Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

Zum Versicherungsportal

exali.de - Mein Business bestens versichert

RSS

RSS

Networking

Follow exali on Twitter  

Meta

Diese Seite wird überprüft von der Initiative-S

Internationale Projektverträge, Teil 1

Globale Arbeitswelt: Speziell in der IT-Branche bekommen Freiberufler und Selbstständige häufig von ihrem Auftraggeber einen internationalen Projektvertrag vorgelegt, weil der Mutterkonzern im Ausland sitzt. Schon im Deutschen sind Projektverträge schwer zu verstehen, bei englischen Vertragsklauseln wird es aber noch undurchsichtiger.

Internationale Projektverträge: Vier typische Klauseln, auf die freiberufliche IT-Spezialisten in ihren Verträgen besonders achten sollten.

Internationale Projektverträge: Vier typische Klauseln, auf die freiberufliche IT-Spezialisten in ihren Verträgen besonders achten sollten.

Denn hier prallen nicht nur zwei Sprachen, sondern zwei völlig unterschiedliche Rechtsauffassungen und –systeme aufeinander.

In Deutschland sind Gesetze meist die oberste Maßgabe. Viele Punkte zur Haftung sind gesetzlich geregelt, insbesondere im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Dagegen ergibt sich die Haftung in anglo-amerikanischen Kulturkreisen wie in den USA vornehmlich aus den vertraglichen Regelungen. Deswegen sollten Freiberufler in solchen Projektverträgen besonders genau auf die Vertragsklauseln zur IT-Versicherung achten.

Denn wenn deutsche Versicherer diese Zusatzvereinbarungen nicht mittragen, ergeben sich aus einem unterzeichneten Projektvertrag negative Konsequenzen für den Versicherungsschutz und die generelle Versicherbarkeit eines Freiberuflers.

In meinem Blog beleuchte ich deshalb vier typische Klauseln, auf die freiberufliche IT-Spezialisten in ihren Verträgen besonders achten sollten und erkläre Ihnen auch warum.

Vertragsklausel: Haftungsfreistellung des Auftraggebers

Die Klausel
„Contractor will indemnify, defend and hold harmless (including paying court costs and reasonable attorneys‘ fees) COMPANYNAME and its affiliates and their officers, employees, partners, principals, agents and permitted assigns against all liability that arises from Contractor’s, its partners‘, principals‘, employees‘, agents‘, subcontractors’ or permitted assigns‘ conduct that results in bodily injury or damage to or loss of property.”

Bedeutung der Klausel

Mit Unterzeichnung dieser Klausel erklärt sich der Freiberufler gegenüber seinem Auftraggeber (AG) dazu bereit, bei Produktfehlern oder fehlerhafter Dienstleistung – unabhängig von einem Verschulden – alle Ansprüche zu befriedigen und selbst abzuwehren. Dies gilt auch, wenn ein Produkt wie z. B. eine Software durch den Auftraggeber verändert an einen Dritten weitergegeben wurde, auch ohne Information an den Freelancer. Der Freiberufler verzichtet damit auf den Einwand eines Mitverschuldens des Kunden oder seiner sonstigen Rechte aus dem Vertrag.

Konsequenzen für den Versicherungsschutz

Deutsche Haftpflichtversicherungsverträge beschränken den Versicherungsschutz in der Regel auf gesetzliche Haftpflichtansprüche. Bei der vorgenannten Klausel handelt es sich jedoch um eine vertragliche Vereinbarung (keine Haftung auf Basis eines Gesetzes, z. B. des BGB), die generell nicht vom Versicherungsschutz erfasst ist.
Nur wenige deutsche Versicherer sind in Einzelfällen bereit, den generellen Ausschluss der vertraglichen Haftung in den Allgemeinen Haftpflichtbedingungen (AHB) zu streichen. Damit ist in der Regel eine deutliche Beitragserhöhung verbunden. Mir ist derzeit nur ein einziger Versicherer bekannt, der diesen Ausschluss generell in den Versicherungsbedingungen gestrichen hat.

Meine Empfehlung

Achten Sie darauf, dass Ihre IT-Haftpflichtversicherung folgende Regelung beinhaltet:

„Mitversichert sind auch Ansprüche auf Schadenersatz oder auf Ersatz vergeblicher Aufwendungen wegen der Nichterfüllung einer vertraglichen oder gesetzlichen Leistungspflicht.“

Lesen Sie im zweiten Teil nächste Woche mehr über die Vertragsklausel „Haftungsfreistellung und Mitversicherung des Auftraggebers“.

Weiterführende Informationen

2 Antworten auf “Folgen anglo-amerikanischer Klauseln in Projektverträgen für die IT-Haftpflichtversicherung”

  1. Susann sagt:

    Schönes Bild, wann hattest Du denn Zeit dieses zu „schießen“?

  2. Danke. Das Bild stammt von meinem Besuch der Hiscox in San Francisco im Jahr 2007. Die Aufnahme war gar nicht so einfach, da ich diese von einem schwankenden Schiff aus „geschossen“ habe. Außerdem war fast immer ein Kopf im Weg 😉

Schreiben Sie einen Kommentar

Wenn Sie einen Kommentar abgeben, speichern wir zu den eingegebenen Daten Ihre IP-Adresse. Weitere Informationen finden sie in unserer Datenschutzerklaerung.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.