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Das schönste und ausgeklügelte Design ist für die Katz, wenn am Ende ein Rechtschreibfehler das Gesamtbild zerstört – und sei er noch so klein. Ein ärgerlicher Fehler, von dem sicher der eine oder andere Grafiker ein Lied singen kann. Wie auch dieser Selbständige mit einer kleinen Grafikagentur: Wegen einer verwechselten Layoutdatei wurde Werbematerial mit einem Rechtschreibfehler gedruckt – und dadurch rund 5.000 Euro Druckkosten in den Wind geblasen. Eine Summe, für die der freiberufliche Kreative geradestehen musste…

Design mit Rechtsschreibfehler – und damit unbrauchbar: Weil die Grafikagentur eine Layoutdatei verwechselte, entstanden dem Auftraggeber 5.000 Euro extra Druckkosten.

Design mit Rechtsschreibfehler – und damit unbrauchbar: Weil die Grafikagentur eine Layoutdatei verwechselte, entstanden dem Auftraggeber 5.000 Euro extra Druckkosten.

Diese Woche geht es auf meinem Blog um einen aktuellen Schadenfall aus dem Kreativbereich, der anschaulich zeigt, wie ein Vermögensschaden entsteht – und warum eine reine Betriebshaftpflicht zur Absicherung von Personen- und Sachschäden für Kreative keinen ausreichenden Schutz bietet.

Fehler in der Druckvorstufe: Veraltete Layout-Datei übermittelt

Die ganze Verwechslungsgeschichte: Von einem Unternehmen war eine Grafikagentur damit beauftragt worden, deren Thekenmatten zu gestalten.

Für alle, die mit diesem Begriff nicht viel anfangen können (wie ich auch, als ich das erste Mal davon gehört habe): Das sind beispielweise mit der Firmen-CI bedruckte Matten, die auf einem Verkaufstresen als Unterlage ausgelegt werden können – ähnlich einem Mousepad in Übergröße.

Doch zurück zum Thema. Die Grafikagentur gestaltete das Design und schickte den Entwurf an ihrem Auftraggeber zur finalen Prüfung. Dabei fiel auf, dass bei einem der Wörter der Buchstabe „g“ fehlte – ein unschöner Grammatik-Fehler.

Schaden also gerade nochmal abgewendet?! Leider nein, denn als die Agentur im Namen des Auftraggebers den Druckauftrag erteilte, passierte das ärgerliche Missgeschick. Versehentlich übermittelte sie die nicht korrigierte Datei an die Druckerei – und damit das Layout mit dem Rechtsschreibfehler.

Bilanz dieses Versehens: Fehlerhaft bedruckte Thekenmatten im Wert von 5.000 Euro…

Zusätzliche Druckkosten für Auftraggeber = Vermögensschaden

Aus Versicherungssicht handelt es sich bei den 5.000 Euro um so genannte „vergebliche Aufwendungen“ für den Auftraggeber und damit um einen klassischen Vermögensschaden.

So werden Schäden bezeichnet, bei denen einem Dritten – wie in diesem Fall dem Kunden – durch den Fehler der Agentur ein Vermögensnachteil entsteht (z.B. durch zusätzliche Kosten für den neuen Druck der Matten).

Daraus lässt sich ableiten: Die häufig auf dem Markt angebotene Betriebshaftpflicht, die lediglich Personen- und Sachschäden abdeckt sowie „unechte“ Vermögensschäden (= Folgeschäden aus Personen- und Sachschäden), würde der Grafikagentur in diesem Fall nichts nützen.

Die „Vermögensschadenhaftpflicht“ sollte deshalb zentraler Bestandteil einer zeitgemäßen Haftpflichtversicherung für Grafikagenturen im Kreativ- und Medienbereich sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei mehr als 80% der Schadenfälle* im IT- und Medienbereich eben nicht um traditionelle Personen- und Sachschäden handelt.
*Dafür habe ich bei exali über 100 Schadenfälle hinsichtlich der Ursache ausgewertet.

Dreh- und Angelpunkt: Name auf der Druckrechnung

Übrigens: In dem aktuellen Schadenfall handelt es sich deshalb um einen Haftpflichtschaden in Form eines Vermögensschadens, weil die Grafikagentur den Druckauftrag im Namen des Auftraggebers vergeben hatte. Im Versicherungsbereich spricht man in diesem Zusammenhang auch von Fehlern in der Druckvorstufe.

In der Praxis gibt es aber noch eine zweite „Konstellation“: Viele Grafiker und Agenturen bieten als Service auch die Übernahme der Druckleistung als Fullservice an und vergeben die Druckaufträge in eigenem Namen. Zur Verdeutlichung: Der Name der Grafikagentur steht auf der Rechnung der Druckerei.

Kommt es nun zum Schaden, handelt es sich nicht um einen Haftpflichtschaden / Vermögensschaden (es wurde ja kein Dritter geschädigt), sondern um einen Eigenschaden.

Ein Risiko, dass über eine Vermögensschadenhaftpflicht abgesichert werden kann, die zusätzlich Schutz für „Eigenschäden aus Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträgen“ bietet.

Tipp: Bietet die Vermögensschadenhaftpflicht eine solche Eigenschadendeckung, könnt Ihr in den Bedingungen beispielweise diese Formulierung lesen:

Der Versicherer gewährt dem Versicherungsnehmer außerdem Versicherungsschutz für Vermögensschäden, die er selbst erleidet (Eigenschäden), wenn ihm vergebliche Aufwendungen aus Druck-, Streuungs- oder Herstellungsaufträgen entstehen, die er für seinen Auftraggeber in eigenem Namen an Dritte erteilt, (…).“

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