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Bald neue Cybercrime-Masche?

Bei YouTube können Nutzer Hass- und Gewaltvideos sowie Inhalte melden, die gegen Rechte anderer verstoßen. An sich eine gute Sache, jedoch ruft diese Funktion jetzt YouTuber auf den Plan, die anderen schaden und – noch schlimmer – Geld erpressen wollen. Bei meiner Netzrecherche bin ich auf ein „Geschäftsmodell“ gestoßen, das mal wieder zeigt, wie „kreativ“ manche Leute das Internet für ihre Zwecke nutzen…

Machen Erpresser bald YouTube unsicher? Zwei Fälle lassen eine neue Cybercrime-Masche befürchten!

Machen Erpresser bald YouTube unsicher? Zwei Fälle lassen eine neue Cybercrime-Masche befürchten!

… und diesen erstaunlichen Fall, der hoffentlich nicht zur neuen Masche unter Cyberkriminellen wird, will ich euch nicht vorenthalten.

Falsche Vorwürfe und Erpressung

Bei meiner täglichen Arbeit landeten schon viele Fälle auf dem Tisch, in denen Kriminelle beispielsweise einen Webshop „sperren“ und erst wieder freigeben, wenn der Betroffene ein hübsches Sümmchen Lösegeld bezahlt (sogenannte DDoS-Attacken). Doch dass diese Masche jetzt auch etwas abgewandelt bei YouTube die Runde mach, war mir neu.

Was ist passiert? Es geht um die Kanäle der YouTuber „Kenzo“ und „ObbyRaidz“. Die beiden posten überwiegend Videos, in denen sie Minecraft spielen (ja, im Fall von Kenzo schauen sich das tatsächlich um die 60.000 User an ;-). Beiden YouTubern wurden Copyright-Verletzungen vorgeworfen und ihre Accounts gesperrt. Und wäre das nicht schon schlimm genug, erhielten sie auch noch vom Betreiber eines anderen Accounts Erpresserschreiben, in denen sie aufgefordert wurden, zwischen 75 und 400 US-Dollar über Paypal oder Bitcoins zu bezahlen, damit dieser die Vorwürfe gegenüber YouTube zurückzieht. Noch dazu drohte der Erpresser damit, sollten die YouTuber nicht bezahlen, weitere Copyright-Verstöße zu melden.

YouTube sperrte Kanäle, ohne die Vorwürfe zu prüfen

Das Problem an der ganzen Sache: YouTube hatte die falschen Vorwürfe ohne sie zu prüfen akzeptiert und die Kanäle gesperrt. Die Erpresser hatten freie Bahn! Copyright-Verstöße bei YouTube zu melden, ist denkbar einfach: Unter jedem Video befinden sich drei Punkte über die Nutzer unter anderem den Punkt „Meldung“ auswählen können. So können Rechtsverstöße (zum Beispiel gegen das Urheberrecht), aber auch Hass- und Gewaltvideos gemeldet werden. YouTube behauptet, dass jede Meldung erst überprüft und danach das entsprechende Video gesperrt oder gelöscht wird.

YouTube-Erpressung: Bald die neue Cybercrime-Masche?

Dies war hier wohl nicht der Fall. Denn YouTube sah den Irrtum erst ein, nachdem Kenzo sich per Tweet an YouTube wandte und von dem Missbrauch berichtete. Daraufhin überprüfte YouTube den Vorwurf, stellte den Missbrauch der Copyright-Beschwerde fest und sperrte den Account des Erpressers. YouTuber ObbyRaidz, der ebenfalls betroffen war, schildert den Fall in einem YouTube-Video, und warf YouTube vor, es den Erpressern viel zu leicht zu machen. Er äußerte die Befürchtung, dass diese Masche dadurch bald die Runde macht.

YouTuber, die ebenfalls Opfer solcher Cyberkriminellen werden, bleibt nur zu raten, so zu reagieren, wie es die beiden YouTuber in diesem Fall getan haben: Nicht zahlen, sich an YouTube wenden und die Fälle öffentlich machen!

Wenn der Urheber der Dumme ist…

Diese Fälle sind nicht die ersten, in denen YouTubes Beschwerdesystem fehlschlug. Letztes Jahr traf es den YouTuber Paul Davis. Diesem wurden Urheberrechtsverletzungen für seinen eigenen Song vorgeworfen! Jemand hatte seinen Song bearbeitet, eigene Texte hinzugefügt und neu hochgeladen. Doch nicht etwa der Nachahmer wurde von YouTube wegen Urheberrechtsverletzung zur Rechenschaft gezogen, sondern Paul Davis selbst! Und noch schlimmer: Das Geld, dass durch das Video, etwa durch Werbung, verdient wurde, landete auf dem Konto des Betrügers. Trotz des Ärgers reagierte Paul gelassen: Er kontaktierte den Copyright-Sünder über Facebook, konfrontierte ihn mit seinem Fehlverhalten und erlaubte ihm – nachdem dieser behauptete, von nichts zu wissen – die Verwendung seines Songs. Sein trockener Kommentar: „It`s not like he will make tons of money with it.”

Bleibt nur zu hoffen, dass diese Fälle Ausnahmen waren und YouTube nun besser kontrolliert, welche Beschwerden berechtigt sind und welche nicht…

 

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