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In meiner täglichen Praxis erlebe ich, wie sich Freiberufler und Selbstständige immer mehr der Risiken bewusst werden, die aus ihrer Tätigkeit entstehen, und dass sie sich dagegen absichern müssen. Das gilt für IT-Experten, Consultants und Grafiker – vergleichsweise wenig befassen sich mit dem Thema dagegen die Textschaffenden jeglicher Couleur wie Schriftsteller, Fachautoren, Journalisten,  CP-Redakteure, Content-Manager, Werbetexter oder Lektoren.

KSK und Rechtsschutz sorgen nicht alleine für die Sicherheit des Schreibers

Vielleicht liegt es daran, dass wir im Bereich Text auf ein sehr vielseitiges Berufsbild mit sehr vielen Ausbildungszweigen stoßen; zudem sind hier die Freiberufler sehr häufig als Einzelkämpfer oder in Pseudo-Feste-Freie-Arbeitsverhältnissen beschäftigt – und glauben, dass die berufsbedingten Gefahren von den Auftrag gebenden Verlagen oder Agenturen abgesichert werden.

In Diskussionen mit Vertretern der schreibenden Zunft geht es jedenfalls beim Thema „Versicherungen“ vornehmlich um die Künstlersozialkasse (KSK) und eventuell um eine Rechtsschutzversicherung, denn um einen freien Journalisten zu zitieren: „Nicht nur, dass die Zahlungsmoral schlechter wird, auch meine Texte werden ungefragt über alle Kanäle hinweg vertrieben“.

Gefährlich: Ausschlüsse in der Rechtsschutzversicherung

„Damit sind wir sicher“, denken sich viele schreibende Freiberufler. Doch sie denken damit zu kurz, denn die Frage nach dem „entweder – oder“ von Berufshaftpflicht-, Media-Haftpflicht-versicherung und Rechtsschutzversicherung hat zur Antwort „sowohl – als auch“. Dazu fasse ich die Unterschiede kurz zusammen:

  1. Die Rechtsschutzversicherung zahlt die Kosten eines von Ihnen beauftragten Rechtsanwaltes. Zusätzlich sind Gerichtskosten, Zeugen- und Sachverständigenkosten abgedeckt. In der Rechtsschutzversicherung sind jedoch u.a. folgende Bereiche allgemein ausgeschlossen:
    • Zahlungen wegen Schadenersatz und die Abwehr von Schadenersatzansprüchen
    • Leistungen in Zusammenhang mit Rechtsverletzungen wie z.B. Urheber-, Marken-, Geschmacksmuster-, Gebrauchsmuster-, Persönlichkeits- oder sonstigen Rechten am geistigen Eigentum. Sehr vereinzelt gibt es z.B. Rechtschutzangebote für freie Journalisten mit deutschem Presseausweis, die auch bestimmte Rechtsverletzungen mitversichern. Da die rein journalistische Tätigkeit jedoch meist nur einen Teilaspekt der Tätigkeit des Freiberuflers ausmacht, greifen diese Lösungen vielfach zu kurz.
    • Leistungen aus Streitigkeiten mit Ihren Auftraggebern
  2. Die Berufshaftpflicht / Media-Haftpflicht deckt Schadenersatzforderungen Dritter (z.B. Auftraggeber) im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Dabei sind auch Rechtsverletzungen versichert wie Verstöße gegen Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Namensrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht und Lizenzrecht.

Ich bitte hier um Verständnis für die wiederholte Aufzählung der Risiken, aber sie gehören zu den zentralen Rechtsverletzungen im Bereich „Text“. Für die finanziellen Folgen solcher Schäden haften freiberufliche und selbstständige Unternehmer mit ihrem Privatvermögen. Ohne passende Versicherung kann das sehr teuer werden.

Wichtig: Berufshaftpflicht mit passivem Rechtsschutz

Der Berufshaftpflichtversicherer jedenfalls übernimmt auch die Kosten für die Abwehr ungerechtfertigter Schadenersatzansprüche, Abmahnungen, Unterlassungserklärungen oder Verfügungen sowie für die professionelle Schadenregulierung (so genannter «Passiver Rechtsschutz»).

„Passiv“ bedeutet hier, dass sich die Leistung auf die Abwehr eines fremden Anspruches (z.B. vom Auftraggeber) bezieht und nicht auf die aktive Durchsetzung eigener Ansprüche – wie bei einer Rechtsschutzversicherung üblich.

Rechtsschutzversicherung ist kein Ersatz für die Berufshaftpflicht

Da Schadenersatz nie eine Leistungskomponente der Rechtschutzversicherung ist, kommt es hier prinzipiell zu keiner Überschneidung. Bei der Abwehr von Schadenersatzansprüchen könnte es theoretisch Überschneidungen geben. Jedoch ist der Schutz durch die Rechtschutzversicherung im Bereich der Rechtsverletzungen lückenhaft, so dass die Ergänzung durch die spezifische Berufshaftpflicht sehr wichtig ist.

Zur Absicherung nicht kalkulierbarer Schadenersatzforderungen, sowie zum Schutz vor Abmahnungen, Unterlassungserklärungen und Verfügungen ist eine spezifische Berufshaftpflicht / Media-Haftpflicht die bedarfsgerechte Lösung. Die Rechtschutzversicherung kann die Absicherung der beruflichen Risiken durch die Berufshaftpflicht ergänzen, aber nicht ersetzen.

Weiterführende Informationen:

Eine Antwort auf “Die Risiken des Texters, Teil 1: Rechtsschutz und Berufshaftpflicht / Media-Haftpflicht”

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