos. Jedoch: Wenn wie hier auf eine zehn Jahre alte Technik gebaut wird, wundert mich eigentlich nichts mehr…

IT Haftpflicht schützt Dienstleister bei Ansprüchen Dritter

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden Schadenersatzansprüche nun wohl nicht lange auf sich warten lassen. Hierzulande übrigens auch nicht: So habe ich hier auf dem Blog über viele Schadenfälle berichtet, bei denen der IT-Dienstleister am Ende den Kopf für Schäden aus Programmierfehlern oder Bugs hinhalten sollte (siehe weiterführende Infos)

Ansprüche, gegen die sich IT Freelancer im Allday-Business z.B. mit einer IT Haftpflicht schützen können.

Vor allem aber ist und bleibt Versicherungsschutz im Fall von Vermögensschäden (finanzielle Nachteile Dritter) wichtig. Das zeigt auch der Fall Obamacare – und seine immensen Auswirkungen.

Im IT-Bereich sind Vermögensschäden oft die Folge aus:

  • Programmierfehlern,
  • fehlerhafter IT-Beratung,
  • Datenverlust,
  • (Urheber-) Rechtsverletzungen,
  • Überschreitungen von Deadlines,
  • Ausfällen in Webshops,
  • Fails beim Backup,
  • fehlerhaften Domainregistrierungen.

Vorsicht: Bestimmte Klauseln können den Versicherungsschutz mindern

Dazu noch ein Hinweis: Manche Versicherer schränken den Schutz der Berufshaftpflicht durch Klauseln in den Versicherungsbedingungen empfindlich ein. Vorsicht ist beispielsweise bei der sog. „Stand-der-Technik Klausel“ bzw. „Experimentier- und Erprobungsklausel“ geboten – die so oder ähnlich lauten können:

«Versicherungsschutz wird nur gewährt für … Schäden, die TROTZ Beachtung des anerkannten Standes der Technik und Methodik, der Einhaltung branchenüblicher Qualitätssicherungsverfahren (insbesondere Test- und Abnahmeverfahren) oder sonst anerkannter Regeln des Software-Engineerings eingetreten sind.»

«Nicht versichert sind… Ansprüche, die daraus resultieren, dass Produkte und Leistungen, deren Verwendung oder Wirkung im Hinblick auf den konkreten Verwendungszweck nicht ausreichend – z. B. nicht dem Stand der Technik gemäß oder bei Software ohne übliche und angemessene Programmtests oder sonstiger Weise – erprobt waren.»

Sie bieten dem Versicherer großen Interpretationsspielraum und damit Rückzugsmöglichkeiten vom Versicherungsschutz.

Hier wäre durchaus interessant zu erfahren, inwieweit Obamacare und die Plattform HealthCare.Org ebenfalls (Rück-)Versicherungsschutz genießen. 🙂 Denn dass hier ausreichend getestet wurde oder die Plattform dem Stand-der-Technik entspricht, darüber lässt sich streiten…

Update 10.09.2014
Wessen IT-Infrastruktur erhebliche Schwachstellen aufweist, der muss sich nicht wundern, wenn diese ausgenutzt werden. Und genau das ist nun „Obamacare“ passiert: Ein Hacker hat sich Zugang zur Website der US-Krankenversicherung verschafft und darauf Schadsoftware hochgeladen. Nach dem Programmierfehler nun also die Attacke aus dem Netz…
Übrigens: Wie Freiberufler die Folgen von Cyber-Angriffen auf ihre Systeme absichern können, darüber schreibe ich im Beitrag PC von Hackern ausgespäht, angegriffen, lahmgelegt: Folgen für Dienstleister – und wie ihr Euch schützen könnt.

Weiterführende Informationen

Eine Antwort auf “„Obamacare“ floppt beim Online-Antrag: Haftungsrisiko bei Programmierfehlern und veralteter IT-Technik”

  1. sem sagt:

    Obamacare ist gescheitert. Ob das schlecht ist, weiß ich nicht…

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