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Immer wieder stoße ich im Netz auf Kommentare der User, die den Sinn und Zweck einer Vermögensschadenhaftpflicht in Frage stellen. Verständlich, denn zu diesem Thema gibt es immer noch genauso viele Missverständnisse, wie Aufklärungsbedarf. Eine Lücke, die ich auf diesem Blog schließen möchte. Vergangene Woche habe ich deshalb über die Gretchenfrage „Katalog-Deckung und die Offene Deckung“ geschrieben. Eines von vielen Themen, das in punkto Vermögensschadenhaftpflicht für Diskussionsstoff sorgt. Genauso wie die Frage nach der obligatorischen Selbstbeteiligung im Schadenfall. Manche empfinden diese zu hoch, vor allem wenn es um Schäden wie Abmahnungen geht.

Schadenhöhe versus Selbstbeteiligung: Die Frage der obligatorischen Selbstbeteiligung der Vermögensschadenhaftpflicht im Schadenfall sorgt für Diskussionsstoff. Manche empfinden diese sie einfach zu hoch – vor allem, wenn es um Schäden wie Abmahnungen geht. Eine Einschätzung.

Schadenhöhe versus Selbstbeteiligung: Die obligatorische Selbstbeteiligung im Schadenfall sorgt für Diskussionsstoff. Eine Einschätzung zum Sinn und Zweck der Vermögensschadenhaftpflicht.

Diese Woche dreht sich mein Blog deshalb um die Frage nach dem Selbstbehalt im Schadenfall – und ganz allgemein um den Sinn und Zweck der Vermögensschadenhaftpflicht.

Abmahnungen meistens mit Schadenersatzforderungen verbunden

Erst kürzlich habe ich folgenden Blogkommentar zum Thema Selbstbeteiligung gelesen: „Da komme ich doch günstiger weg, wenn ich eine Abmahnung einfach selbst bezahle – wozu Vermögensschadenhaftpflicht?!

Für Euer Verständnis, der Kommentar bezog sich auf den Umstand, dass eine spezielle Media-Haftpflicht eine feste Selbstbeteiligung von 500 Euro pro Schadenfall hat.

Kurze Erläuterung zur Selbstbeteiligung:
Unter Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt oder Franchise genannt) versteht man im Versicherungsbereich den finanziellen Anteil bzw. Betrag, den Ihr bei einem Schadenfall selbst zu tragen habt.
Im Wesentlichen wird dabei zwischen einer absoluten bzw. fixen Selbstbeteiligung (z.B. fester Betrag von 500,00 € je Schadenfall) und einem prozentualen Selbstbehalt (z.B. 10% je Schadenfall) unterschieden. Es sind auch Kombinationen dieser Regelungen möglich, wie Selbstbehalt 10% mindestens jedoch 500,00 € je Schadenfall.

Wenn es lediglich um eine Abmahnung für eine Lappalie (mal ganz unjuristisch ausgedrückt) geht, dann können die Kosten dafür tatsächlich bei rund 500 Euro liegen. Auch wenn 500 Euro weh tun, die Existenz gefährden diese nicht (zumindest wenn man nicht gleich jede Woche eine bekommt).

In meiner Schadenpraxis kommt der Freiberufler aber – salopp gesagt – in den allermeisten Schadenfällen nicht so billig davon. Vor allem nicht, wenn es sich z.B. um eine Markenrechtsverletzung handelt. In den letzen beiden Fällen, die ich hierzu bearbeitet hatte, lag die erste Forderung für die Abmahnung und Unterlassungserklärung schon über 6.000 Euro. Bei so einem Schreiben, kann dem Einen oder Anderen schon mal die „Luft wegbleiben“.

Zudem gesellen sich zu den reinen Abmahnkosten häufig auch Schadenersatzforderungen – und die können schnell im vierstelligen Bereich liegen.

Bei einer Abmahnung für ein widerrechtlich genutztes Bild wird zum Beispiel nach der so genannten Analogiebetrachtung fiktive Lizenzgebühr als Schadenersatz angesetzt – gerne auch doppelt so hoch wie die eigentliche Lizenzgebühr. Dass die Kosten dafür am Ende unter 500 Euro liegen, ist eher unrealistisch.

Peer Wandinger vom Blog Selbständig im Netz hat hierzu auch seine eigenen Erfahrungen gemacht und schreibt: „Meine Abmahnung hat 2.000 Euro gekostet (Anwaltskosten plus Schadensersatz für den Fotografen) und soweit ich das im Web lesen konnte, ist das eher die Normalität, wenn man als Selbständiger wegen sowas abgemahnt wird. Es hängt auch von der Dauer ab, die man z.B. ein Bild unerlaubt genutzt hat.“

Der Punkt ist: Sinn und Zweck einer Vermögensschadenhaftpflicht ist es nicht, Schäden im „geringfügigen“ Bereich abzusichern, die Ihr problemlos aus eigener Tasche zahlen könntet.

Versicherungsschutz ist dort wichtig, wo Risiken nicht kalkulierbar sind. Und damit in Bereichen, wo Schadenersatzforderungen so teuer werden können , dass sie Euer Geschäftsmodell gefährden.

Sinn der Selbstbeteiligung aus Sicht der Versicherer

Für den Versicherer hat die angesetzte Selbstbeteiligung ihren Zweck: Damit will er unverhältnismäßig hohe Schadenregulierungskosten bei Kleinst- und Bagatellschäden vermeiden.

Betriebswirtschaftlich ist es nicht sinnvoll, Schäden über eine Versicherung abzuwickeln, wenn die Kosten dafür deutlich höher als der eigentliche Schaden sind. Vielleicht sagt nur der ein oder andere “ ist mir doch egal, wie hoch die Kosten dabei für den Versicherer sind“ – dies ist aber zu kurzfristig gedacht, denn diese Kosten werden natürlich auf die Versichertengemeinschaft umgelegt – also in den Tarif der Vermögensschadenhaftpflicht eingepreist.

Und damit würde die Versicherung deutlich teurer werden. Der Ein oder Andere von Euch könnte sich dann die Vermögensschadenhaftpflicht für die wirklich teuren Schäden gar nicht leisten….

Zudem soll durch die Selbstbeteiligung die Eigenverantwortung des versicherten Freiberuflers gestärkt und vermieden werden, dass durch den Anreiz Versicherungsschutz zu haben, die Schadenwahrscheinlichkeit und Schadenhöhe ansteigt. Das hilft ebenfalls dabei, die Beiträge für die Vermögensschadenhaftpflicht günstiger zu kalkulieren.

Weiterführende Links

Im Beitrag Gefahr globaler Rechtsverletzungen: Warum weltweiter Versicherungsschutz der Media-Haftpflicht wichtig ist (Teil 3) greife ich hier auf dem Blog einen weiteren Aspekt zur Selbstbeteiligung auf. Nämlich die üblicherweise höheren Selbstbehalte, wenn es um weltweiten Versicherungsschutz in den USA und Kanada geht.

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