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Ein gemütlicher Abend – daraus werde wohl nichts. Mit diesen Worten beginnt Professor Thomas Hoeren seinen Vortrag anlässlich der Ausstellung „bookmarks – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube“ in Hannover. Schließlich referierte er dort auch über ein eher ungemütliches Thema: die Probleme mit dem Urheberrecht auf YouTube.

Umso angenehmer ist dafür der 45-minütige Vortrag von Hoeren, in dem es ans Eingemachte geht: Informativ, verständlich und mit humorvollem Augenzwinkern gibt der deutsche Rechtswissenschaftler einen umfassenden Crashkurs über Urheberrechte und Haftungsfragen im Web 2.0. Vergangene Woche habe ich sein kostenloses Downloadskript „Internetrecht “ vorgestellt – diesen Montag geht es um seinen Vortrag auf und über YouTube. Mein Fundstück der Woche.

Videoupload: keine Registrierung, keine Identifizierung

Das systematische Problem von YouTube, wie Hoeren es nennt, ist schnell erklärt: Wer ein Video hochlädt, der genießt den Schutz der Anonymität. Denn er muss sich dafür auf der Plattform weder registrieren noch identifizieren. Mit wenigen Klicks können so schnell und einfach Inhalte ins weltweite Netz gestellt werden. Die Kehrseite der Medaille: Genauso schnell können auch Urheberrechte und sogar Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Doch wenn niemand weiß, wer ein Video eingestellt hat, wer haftet im Fall der Fälle? Auch darauf weiß Hoeren eine Antwort: Bis zu einem gewissen Grad ist YouTube für die Urheberrechtsverletzungen seitens seiner Nutzer verantwortlich. So steht es übrigens auch in den Nutzungsbedingungen: Wer ein Video bei der Plattform hochlädt, gibt die Rechte an sie weiter.

Dem Video sieht man nicht an, ob es legal ist oder nicht

Doch wer glaubt, er sei als Downloader eines solchen Videos auf der sicheren Seite, der täuscht: Denn wer ein Video mit widerrechtlichen Inhalten herunterlädt oder durch die Embedding-Funktion beispielsweise auf seiner eigenen Webseite verlinkt, kann haftbar gemacht werden – und deshalb bei etwaigen Schadenersatzforderungen zwangsläufig auch in Anspruch genommen werden.

Modelle für die Zukunft des Urheberrechts

Doch Professor Hoeren gibt nicht nur eine Einführung in das Urheberrecht inklusive aller rechtlichen Unklarheiten, sondern greift in seinem Vortrag auch Lösungsansätze für das Phänomen YouTube auf. So geht der Experte abschließend auch auf die Zukunft des Urheberrechts ein –und erklärt Modelle, die eine Nutzung von YouTube legalisieren könnten.

Seine persönliche Prognose über die Zukunft der Plattform fällt allerdings nicht sehr rosig aus: „YouTube lebt noch, lebt gut – wird aber nicht mehr lange weiterleben, wenn es seine Probleme nicht in den Griff bekommt, dass es permanent von Rechteinhabern in Anspruch genommen wird“, so Hoeren.

Mein Fazit: Wer als Social Media Marketer aber auch als privater User die Plattform YouTube nutzt, der kommt um den Vortrag von Professor Hoeren nicht herum. Denn der liefert in 45 Minuten eine informative Einführung in das Urheberrecht der Gegenwart und Zukunft.

Zur Person Prof. Dr. Thomas Hoeren

  • Professor Dr. Thomas Hoeren ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Seine Schwerpunkte sind Informations- und Medienrecht.
  • Einen Namen hat sich Hoeren als Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf gemacht. Zudem hat er den Lehrstuhl für Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Wilhelms-Universität in Münster inne und ist Mitglied zahlreicher internationaler Fachausschüsse und Gremien. Das Urheberrecht in einer sich wandelnden Gesellschaft gehört zu seinen Arbeitsschwerpunkten.

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