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Unterhaltung, Wissen, Meinung und Eigenmarketing: Wer als Social Media Manager Infos schnell im weltweiten Netz verbreiten will, der braucht Plattformen wie YouTube. Mit viralem Marketing kann einfach und unkompliziert ein breites Publikum erreicht  werden.

Was aber, wenn eines dieser Videos Rechtsverletzungen wie eine nicht lizensierte Hintergrundmusik beinhaltet, sich  mit rasender Geschwindigkeit im Internet ausbreitet und eine gefährliche Eigendynamik entwickelt? Wer ist dann verantwortlich und haftet – die Plattform, der Social Media Manager und/oder der Auftraggeber?

YouTube: Eine Plattform, um die kein Social Media Marketer herumkommt.

YouTube: Eine Plattform, um die kein Social Media Marketer herumkommt.

Ich habe mir die Risiken von Urheberechtsverletzungen und Nutzerhaftung im Zusammenhang mit YouTube genauer angeschaut.

YouTube haftet für seine Inhalte – aber nur grundsätzlich

YouTube haftet für Urheberrechtsverletzungen seitens seiner Nutzer – grundsätzlich zumindest. Das geht auch aus dem Urteil des Hamburger Landgerichts vom 3. September 2010 hervor. Die Begründung des Gerichts: Da sich die Plattform die von den Nutzern hochgeladenen Inhalte zu eigen macht, habe sie auch eine erhöhte Prüfungspflicht dafür.

In der Tat: Wer ein Video bei YouTube hochlädt, bestätigt Youtube, dass er die Rechte am Video besitzt bzw. das Video frei von Rechten Dritter ist und er die Rechte am Video in Form einer Lizenz an die Plattform weiter gibt. Das geht auch aus den Nutzungsbedingungen hervor.

Dabei  beschränkt sich die Lizenz nicht nur auf YouTube, sondern wird auch auf alle übrigen Nutzer übertragen (sogenannte „Dritte“). Daher sollte sich jeder Social Media Manager vor dem Hochladen oder dem Einbinden von Videos mit den drohenden rechtlichen Konsequenzen auseinandersetzen.

Hochladen von Videos: Folgen einer urheberrechtswidrigen Videonutzung

Allgemein gilt: Das Urheberrecht als solches ist nicht übertragbar. Der Urheber hat jedoch jedem Dritten gegenüber das Recht, das Kopieren eines Werkes zu erlauben. Er kann z.B. Youtube oder dem Social Media Manager Nutzungsrechte einräumen, das Video legal hochzuladen und  weiterzuverbreiten.

Ebenso hat der Urheber bei widerrechtlicher Nutzung eines Videos das Recht auf  Unterlassung oder Löschung, was in den meisten Fällen mit einer Abmahnung durch einen Rechtsanwalt und den dafür anfallenden Kosten verbunden ist. Die Folgen für den Social Media Manager: Er kann direkt oder auf dem Regresswege von seinem Auftraggeber auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden.

Embedding: Zusätzliche Nutzerhaftung des Social Media Marketers

Rechtlich anders als beim direkten Hochladen ist die Situation beim Einbinden eines  Videos von YouTube auf der eigenen Homepage, der Homepage des Kunden bzw. seiner Social Media Kanäle (über die sogenannte „Embedding Funktion“). Beim Embedding findet juristisch betrachtet keine Vervielfältigung statt. Die Inhalte werden verlinkt, dadurch verschafft der Social Media Marketer lediglich Zugang. Eine Verletzung des Vervielfältigungsrechts nach § 16 UrhG (z. B. Kopien auf CD, DVD oder Festplatte) findet so nicht statt.

Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass der Social Media Manager  von seiner Haftung entbunden ist. Wer ein Video einbindet,  hat auch die Pflicht, es auf entsprechende Rechtsverletzungen hin zu überprüfen.(Vergleiche: Haftung für Links bei Twitter oder Haftung für Links allgemein)

Probleme kann es vor allem aufgrund der Verletzung des Rechts der öffentlichen  Zugänglichmachung (§ 19a UrhG ) geben. Darunter fällt allgemein jeder Zugriff Dritter auf bereitgestellte Inhalte.  Wie beim Streaming von Videos und Filmen liegt beim Embedding eine Zugänglichmachung vor. Und damit eine grundsätzliche Verletzung des § 19a UrhG – obwohl das Portal, von dem der Inhalt ursprünglich stammt, ja bereits für eine öffentliche Zugänglichmachung gesorgt hat.

Deshalb: Wer ein urheberrechtwidriges Video  einbindet,  kann  als Mitstörer haftbar gemacht werden. Denn durch das Embedding  hat er zur Verletzung eines geschützten Gutes beigetragen. Auch hier gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Beispiel aus der Praxis

Deutlicher wird das mit einem Beispiel aus der Praxis: In meinem Blogbeitrag  habe ich ein Video eines Sängers eingebunden. Nehmen wir an, ich hätte diesen Blogbeitrag als Social Media Marketer für einen „Linkbait“ eines Kunden erstellt. Ein Fehler: Wie sich herausstellt, wurde die  Melodie im Video von einem anderen Künstler kopiert. Ich als Social Media Marketer hatte davon keine Kenntnis – trotzdem muss ich dafür haften. Denn der Künstler bzw. sein Musikverlag  mahnen nun der Reihe nach alle ab, die das Video mit der Musik verwenden bzw. zugänglich machen. Mein Kunde  erhält vom Anwalt des Musikverlags eine Abmahnung, nebst Unterlassungserklärung und Kostennote. Und weil er darauf nicht sitzenbleiben will, wendet er sich am Ende  wegen des Ersatzes der entstandenen Kosten an mich, den Social Media Marketer.

Die „Haftungskette“ – ein bleibendes Risiko

Zusammenfassend bedeutet das: YouTube haftet zwar für Inhalte, die gegen Urheberrechte verstoßen – derjenige,  der diese Inhalte hochlädt, ist jedoch der eigentliche Verursacher der Urheberrechtsverletzung. Er kann somit z.B. von YouTube in Regress – oder vom Rechteinhaber direkt in die Haftung genommen werden.

Wird dieser Inhalt nun wiederrum von einem Dritten verwendet bzw. zugänglich gemacht – etwa dem Social Media Manager, der das rechtwidrige Video auf seiner Seite oder der des Kunden verlinkt  –  kann er  unter Umständen als Mitstörer gelten. Die Folge: Er selbst und/ oder sein Kunde müssen haften.

Mein Tipp: Beim viralen Marketing  via YouTube ist Vorsicht angeraten. Fallstricke gibt es einige – vor allem im Bereich Embedding. Bei fehlgeschlagenen Social-Media-Kampagnen besteht vor allem das Risiko, vom Kunden für die resultierenden Umsatzeinbußen (versicherungstechnisch = Vermögensschaden) oder Kosten für Rechtsverletzungen in Regress genommen zu werden. Diese Risiken können durch eine Web 2.0 gerechte  Vermögensschadenhaftpflichtversicherung – auch Media-Haftpflicht genannt – abgesichert werden. Mehr Infos zur spezifischen Berufshaftpflicht gibt diese Checkliste.

Weiterführende Links und Quellen

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