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Mein Vorschlag an die Jury der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“: Bei der Wahl der unerwünschten Wörter (und der unerwünschten Post) des Jahres 2012 hat die „Abmahnung“ eindeutig die Nase vorn! Viele Selbständige im Netz und Offline können von der schier unendlichen Flutwelle an Abmahnungen ein Lied singen. So wurde hierzulande allein 2011 fast 220.000 der „blauen Briefen“ im Zusammenhang mit Filesharing verschickt. Und wenn die Post vom Anwalt ins Haus flattert, fallen viele aus allen Wolken. „Ich dachte, die Verwendung sei erlaubt“, höre ich dann oft. Vor allem im Zusammenhang mit vermeintlich freien Open Source- und Open Content-Lizenzen – bei denen sich am Ende herausstellt, dass die freie Lizenz doch nicht for free ist…

Abmahnkeule Ade: Welche Rechte und Pflichten Freiberufler auch bei der Nutzung / Verwendung von Open Source-Lizenzen beachten sollten.

Abmahnkeule ade: Rechte und Pflichten von Open Source- und Creative Common-Lizenzen, dieFreiberufler (und auch alle Anderen) beachten sollten.

Grund genug, sich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen, wie es auch Rechtsexpertin Miriam Ballhausen macht. In ihrem Artikel „Urheberrechtliche Ansprüche bei Open Source- und Open Content-Lizenzen“ macht sie deutlich, dass selbst bei augenscheinlicher ‚Freeware‘ äußerste Vorsicht geboten ist, wenn man nicht in die Falle Urheberrechtsverletzung tappen möchte. Mein Fundstück der Woche.

Rechte und Pflichten von Open Source-Lizenzen

Es ist eine Frage, die viele Selbständige beschäftigt, die in ihrer Praxis auf Open Source-Lizenzen zurückgreifen (müssen): Können Lizenzen, die Jedermann nutzen darf, überhaupt urheberrechtswidrig genutzt werden?

Eine Frage, der Rechtsanwältin Miriam Ballhausen in ihrem Artikel auf den Grund geht, indem sie aufklärt, welche Rechte, aber auch Pflichten dem Nutzer von Open Content-Lizenzen bzw. Open Source-Lizenzen eingeräumt oder aberkannt werden.

Grundsätzlich hat jeder User von Open Source das Recht, die lizensierten Inhalte frei zu nutzen oder zu verbreiten. Allerdings ist diese Nutzung an bestimmte Pflichten gebunden – die nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden dürfen, nur weil es sich um Creative Common-Lizenzen handelt.

Grundlage ist auch hier das Urheberrecht. Das bedeutet im Klartext: Auch bei Open Source-Lizenzen müssen zum Beispiel:

  • der Urheber der Quelle genannt,
  • der Quellcode offengelegt bzw.
  • die dazugehörige Lizenz angegeben werden,

um auf der „sicheren Seite“ zu sein.

Ein kleiner Fehler im Netz, ein großer gegen die Vorschriften

Lizenzgebührenfreiheit bedeutet nicht, dass bei urheberrechtlichen Verstößen die finanziellen Forderungen automatisch gering ausfallen – wie man es ja bei freien Common Licences vermuten könnte.

Im Gegenteil: „Es kommt nicht darauf an, ob der Rechteinhaber bei Einhaltung der Pflichten Einnahmen aus seinem Werk erzielt hätte“, schreibt Ballhausen. Selbst bei vermeintlich freien Lizenzen kann sich der Schaden deshalb zwischen drei- und sechsstelligen Forderungssummen bewegen.

Und: Im Gesamtzusammenhang gesehen, hat die eigene Urheberechtsverletzung noch weitere Konsequenzen. Verzichte ich (egal ob unwissentlich oder nicht) auf die Pflichtangabe der Quelle, können alle nach mir den Urheber nicht mehr identifizieren – und tappen, sollten sie die Inhalte weiterverbreiten, zwangsläufig in die Falle Rechtsverletzung.

Im Klartext: Dadurch nehme ich Dritten die Möglichkeit, rechtlich korrekt zu handeln – was meiner Meinung nach die Idee der frei nutzbaren Creative Common-Lizenzen in Frage stellt.

Fazit: Trotz Paragraphenreiterei zeigt der Artikel von Miriam Ballhausen deutlich, dass auch bei Open Source-Inhalten nicht alles Gold ist, was glänzt. Ein guter Tipp der Expertin, den ich wort- und klanglos so an euch weiterleite: Selbst bei vermeintlich freiem Content solltet Ihr Euch über die einzelnen Nutzungsbedingungen informieren, diese befolgen und den damit verbundenen Pflichten nachkommen. Sonst lauft Ihr Gefahr, dass trotz Common-Lizenz auch über Euch die (Web-) Abmahnkeule schwingt. Und ohne den Moralapostel heraushängen zu lassen: Wenn man Inhalte frei zur Verfügung bekommt, kann man sich ja auch die Mühe machen, Quellennachweise anzugeben…

» Den Artikel von Rechtsanwältin Dr. Miriam Ballhausen zum Nachlesen gibt es hier

Weiterführende Informationen

Eine Antwort auf “(Fast) Nichts ist umsonst: Wo die urheberrechtlichen Stolperfallen bei Open Source-Lizenzen lauern”

  1. sascha sagt:

    Diese ganzen Abmahnkeulen sind doch nur Geld macherei, mir ist absolut unklar warum von Rechtswegen in Deutschland diese Geld macher Maschine gefördert wird. Wenn nur Willkürlich fehler gesucht wird die keinen Schaden erzeugen ist das doch das aller letzte…

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