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Ein kurzer Ruck, ein Glasfaser-Kabel an der falschen Stelle – und plötzlich geht Nichts mehr: Bei den meisten Schäden im IT-Bereich handelt es sich um „echte“ Vermögensschäden. Doch keine Regel ohne Ausnahme, wie auch dieser IT-Dienstleister erfahren musste: Beim Einbauen eines Netzwerk-Switches wurden ihm bzw. dem Glasfaser-Kabel, die scharfen Kanten des Serverschranks „zum Verhängnis“. Ein klassischer Sachschaden für die IT Betriebshaftpflichtversicherung.

Sachschaden: Glasfaser-Kabel beim Einbau von Hardware in Serverschrank durchtrennt. IT-Dienstleister haftet – IT Betriebshaftpflichtversicherung schützt.

Mit einem Ruck durchtrennt – und damit unbrauchbar: Den Einbauplänen von Hardware in den Serverschrank kam ein Glasfaserkabel in die Quere. Ein klassischer Sachschaden.

Und zwar genaugenommen der erste Sachschaden aus dem IT-Bereich, der 2013 auf meinem Schreibtisch gelandet ist. Klar, dass ich Euch den nicht vorenthalten will – und auch nicht meine Gedanken zum Thema, warum die IT-Versicherung neben der von mir so protegierten Vermögensschadenhaftpflicht auch eine Betriebshaftpflichtversicherung zur Absicherung von Sachschäden (und daraus resultierende Folgeschäden) beinhalten sollte.

Glasfaserkabel durchtrennt: Drei von 36 Port-Verbindungen unbrauchbar

Wer in seiner Laufbahn als IT-Dienstleister mit Serverschränken zu tun hatte oder hat, weiß um so manche scharfkantige Ecke und Schiene. Und die können nicht nur für die eigenen Hände gefährlich werden, sondern auch für so manche Hardware.

So auch im vorliegenden Fall: Als ein IT-Dienstleister für seinen Kunden einen Netzwerk-Switch in den Serverschrank einbauen wollte, kam dem ein Glasfaserkabel in die Quere. Genauer gesagt: Beim Einschiebend auf die Führungsschienen schnallte das Kabel zurück, wodurch drei von 72 Fasern rissen und teilweise sogar durchtrennt wurden.

Dadurch wurden drei Port-Verbindungen des Kabel s unbrauchbar, was nichts Anderes bedeutet als: es war komplett „im Eimer“ und musste ausgetauscht werden. Kostenpunkt für Material und Inbetriebnahme des neuen Kabels: rund 7.500 Euro.

Eine fünfstellige Schadenssume ist kein Pappenstiel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es gerade Mal eines kurzen Rucks für einen derartig teuren Sachschaden benötigte – für den der geschädigte Kunde den IT-Dienstleister in Haftung nahm. Schließlich war es ja dessen Fehler…

Absicherung von Vermögensschäden im Zweifelsfall nicht ausreichend

In den meisten aller Fälle kommt es im IT-Bereich zu sogenannten „echten“ Vermögensschäden. Per Definition bedeutet dies, dass weder eine Person noch eine Sache unmittelbaren Schaden erlitten hat, durch schuldhaftes Verhalten des Dienstleisters einem Anderen jedoch ein finanzieller Schaden zugefügt wurde.

Beispiele für solche „echten“ Vermögensschäden sind Rechtsverstöße, Programmierfehler, ein Fail beim Back-Up, die Weitergabe virenbehafteter Dateien, fehlerhafte Beratung, die Überschreitung von Deadlines oder Ausfälle im Webshop eines Kunden.

Doch auch vor Sachschäden sind IT-Dienstleister in der Praxis nicht gefeit – wie der beschriebene Fall eindrucksvoll zeigt. Un das lässt sich sogar noch ein wenig weiterdenken: Aus einem Sachschaden (genauso wie übrigens auch aus einem Personenschaden), kann ein Folgeschaden resultieren, auch „unechter“ Vermögensschaden genannt.

IT Betriebshaftpflichtversicherung bietet Schutz bei Sachschäden und Folgeschäden

Was im ersten Moment etwas abstrakt klingt, lässt sich mit Hilfe des Beispiels leicht erklären: Zum Folgeschaden wäre es im vorliegenden Fall etwa gekommen, wenn aufgrund des kaputten Glasfaserkabels bis zu dessen Austausch der Betrieb bzw. das Tagesgeschäft des Kunden stillgestanden wäre, er dadurch einen Gewinn- und Umsatzausfall erlitten hätte.

Durch den Folgeschaden kann der ursprüngliche Schaden also nochmal deutlich verteuert werden.

Fazit: Spätestens im Schadenfall, zeigt sich, wie weit der Schutz (versicherungschinesisch: Deckung) der IT-Versicherung tatsächlich gehen muss.

Wer hier als IT-Dienstleister keine böse Überraschung erleben will, sollte darauf achten, dass seine IT-Versicherung

  • eine Vermögensschadenhaftpflicht – aber auch
  • eine Betriebshaftpflichtversicherung zur Absicherung von Sachschäden und Personenschäden sowie daraus resultierenden Folgeschäden (= „unechte“ Vermögensschäden“) beinhaltet!

Weiterführende Informationen

2 Antworten auf “Ein kaputtes Glasfaserkabel, rund 7.500 Euro Kosten: Teurer Sachschaden im IT-Bereich”

  1. Wolfgang Schmitz sagt:

    Hallo, einen Schaden über 7500 Euro für ein durchtrenntes Glasfaserkabel in einem Netzwerkschrank halte ich aber sehr für konstruiert und nicht für realistisch. Ausserdem muss so ein Kabel sicher nicht direkt ausgetauscht werden, das läßt sich fachgerecht instand setzen. Ausserdem sollte – wenn es sich so zugetragen hat – ein 72-fasriges Glasfaserkabel so befestigt sein das es in einem Schrank überhaupt einem Switch in die die Wege kommen und zurückschnallen kann, dann ist da schon was schief gelaufen. Wer so ein Kabel legt, legt genug Reserve. Will hier jemand nur Angst machen und Versicherungen verkaufen ? Und Kunden für blöd halten ist das Letzte …

  2. Lieber Herr Schmitz,
    vielen Dank für Ihren Kommentar und die offene Kritik. Bitte erlauben Sie mir noch eine Anmerkung dazu von meiner Seite. Alle im Blog dargestellten Schadenfälle sind echte Fälle, die – wie auch im beschriebenen Fall – so passiert sind. Aus nachvollziehbaren Gründen stelle ich jedoch die Schadenfälle nicht personalisiert dar.

    Ich selbst bin teilweise auch erstaunt, in welchen Bereichen und in welcher Art und Weise Schäden eintreten. Ihre Reaktion – so was darf doch nicht passieren – kann ich deshalb gut nachvollziehen. Sehr häufig erhalte ich z.B. Kommentare in diese Richtung, wenn es um das Thema Datenverlust geht. Denn auch hier herrscht oft die Meinung: Daten können doch nicht verloren gehen, wenn entsprechende Backupsysteme eingerichtet sind. Die Schadenfälle zeigen mir jedoch auch hier immer wieder, dass Theorie und Praxis weit auseinander liegen.

    Wer meine veröffentlichten Schadenfälle (seit 2004) verfolgt, wird nachvollziehen können, dass es mir nicht um plumpe „Panikmache“ geht, sondern darum, Risikobewusstsein zu schaffen. Zudem kann durch reelle Schadenfälle das abstrakte Thema Haftung und Haftpflichtversicherung anschaulicher dargestellt werden. Dabei muss ich keine Fälle konstruieren (so kreativ bin ich dann doch nicht), sondern greife auf die Schäden zurück, die ich als Geschäftsführer der exali GmbH auf den Tisch bekomme.

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