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Bilder, Links, Videos und informative Statusmeldungen – hochgeladen mit nur wenigen Klicks bei Facebook, sorgen Dienstleister damit auf der beliebtesten Social Media Seite im weltweiten Netz dafür, dass ihre Kunden beim Onlinemarketing „Gesicht zeigen“ können. Doch Vorsicht: Wer für welche Inhalte die Verantwortung übernehmen muss, wissen viele nicht. Wer schützt die User oder Fans, wer haftet und wie können Sie sich dagegen absichern? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In der Regel ist in den AGBs der Plattformen geregelt, dass User, die mit ihren geposteten Inhalten Rechtsverletzung begehen, auch dafür verantwortlich sind. So gibt Facebook bei Urheber-, Persönlichkeits-, Bildrechts- und Markenrechtsverletzung die Haftungsfrage an den hochladenden Nutzer weiter.

Im Klartext heißt das: Ansprüche für Abmahnungen, Unterlassungen, Einstweilige Verfügungen und Schadenersatzforderungen bleiben am Ende am User also dem Kunden bzw. seinem Social Media Manager oder seiner Social Media Agentur haften. Das gilt auch bei Rechtsverletzungen oder Verstößen gegen die Nutzungsbestimmungen von Facebook im Zusammenhang mit Gewinnspielen. Nachfolgend ein kurzer Überblick:

Facebook und das Recht am eigenen Bild

Grundsätzlich hat jeder das Recht am eigenen Bild, d.h. jeder kann selbst darüber bestimmen, was mit Bildnissen seiner Person (vgl. §§ 22, 23 KUG) passiert. Analog gilt dies auch für Firmen, wie zum Beispiel für Produktfotos, Messeauftritte, Jahreshauptversammlungen etc. Bei Facebook funktioniert das anders.

Denn: Mit der Anmeldung und Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen hat der User der Plattform eine Lizenz zur Verwendung seiner Bilder gegeben.

Für die User bedeutet das: Hat der Social Media Marketer Bilder von Personen oder sonstige Firmenimages bei Facebook veröffentlicht, hat die Plattform eine Lizenz darauf – und kann damit  machen, was sie will.

Risiken aus Gewinnspielen bei Facebook

Wussten Sie schon, dass es laut Facebook-Nutzungsbedingungen nicht erlaubt ist, die Teilnahme am Gewinnspiel davon abhängig zu machen, dass ein Nutzer Inhalte auf Facebook veröffentlicht, indem er etwa an die Pinnwand der Firmen-Fanpage postet, ein Foto hochlädt oder eine Statusmeldung verfasst?

Ich wäre beinahe selbst in diese „Falle“ getappt, als ich für die exali Fanpage eine Gutscheinaktion vorbereitete. Zum Glück hatte mein Mitarbeiter im Vorfeld der Aktion noch einmal die Nutzungsbestimmungen gecheckt.

Bei einem Verstoß drohen rechtliche Konsequenzen oder sogar die Sperrung des Kontos! Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass eine Firma den beauftragten Social Media Manager oder Social Media Agentur in die Haftung nimmt, wenn anstatt der angepeilten Verdoppelung der Fans die Firmenfanpage durch das Gewinnspiel von Facebook gesperrt wird.

Das sollte auch unbedingt vermieden werden:

  • Eine Promotion organisieren, an der Nutzer automatisch teilnehmen, wenn sie auf einer Seite „Gefällt mir“ klicken, ihren Aufenthaltsort angeben oder sich mit der Plattform-Integration des Unternehmens verbinden.
  • Gewinner über Facebook benachrichtigen, etwa über Facebook-Nachrichten.
  • Nutzer (in den Regeln oder anderweitig) anweisen, sich vor der Teilnahme an der Promotion bei Facebook zu registrieren.

Haftung für Links auch bei Facebook

Was für Links auf Homepages und bei Twitter gilt, gilt auch für Facebook. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in meinem Blogbeitrag Verkannte Risiken durch externe Hyperlinks.

Facebook und Embedded Videos

Fotos sprechen für sich, Videos zeigen mehr. Doch auch bei embedded Videos gilt: Die Rechtslage ist schwammig. Wer haftet, bleibt offen.

So schreibt Rechtsanwältin Nina Diercks in ihrem „Social Media Recht Blog“, dass durch das Setzen eines Links auf ein Video (z. B. an der Facebook Pinnwand) lediglich die Zugänglichkeit erleichtert wird. Das heißt jedoch nicht, dass für das embedded Video eine weniger strenge rechtliche Regelung gilt als für andere Links.

Wer ein Video einbindet, hat die Pflicht, es auf entsprechende Rechtsverletzungen zu prüfen. Im Fall eines Links zu einem noch nicht veröffentlichten Film etwa ist es offensichtlich,  dass es sich bei dem eingebundenen Video um eine Urheberrechtsverletzung handelt, für die man entsprechend haftbar gemacht  werden kann.

Mehr zu den Stolperfallen beim Einbinden von Videos übrigens auch im Beitrag Virales Marketing – Risiken von You Tube hier auf dem Blog.

Das Einbinden des Like Buttons

Was auf Facebook gefällt, das wird „geliked“. Doch Achtung: Auch hierbei gibt es rechtliche Stolperfallen z. B. im Bezug auf die Datenschutzkonformität bei der Einbindung des Like-Buttons auf der eigenen Seite, siehe Blogbeitrag Abmahnung durch Facebook Like-Button.

Haftung für Faneinträge

Wer sich erfolgreich bei Facebook präsentiert, der kann sich bald über viele Kommentare seiner Fans freuen. Werden dabei Regeln verletzt, ist es nicht immer nur der Verursacher, der für seine Fehler haften muss. Allgemein gilt: Wenn Fans auf einer Facebook-Seite rechtswidrige Inhalte posten und zum Beispiel im Übereifer Konkurrenten beleidigen oder urheberrechtlich geschützte Bilder einstellen, können sie dafür haftbar gemacht werden.

Doch als so genannter „Störer“ läuft auch der Fanpage-Betreiber Gefahr, mit Kosten aus Abmahnungen und Unterlassungen konfrontiert zu werden, insbesondere

  • wenn er sich die Inhalte der Nutzer zu eigen macht.
  • wenn er trotz Kenntnis der Rechtswidrigkeit den verstoßenden Inhalt nicht löscht.
  • wenn er mit einem Post Rechtsverstöße herausfordert.
  • wenn er ein Mitglied, das wiederholt Rechtsverstöße begeht, nicht von der Seite ausschließt.

Betreut den Facebook-Account der Social Media Manager für seinen Kunden, besteht natürlich die Gefahr, dass der Auftraggeber ihn für Ansprüche von Dritten in Regress nimmt.

Risiko vermeiden – sich selbst schützen

Wer bei Facebook „Gesicht zeigt“, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Das haben die Beispiele gezeigt. Im schlimmsten Fall drohen dem, der auf der Plattform Inhalte veröffentlicht, dem Betreiber und dem Betreuer eines Facebook-Accounts Ansprüche durch Rechtsanwaltskosten,  Schadensersatzforderungen oder durch die Sperrung des Facebook-Kontos.

Mit einer entsprechenden Berufshaftpflichtversicherung – auch Media-Haftpflicht genannt – können sich freiberufliche und selbständige Social Media Manager und Social Media Agenturen gegen die beschriebenen Gefahren schützen.

Weiterführende Informationen:

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