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Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

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Mergers & Aquisitions, Unternehmensbewertungen oder Standortanalysen: Wenn Unternehmen wichtige Entscheidungen treffen müssen, ziehen sie gerne externe Berater hinzu. Denn die bringen das Know-how mit, das oftmals im eigenen Hause fehlt. Trotzdem können auch solche Beratungsprojekte scheitern – nach einer Studie der Cardea AG soll dies sogar bei über 30% der Projekte der Fall sein. Doch wie geht es dann weiter? Wer trägt die Verantwortung? Ganz einfach: Der Consultant. Denn bei der Suche nach dem Schuldigen wird die Verantwortung gerne auf den externen Berater abgewälzt – Schadenersatzforderungen inklusive.

Wer berät, der haftet. Und dann kann es für den Consultant richtig teuer werden.

Wer berät, der haftet. Und dann kann es für den Consultant richtig teuer werden.

Die Gefahr: Auch wenn der Consultant lediglich beraten und keine Entscheidungen selbst getroffen hat, haftet er prinzipiell für die Beratung, die Richtigkeit seiner Analyse und seine Handlungsempfehlungen. Und dann kann es richtig teuer werden, wie die nachfolgenden Schadenbeispiele aus der Versicherungspraxis zeigen:

80.000 Euro Schaden – wegen eines vergessenen Hinweises

Hier lag der Teufel im Detail: Bei der Beratung eines Jungunternehmers hatte der Consultant vergessen, ihn auf staatliche Förderprogramme aufmerksam zu machen. Als der Fehler bemerkt wurde, war es zu spät – die Frist für die Beantragung der Fördermittel war bereits abgelaufen. Für diesen finanziellen Nachteil (versicherungstechnisch = Vermögensschaden) nahm der Unternehmer den Berater in die Haftung. Kostenpunkt: ca. 80.000 Euro!

Abwehrkosten in Höhe von 350.000 Euro

Ein kleiner Unternehmensberater war mit einem revolutionären Risk-Management-Tool sehr erfolgreich. Das brachte natürlich auch andere auf den Plan – wie einen großen Konkurrenten. Der unterbreitete dem Consultant ein Kaufangebot, was dieser jedoch wiederum ablehnte. Mit gravierenden Folgen: Denn nun machte der große Konkurrent bei dem kleinen Unternehmensberater plötzlich die Verletzung von Urheberrechten geltend. Das Resultat waren Abwehrkosten (z.B. für Anwälte und Sachverständige) in Höhe von 350.000 Euro!

Millionenklage aufgrund eines gescheiterten M&A Deals

Bei Käufen und Verkäufen von Unternehmen und Unternehmensteilen sind häufig große Summen im Spiel. Für Unternehmensbewertung, Due Dilligence und Unterstützung bei den Verhandlungen greifen Unternehmen daher gerne auf externe Consultants zurück. In diesem Fall war jedoch genau dies das Problem. Es passierte, was eigentlich nicht passieren durfte: Im Rahmen eines Merger & Aquisition Deals wurden vertrauliche Informationen publik und der Kaufpreis wurde durch diese Insiderinformationen deutlich nach unten getrieben. Die Konsequenzen für den verantwortlichen externen Consultant waren mehr als teuer: Er wurde vom Verkäufer für den entstandenen Vermögensnachteil durch den niedrigeren Verkaufspreis auf 1,5 Millionen Euro verklagt.

750.000 Euro Schaden, weil sich die Abwicklung verzögerte

Ein Consultant führte im Auftrag eines Unternehmens eine Standortanalyse für den Bau eines Logistiklagers durch. Doch er vergaß Entscheidendes: Nämlich, beim Vergleich der verschiedenen Standorte auf bereits geplante Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe hinzuweisen. Genau diese Arbeiten störten jedoch den Betrieb des Logistikzentrums empfindlich. Dementsprechend empfindlich waren auch die Folgen – zumindest für den Berater. Der sollte nämlich für den Schaden durch verzögerte Abwicklung aufkommen: mit 750.000 Euro.

Wer berät, der haftet

Die Beispiele zeigen in aller Deutlichkeit: Aus haftungsrechtlicher Sicht erfolgt – auch wenn es in der Branche häufig anderslautende Meinungen gibt – keine Differenzierung zwischen reiner Beratungsleistung und der Umsetzung bzw. Ausführung von Konzepten. Und sie zeigen: Auch wer „nur“ Vorschläge oder Analysen macht – ohne endgültige Entscheidungen zu treffen – hat bestimmte Pflichten. Aus diesen Pflichten bzw. aus der Verletzung von Pflichten leitet sich wiederum die Haftung hab.

Für die tatsächliche Haftungssituation bedeutet das: Der Consultant kann in Anspruch genommen werden. Bei der Umsetzung dieser Schadenersatz- oder Regressansprüche gelten dann übrigens die gleichen Regeln, wie bei einer sonstigen Schlechtleistung.

Schutz durch eine branchenspezifische Berufshaftpflicht

Vor Schadenersatzforderungen schützt den Consultant weder sein Beraterstatus, noch der Dienstvertrag oder die AGB.

Ausreichenden Schutz bietet in den beschriebenen Fällen eine branchenspezifische Berufshaftpflichtversicherung, welche insbesondere Vermögensnachteile durch Beratungsfehler (so genannte reine Vermögensschäden) abdeckt.

Je nach Beratungsschwerpukt sollte die Berufshaftpflichtversicherung (auch Consulting-Haftpflicht genannt) auch den Tätigkeitsbereich „Mergers & Acquisitions“ sowie „Interims Management“ abdecken.

Dabei stellt die Berufshaftpflichtversicherung nicht nur hohe Versicherungssummen für Schadenersatzforderungen zur Verfügung – für freiberufliche Consultants sind Summen zwischen 250.000,00 Euro bis 2.000.000,00 Euro üblich – sondern unterstützt den Consultant auch bei der Klärung seiner persönlichen Haftungssituation sowie der Höhe der berechtigten Ansprüche.

In diesem Zusammenhang trägt der Versicherer auch die Kosten für Anwälte, Gutachter, Zeugen und Gerichte. Man spricht hier vom Passiven Rechtsschutz der Berufshaftpflicht.

Tipp: Da Consultants viel unterwegs sind, ist auch eine Büro- und Betriebshaftpflichtversicherung empfehlenswert. Sie sichert Personen- und Sachschäden ab, die vor Ort passieren können.

Weiterführende Links

2 Antworten auf “Versicherungspraxis: Typische Schadenfälle von Unternehmensberatern und Consultants”

  1. Adam Frey sagt:

    Trotz eines Unternehmensberaters ist meine Firma in die Insolvenz geraten.

    Der Firmen kauf war er mit beteiligt (1.9mio.€)
    Erst jetzt festgestellt, die Bilanzen wurden „aufgehellt“

    Seine Beratung war : seine Verkaufsprovision Maschinen und Banken

    Auch betreute er eine Firma, für die mir er empfohlen hat, zu investieren. — ca.200t€ kosten nur hier.

    Aktuell Arbeitslos ; wie kann ich hier reagieren

    Mit freundlichen Grüßen
    Adam Frey

  2. Ralph sagt:

    Hallo Adam,

    Vielen Dank für deine Nachricht.

    Est tut mir leid, dass du mit deinem Unternehmensberater schlechte Erfahrungen gemacht hast und dich nun in dieser schwierigen Lage befindest.

    Da ich aber kein Anwalt bin, darf ich dir auch keinen juristischen Rat geben. Zumal es schwierig ist eine Ferndiagnose zu stellen, ohne den genauen Sachverhalt zu kennen.

    In deinem Fall kann ich dir nur empfehlen einen Fachwanwalt zu Rate zu ziehen. Dieser kann dir deine juristischen Möglichkeiten aufzeigen und dich beraten.

    Ich wünsche dir alles Gute

    Viele Grüße
    Ralph

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