Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

Zum Versicherungsportal

exali.de - Mein Business bestens versichert

RSS

RSS

Networking

Follow exali on Twitter  

Meta

Diese Seite wird überprüft von der Initiative-S


Professionelle Präsentationen gehören zum grundlegenden Handwerkszeug eines Consultants. Schließlich müssen Ideen und Konzepte dem Kunden in optisch ansprechender und verständlicher Weise dargestellt werden. Dass solche Präsentationen durchaus eine gewisse geistige Eigenleistung voraussetzen, dürfte jeder Berater bestätigen. Neu ist nun, dass dafür auch urheberrechtlicher Schutz beansprucht werden kann.

Geistige Eigenleistung: Urheberrechtlicher Schutz für Präsentationen & Co.

Geistige Eigenleistung: Urheberrechtlicher Schutz für Präsentationen & Co.

Das Urteil, mit dem das OLG Frankfurt am Main den Urhebern von Präsentationen, Kurs- oder Konferenzunterlagen rechtlichen Schutz zusichert, steht heute im Fokus meines Interesses.

Urheberrechtlicher Schutz für Sammelwerke

Es ist ja so ein bisschen das gängige Vorurteil, dass Consultants in erster Linie gut darin sein müssen, hübsche Grafiken und überzeugende Präsentationen zu erstellen. Und tatsächlich müssen sie – neben vielen anderen Aufgaben – komplexe Sachverhalte aufbereiten und in Foliensätzen kompakt zusammenfassen.

Eine solche Präsentation kann nun, einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Az. 11 U 106/13) zufolge, unter bestimmten Umständen urheberrechtlichen Schutz genießen. Dasselbe gilt auch für eigens zusammengestellte Kurs-, Seminar- oder Konferenzunterlagen. Die Entscheidung für oder wider die Verleihung von Urheberrechten hängt von der Frage ab, ob „die Auswahl der Einzelwerke und ihre konkrete Anordnung innerhalb der Unterlagen einen geistigen Gehalt manifestiert, der über die bloße Summe der Inhalte der einzelnen Elemente hinausgeht.“

Das Urteil gründet sich auf den §4 UrhG, nach dem Sammelwerke, die sich aus unabhängigen Elementen (auch anderen Werken) zusammensetzen, urheberrechtlich geschützt sind. Unter diese Kategorie fallen nach Ansicht der Richter auch Unterlagen und Präsentationen.

Klage: erforderliche Zustimmung fehlt

Warum sich das Gericht mit diesem Thema beschäftigen musste: Geklagt hatten einige Dozenten, die für ihre Lehrveranstaltungen Präsentationen mit Inhalten verschiedenster Art (u.a. Texte, Skizzen, Tabellen etc.) zusammengestellt hatten. Diese wiederum gab der damalige Auftraggeber an den Nachfolgedozenten weiter – wohl um ihm Arbeit zu ersparen.

Das sahen die Dozenten, die sich selbst große Mühe mit der Präsentation gegeben hatten, nun nicht besonders gerne. Sie schickten dem ehemaligen Arbeitgeber eine Abmahnung, weil er ihre Unterlagen „ohne eine erforderliche Zustimmung verbreitet“ habe.

Präsentation geschützt – aber Abmahnung unwirksam

In erster Instanz war die Klage der Dozenten allerdings abgewiesen worden. Dem LG Frankfurt hatte eine detaillierte Darstellung gefehlt, warum ihr Werk schutzfähig sein solle. Die Kläger gingen in Berufung und konnten am OLG Frankfurt einen teilweisen Erfolg verbuchen: Die Schutzfähigkeit nach dem Urhebergesetz wurde ihren Präsentationen von den Richtern des OLG Frankfurt zugesprochen, da die Auswahl der zu bearbeitenden Texte, Fotografien und wissenschaftlicher Darstellungen einen geistigen Gehalt erkennen lasse.

Dies trifft natürlich nicht nur für den wissenschaftlichen Bereich zu: Consultants müssen ihre Präsentationen häufig mit selbst erstellten Diagrammen und Tabellen anreichern. Außerdem bestehen ihre Unterlagen meist nicht aus einzelnen Elementen, die wiederum selbst bereits urheberrechtlich geschützt sind, sondern aus eigens für den Kunden gesammelten Informationen.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Die Abmahnung der Dozenten an den Ex-Arbeitgeber genügte dem Gericht nicht. Die gewählten Formulierungen ließen nicht erkennen, welche Handlungen der Abgemahnte unterlassen solle. Damit eine Abmahnung wirksam sei, müsse das aber unbedingt enthalten sein. Verstöße gegen das Urheberrecht sind übrigens auch in einigen Berufshaftpflichtversicherungen mitversichert.

Weiterführende Informationen:

Schreiben Sie einen Kommentar

Wenn Sie einen Kommentar abgeben, speichern wir zu den eingegebenen Daten Ihre IP-Adresse. Weitere Informationen finden sie in unserer Datenschutzerklaerung.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.