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Webseiten mit Themenrelevanz kaufen, die auf bestimmte Keywords und Inhalte gut ranken – das gehört zur Praxis vieler SEO-Experten. Klar, bestehende Content-Seiten in die eigene SEO-Strategie einzubinden, bringt viele Vorteile. So weit so gut – wären da nicht in vielen Fällen die „Altlasten“ der Vorbesitzer, inklusive jeder Menge rechtlicher Risiken. Denn wenn Urheber-, Lizenzrechte & Co. verletzt werden, haftet der, der für die Webseite verantwortlich ist. Und so sind bei mir in den vergangenen Monaten einige Fälle auf dem Tisch gelandet, in denen der SEO-Experte mit dem Webseiten-Kauf gleichzeitig auch in die teure Haftungsfalle tappte.

Wenn der SEO-Experte zur Zielscheibe für Abmahnungen und Schadenersatz wird: Vorsicht vor rechtlichen Risiken beim Webseiten-Kauf!

Wenn der SEO-Experte zur Zielscheibe für Abmahnungen und Schadenersatz wird: Vorsicht vor rechtlichen Risiken beim Webseiten-Kauf!

Rechtliche Risiken beim Webseiten-Kauf: Ein Thema, für das ich diese Woche sensibilisieren will. Denn in meiner Praxis stelle ich oft fest, dass Webseiten ungeprüft und in gutem Glauben übernommen werden, bis dann die „böse“ Überraschung folgt.

Monatlich neue Abmahnungen: Gekaufte Webseite wird zum Haftungsrisiko

Nachrichtenagenturen verstehen keinen Spaß, wenn ihre Texte unerlaubt veröffentlicht werden. Eine Erfahrung, die (neben vielen Bloggern und Portal-Besitzern)auch dieser SEO machen durfte: Er hatte eine Webseite mit bestehenden Inhalten von einem anderen Betreiber gekauft.

Wenig später stellte sich heraus: Insgesamt waren darauf drei Meldungen einer großen deutschen Nachrichtenagentur veröffentlicht, für die allerdings keine Nutzungsrechte eingeräumt worden waren. Die Agentur mahnte den SEO ab – was inklusive hypothetischen Lizenzgebühren, Dokumentationskosten, Zinsen und der Vergütung für den Anwalt rund 2.000 Euro Schadenersatz machte.

Die Krux: Dass er mit dieser Rechtsverletzung eigentlich nichts zu tun hatte, spielte keine Rolle. Schließlich war der SEO-Experte nach dem Kauf hauptverantwortlicher der Webseite – was den widerrechtlich veröffentlichten Content natürlich auch zu seinem Business werden ließ.

Und zu allem Pech konnte der Vorbesitzer die Nutzungsrechte an betreffenden Texten auch nicht mehr nachweisen. Die einzige Chance des SEO, noch heil aus der Sache herauszukommen.

Ein Schicksal, wie es auch einen anderen SEO ereilte, nur um einiges kostspieliger: Innerhalb weniger Monate hagelte es regelrecht Abmahnungen wegen rechtswidriger Inhalte auf diversen Internetseiten, die er erworben hatte.

Kein gutgläubiger Erwerb: Webseite muss frei von Rechten Dritter sein

Die Fälle zeigen, wie „gefährlich“ es für den Geldbeutel werden kann, Webseiten oder Blogs mit bestehendem Content zu übernehmen.

Wer eine Webseite mit bestehendem Content kauft, sollte IMMER darauf achten, dass sie frei von Rechten Dritter ist bzw. mit dem Kauf auch alle Nutzungsrechte (Lizenzrechte) für dort veröffentlichten Content erworbenen werden.

Der gute Glaube, die nötigen Lizenzrechte vom Vorbesitzer übernommen zu haben, reicht dabei nicht aus. Das ist übrigens auch juristisch so festgelegt: Beim Webseiten-Kauf gibt es keinen gutgläubigen Erwerb.

Besonders ärgerlich (und teuer) wird das, wenn der Vorbesitzer nicht mehr nachweisen kann, die Lizenz- bzw. Nutzungsrechte an den veröffentlichten Inhalten zu haben. In solch einem Fall hat der SEO Pech gehabt – und dann kann es richtig teuer werden: Der Schadenersatz bemisst sich pro Rechtsverletzung und damit pro Bild, pro Text, pro Meldung, etc.

Webseiten-Kauf: Drum prüfe, wer sich neu bindet

Also Augen auf beim Webseiten-Kauf. So sollte vor dem Erwerb zumindest stichprobenartig geprüft werden, was offensichtlich nachvollzogen werden kann. Beispielsweise:

  • Bilder: ist die Quellennennung richtig bzw. sind die Bildrechte angegeben?
  • Sind Zitate in Texten kenntlich gemacht – mit Quellenverweis?
  • Sind Lizenz- bzw. Nutzungsrechte für die veröffentlichten Inhalte / Fremdinhalte vorhanden?
  • usw.

Das geht natürlich nur bis zum einem gewissen Grad und ersetzt keine rechtliche Prüfung durch einen Experten. Allerdings steht solch eine juristische Recherche, die ja auch Geld kostet, in vielen Fällen nicht im Verhältnis zu einer für ein paar Euro schnell gekauften Webseite. Und so werden in der Praxis häufig Seiten gekauft – und sich drauf verlassen, dass die schon irgendwie rechtlich in Ordnung ist.

Das kann gerade bei Webseiten mit vielen „alten“ Veröffentlichungen für böse Überraschungen sorgen: Zum einen ist es nach gewisser Zeit schwer nachzuvollziehen, woher bestimmte Inhalte stammen. Zum anderen steigt mit dem Alter der Webseite das Haftungsrisiko: Noch vor wenigen Jahren wurden keine solch hohen Maßstäbe an Copyright gelegt, wie dies heute der Fall ist.

Wichtiger Schutz: Media-Haftpflicht deckt Rechtsverletzungen ab

Nicht immer geht es in der Praxis von SEO-Experten also um das Risiko, selbst Rechtsverletzungen durch ihre Tätigkeit zu begehen. Auch mit dem Kauf einer Webseite können SEO-Experten böse in die Haftungsfalle tappen.

Eine zeitgemäße Berufshaftpflicht für SEO-Experten sichert derartige unkalkulierbare Haftungsrisiken ab, indem sie allgemein Ansprüche Dritter wegen der Veröffentlichung von Inhalten für eigene Produkte oder Dienstleistungen versichert.

Dabei kommt es vor allem darauf an, dass die Verletzung von

  • Urheberrechten,
  • Persönlichkeitsrechten,
  • Namensrechten,
  • Markenrechten,
  • Wettbewerbsrechten oder
  • Lizenzrechten

abgedeckt ist.

Damit erfüllt sie für SEO-Experten –und alle anderen Dienstleister im New Media Business – zwei wichtige Aufgaben:

1. Passiver Rechtsschutz:
Der Media-Haftpflicht Versicherer wehrt ungerechtfertigte Ansprüche von Dritten ab (sog. Abwehrschutz bzw. Schadenabwehr) und übernimmt für diese rechtliche Auseinandersetzung die Kosten (bspw. für Anwälte, Gutachter, Sachverständige, Zeugen, Gerichte).

 2. Schadenersatz:
Muss Schadenersatz gezahlt werden, übernimmt der Media-Haftpflicht Versicherer die Kosten dafür, (abzüglich des vertraglich vereinbarten Selbstbehalts) bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme.

Weiterführende Informationen

2 Antworten auf “Haftungsrisiken in der SEO-Praxis: Vorsicht vor rechtlichen „Altlasten“ beim Webseiten-Kauf”

  1. Wahid sagt:

    Vielen Dank für den informativen Beitrag. Wir haben auf Mabya.de einige Webseiten verkauft, bzw. vermittelt. Bisher lieft alles eigentlich ganz gut, aber wir werden unsere User künftig auf solche Punkte hinweisen.

  2. […] wieder gibt es Fälle von Abmahnungen gegen neue Besitzer von Websites. Diese haben eine Website gekauft, da diese für bestimmte Keywords gut rankte und man sich einen […]

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