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Vergangene Woche habe ich es ja bereits angekündigt: Pünktlich und passend zum Jahresende gibt es diese Woche eine Compilation der Schadenfälle aus der Praxis von Freiberuflern, die 2012 am meisten für Feedback, Diskussionen und auch den einen oder anderen Aufreger gesorgt haben. Denn auch wenn diese Einschätzung natürlich sehr subjektiv ist: Dieses Jahr standen die Schadenfälle ganz im Zeichen von Rechtsverletzungen – vor allem in puncto Urheber- und Markenrecht. Eine Tendenz, die angesichts des Negativtrends „Abmahnwelle im Netz“ auch nicht weiter verwunderlich ist. Fast hatte man das Gefühl, als täten sich 2012 von Woche zu Woche neue rechtliche Stolperfallen (und Abgründe) auf.

Achtung rechtliche Stolperfalle! In die tappten 2012 viele Freiberufler – vor allem in puncto Urheber- und Markenrechtsverletzungen.

Achtung rechtliche Stolperfalle! In die tappten 2012 viele Freiberufler – vor allem in puncto Urheber- und Markenrechtsverletzungen.

Nun aber ans Eingemachte! Und bitteschön: Meine kleine (und hoffentlich feine) Zusammenstellung der Schadenfälle 2012.

Abmahnung nach Mailanfrage: Kontaktaufnahme bei XING wird teuer

Ein Schadenfall sorgte bei Euch dieses Jahr am meisten für Aufregung –wurde viel diskutiert und kommentiert. Und ehrlich gesagt: Auch ich musste erst mal den Kopf schütteln, als Anfang des Jahres der „gescheiterte Akquiseversuch“ eines freiberuflichen Mediengestalters auf meinem Schreibtisch landete:

Auf XING, dem sozialen Netzwerk für berufliche Kontakte, hatte er per Mail eine allgemein formulierte Anfrage gestellt – kurz darauf flatterte ihm eine Abmahnung inklusive Unterlassungserklärung und Schadenersatzforderung ins Haus. Der schmale Grat zwischen Kontaktanfrage und werblicher Spam-Mail wurde für ihn zur Haftungsfalle.

Und obwohl seine Mail aus rechtlicher Sicht tatsächlich als abmahnfähiger Spam eingestuft werden kann, blieb der fade Beigeschmack, ob es wirklich notwendig war, mit solch harten Bandagen auf die einfache Anfrage des Freiberuflers zu reagieren. Das haben auch Eure Kommentare zum Thema deutlich gemacht.

Wenn der eigene Firmenname die Markenrechte eines Anderen verletzt

Fest steht: Der Kreative sollte nicht der Einzige bleiben, der sich 2012 plötzlich mit dem Problem Rechtsverletzung konfrontiert sah…

Mit seinem Firmennamen tappte dieser selbständige Consultant ins Fettnäpfchen „Markenrechtsverletzung: Er nutze nicht nur denselben Firmennamen wie ein Anderer, der sich seine Brand Jahre zuvor als Wort- und Bildmarke hatte schützen lassen, sondern war damit auch noch in derselben Branche tätig.

Ärger war quasi vorprogrammiert: Am Ende stand eine Schadenersatzforderung im 4-stelligen Bereich im Raum und der freiberufliche Berater musste seinen Firmennamen ändern. Und es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass eine Änderung des Namens, unter dem einen Kunden seit Jahren kennen, nicht unbedingt geschäftsfördernd ist…

Rechtverletzung durch Logo: Abmahnung wegen Schmetterlings

Sein Logo, auf dem ein Schmetterling zu sehen ist, wurde diesem IT-Freiberufler zum Verhängnis: Dieses Motiv hatte sich bereits ein Anderer als Bildmarke eintragen lassen. Und der war von dem Logo seines Konkurrenten wenig begeistert…

Ein Fall, der zeigte, dass nicht nur die Verwendung geschützter Markennamen, sondern auch die Verwendung geschützter Bildmarken, wie Symbole, Logos oder Bildern rechtliche Konsequenzen haben kann.

Besonders pikant: Gerade im Zusammenhang mit Symbolen, die in ihrer Anzahl ja nicht unendlich sind, kann deren Verwendung bedeuten, schneller mit beiden Beinen in einer Rechtsverletzung zu stehen, als so manche „Darstellung“ überhaupt designt ist…

Affiliate in der Bredouille: Angebliche Markenrechtsverletzung durch Gutscheincode

Rechtlich eins vor den Latz geknallt – so muss sich dieser Affiliate-Marketer gefühlt haben. Ihm wurde eine Unterlassungserklärung wegen der Verwendung einer Marke auf einem Gutscheincode zugestellt. Diese hatte er allerdings nie eingebunden.

Rechtlich eins vor den Latz geknallt: Einem Affiliate-Marketer flatterte eine saftige Forderung wegen der Verwendung einer Marke auf einem Gutscheincode ins Haus – die er allerdings nie eingebunden hatte...

Nix mit billig: Einem Affiliate-Marketer flatterte eine saftige Forderung wegen der Verwendung einer Marke auf einem Gutscheincode ins Haus – die er allerdings nie eingebunden hatte…

Der Fall konnte zwar schnell aus der Welt geschafft werden, für Aufregung sorgte er aber dennoch – was auch daran liegt, dass Markenrechtsverletzungen zu den teuersten Rechtsverletzungen überhaupt gehören.

„Klassische“ Urheberrechtsverletzung: Fremden Content übernommen

Und dann gab es da auch noch die (zynisch ausgedrückt) Schadenfälle durch „klassische“ Urheberrechtsverletzungen, bei denen fremder Content ohne Genehmigung und/oder ohne Quellennachweis einfach übernommen wurde.

In diesem Zusammenhang habe ich Euch zwei Schadenfälle herausgepickt, denen eines gemein ist: Beide Male waren die Freiberufler bis zuletzt davon ausgegangen, das ginge so schon in Ordnung – und dementsprechend geschockt, als ihnen plötzlich eine Abmahnung ins Haus flatterte.

Etwas, das ich in meiner Praxis häufig feststelle: In den wenigsten Fällen können Rechtsverletzungen auf „böse Absicht“ oder Berechnung zurückgeführt werden – meist passieren sie tatsächlich aus Unwissenheit (die nicht vor Strafe schützt!) oder aus der Annahme heraus, rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

„Saftige“ Rechtsverletzung: SEO-Consultant übernimmt Kampagne ohne Genehmigung

So wie bei diesem SEO- und Marketing Consultant: In der festen Überzeugung, damit die Werbetrommel für die gute Sache zu rühren, hatte er eine Kampagne auf seiner Homepage übernommen, mit der die Verbraucherzentrale Jugendliche an Schulen über Trendgetränke aufklärt.

Saftige Rechtsverletzung: Aus voller Überzeugung damit etwas Gutes zu tun, übernahm ein SEO-Consultant eine Aufklärungskampagne auf seiner Webseite – ohne Genehmigung…

Saftige Rechtsverletzung: Aus voller Überzeugung damit etwas Gutes zu tun, übernahm ein SEO-Consultant eine Aufklärungskampagne auf seiner Webseite – ohne Genehmigung…

Dabei verwendete er Text und diverse Designelemente, sogar seine Domain hatte er danach benannt – und das, ohne sich die Genehmigung seitens der Verantwortlichen dazu geholt zu haben. Die Konsequenz wegen Rechtsverletzungengleich in mehreren Fällen folgte auf dem Fuß….

Portal fällt aus allen Wolken: 7-fache Urheberrechtsverletzung

Wegen siebenfacher Urheberrechtsverletzung, mussten sich die Betreiber eines Flugportals verantworten. Auf ihrer Seite hatten sie die User über aktuelle Nachrichten rund um das Fliegen informiert und dafür auch auf Meldungen einer großen Nachrichtenagentur zurückgegriffen.

Dazu tickerten sie die Original-Texte in wenigen Zeilen an und verlinkten dann weiter auf die eigentliche Quelle – natürlich ohne Lizenzgebühren an die Agentur zu zahlen, die an ihren Inhalten die ausschließlichen Nutzungsrechte hat. 200 Euro sollten sie am Ende für jede Urheberechtsverletzung zahlen, dabei hatten sie doch „nur“ zitiert – oder etwa nicht?!

Webseiten-Kauf: Vorsicht vor rechtlichen „Altlasten“

Übrigens: Nicht nur für „eigene“ Rechtsverletzungen mussten Freiberufler gerade stehen, sondern auch für Fehler, die Andere gemacht hatten.

Wenn der SEO-Experte zur Zielscheibe für Abmahnungen und Schadenersatz wird: Vorsicht vor rechtlichen Risiken beim Webseiten-Kauf!

Wenn der SEO-Experte zur Zielscheibe für Abmahnungen und Schadenersatz wird: Vorsicht vor rechtlichen Risiken beim Webseiten-Kauf!

Nachdem einige Fälle auf meinem Tisch gelandet waren, in denen SEO-Experten mit dem Kauf von Webseiten gleichzeitig in die teure Haftungsfalle tappten, warnte ich in einem Beitrag hier auf dem Blog und machte auf das Problem rechtliche „Altlasten“ aufmerksam. Ein Beitrag, für den ich viel positives Feedback bekommen habe, was mich ganz besonders freut.

Keine dufte Angelegenheit: IT-Dienstleister haftet für falsch importierte Preisliste

Um diesen Blog-Beitrag und das Jahr nicht mit dem leidigen Thema Rechtverletzungen zu beenden, von denen der eine andere 2012 doch sehr gebeutelt wurde, lasst Euch gesagt sein: Auch andere Fehler machten den Freiberuflern zu schaffen.

Etwa: Weil der mit der Programmierung eines Online-Shops beauftragte IT-Dienstleister die falsche Spalte einer Preisliste importierte, gab es diverse Parfüms plötzlich zum absoluten Schleuderpreis.

Ein Fehler, über den sich zwar die shoppenden User freuten, der Auftraggeber des IT-Dienstleisters allerdings weniger. Und plötzlich standen knapp 4.000 Euro Gewinn- und Umsatzausfall im Raum…

9.000 Briefe falsch versandt: Konzern bittet IT-Experten zur Kasse

Nicht beim Import, sondern beim Export von Daten passierte einem anderen IT-Experten ein Fehler, der dafür sorgte, dass mit einem Schlag 9.000 Briefe kurzerhand an ungültige Adressen versandt wurden.

Wrong Direction: Wegen eines Fehlers beim Daten-Export wurden 9.000 Briefe an ungültige Adressen verschickt.

Wrong Direction: Wegen eines Fehlers beim Daten-Export wurden 9.000 Briefe an ungültige Adressen verschickt.

Ein ärgerliches Missgeschick, für das der Kunde (ein großer Bekleidungs-Konzern) den für die Software der Datenbank zuständigen IT-Experten verantwortlich machte und für vergeblich aufgewandte 9.000-mal Briefporto und Materialkosten zur Kasse bat.

Design mit Fehler: Kunde fordert 5.000 Euro Druckkosten von Grafikagentur

Und dann war da noch Schadenfall aus dem Medien-Bereich: Wegen einer Verwechslung bei der Layoutdatei wurde hier aus Versehen Werbematerial mit einem unschönen Rechtschreibfehler gedruckt – und dadurch rund 5.000 Euro Druckkosten in den Wind geblasen.

Ein Fall, der sich prima dazu eignete, das Thema klassische Vermögensschäden sowie Druckeigenschäden genau unter die Lupe zu nehmen – und zu erklären, warum Dreh- und Angelpunkt in puncto Haftungsfrage der Name auf der Rechnung ist.

Ein Jahr, viele verschiedene Schadenfälle: Hätte mir Anfang 2012 jemand gesagt, welche unterschiedlichen Problemstellungen und Herausforderungen auf „meine“ Freiberufler und mich zukommen werden – ich hätte es ihm wohl nicht geglaubt.

Umso mehr freut es mich, jetzt einen „sauberen Strich“ zu ziehen: Jeder Schadenfall konnte geklärt, viele Lektionen gelernt werden.

Damit: Auf in ein schadenfreies 2013!!! Und sollte doch etwas passieren: Ihr werdet es hier auf dem Blog lesen. 🙂

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