Über Ralph Günther

Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

Zum Versicherungsportal

exali.de - Mein Business bestens versichert

RSS

RSS

Networking

Follow exali on Twitter  

Meta

Diese Seite wird überprüft von der Initiative-S

Läuft im Projektgeschäft etwas schief, geht es ans Eingemachte – bis hin zur privaten Haftung. Das wissen die meisten Selbstständigen und gründen Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Ganz in dem Glauben, im Fall der Fälle nicht selbst in Anspruch genommen zu werden. Ein gefährlicher Irrtum: Dass der Selbstständige bei einer GmbH, einer UG oder einer Limited generell nicht haftet, ist schlichtweg falsch.

Auch bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung kann der Selbstständige in Anspruch genommen werden.

Auch bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung kann der Selbstständige in Anspruch genommen werden.

Das Problem: Solche Fehleinschätzungen führen zu einem gefährlichen Gefühl der Sicherheit während laufender Projekte – ohne jedoch tatsächlich umfassend im Falle einer Schadenersatzforderung abgesichert zu sein. Deshalb will ich auch im fünften Teil meiner Serie mit Irrtümern zur Berufshaftflicht aufräumen:

Fakt ist: Im Schadenfall haftet der Selbstständige als „juristische Person“ wie ein Einzelunternehmer

Die Wahl der Rechtsform GmbH, UG (Unternehmergesellschaft bzw. Mini-GmbH) oder Limited führt nicht zu einer „Enthaftung“. Die Schadenersatzansprüche, die beispielsweise durch Schlechtleistung oder Nichterfüllung an Gesellschaftsformen mit beschränkter Haftung gestellt werden können, sind nicht durch sie begrenzt.

Deshalb bieten GmbH, UG oder Limited im Fall der Fälle auch keinen Schutz vor der Inanspruchnahme – und damit der Haftung. Das bedeutet: Der Schadenersatzanspruch eines Dritten kann nicht negiert werden.

Und das kann weitreichende Folgen haben: Wenn das Firmenvermögen für den Schadenersatz nicht ausreicht, muss Insolvenz angemeldet werden. Sämtliches Firmenvermögen sowie noch offene Forderungen aus erbrachten Leistungen werden dabei verwertet.

Fakt ist: Im Fall der Fälle haftet der Geschäftsführer auch mit seinem Privatvermögen

Natürlich könnte man hier einwenden, dass die Gesellschaft ja „nur“ mit dem Firmenvermögen und nicht persönlich haftet. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit und stimmt so nicht ganz: Prinzipiell schützt die Gesellschaft mit beschränkter Haftung den/die Gesellschafter zwar vor dem Durchgriff der Gläubiger auf das Privatvermögen (sogenannte Haftungsprivilegierung der Gesellschafter) – den Geschäftsführer jedoch nicht.

Konkret sieht das in der Praxis so aus: Häufig werden Ein-Personen-GmbHs oder UGs gegründet, bei der Gesellschafter, Geschäftsführer und Leistungserbringer identisch sind.
Doch ein rechtliches Risiko bleibt: Denn nach § 13 GmbHG bietet die Haftungsbeschränkung bei einer Ein-Personen-GmbH keinen sicheren Schutz. Damit ist sie für Gläubiger (z.B. Geschädigte) durchaus kein unüberwindbares Hindernis, wenn es darum geht, den Handelnden persönlich haftbar zu machen.

Wichtig: Nach herrschender Meinung kann die Haftung des Geschäftsführers gegenüber der Gesellschaft im Geschäftsführervertrag zwar auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden, nicht jedoch gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft. Dies wäre ein unzulässiger Vertrag zu Lasten Dritter.
Im Klartext bedeutet das: Verletzt ein Geschäftsführer einer GmbH seine Pflichten, haftet er grundsätzlich für den entstandenen Schaden – und zwar gegenüber der Gesellschaft oder auch den Gesellschaftern. Im Fachjargon wird das als Organhaftung bezeichnet.

Fakt ist: Der Geschäftsführer einer GmbH kann in Anspruch genommen werden – denn er unterliegt zusätzlich der Organhaftung

Nüchtern betrachtet ersetzt der „GmbH-Mantel“ eine branchenspezifische Berufshaftpflichtversicherung nicht – wie dies oftmals fälschlicherweise behauptet wird. Genau genommen entsteht für den Geschäftsführer der GmbH sogar zusätzlicher Bedarf an einer sogenannten Directors & Officers Versicherung (kurz D&O) oder Manager Haftpflichtversicherung, die zusätzlich die Ansprüche aus der Organhaftung absichert.

Der ein oder andere mag nun einwenden, er werde sich doch nicht als Gesellschafter für seine Tätigkeit als Geschäftsführer selbst in die Haftung nehmen. Trotzdem sollte mit bedacht werden: Spätestens im Insolvenzfall hat der Insolvenzverwalter – z.B. nach § 43 GmbHG – die Möglichkeit, auf das Privatvermögen des Gesellschafters/Geschäftsführers zurückzugreifen, wenn sich dieser pflichtwidrig verhalten hat.

So kann sich eine persönliche Haftung des Geschäftsführers beispielsweise ergeben bei

  • Rechtsverletzungen* (z.B. Urheberrechtsverletzung, Wettbewerbsrechtsverletzung)
  • Missmanagement oder Krise der GmbH
  • Insolvenzverschleppung
  • Schulden der GmbH aus Steuer oder Sozialabgaben
  • einem Verstoß gegen die umfangreichen Sorgfaltspflichten des Geschäftsführers.

*Urteil des Oberlandesgerichtes Hamburg vom 14.12.2005, Az.: 5 U 200/04

Umfassendes Risikomanagement: Berufshaftpflicht bietet Absicherung bei Schadenersatzforderungen

Für den GmbH-Geschäftsführer ist ein umfassendes und qualitatives Risikomanagement ein Muss. Eben, um jene Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren, die erhebliche negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation der GmbH haben können.

Die Berufshaftpflichtversicherung bietet als Instrument der Risikoabwälzung gerade vor den unvorhersehbaren und schlecht kalkulierbaren Forderungen Schutz – und ist daher ein wichtiger Baustein des umfassenden Risikomanagements.

Mein Fazit: Durch die Gründung einer GmbH kann ein geschäftsführender Gesellschafter nicht vollständig von seiner privaten Haftung „befreit“ werden. Deshalb sollte der GmbH-Geschäftsführer im eigenen Interesse und im Sinne des Risikomanagements versuchen, die Risiken der GmbH gegenüber Dritten durch eine geeignete Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichend hohen Versicherungssummen zu minimieren.

Alle Artikel aus der Blog-Serie „Häufige Irrtümer zur Berufshaftpflichtversicherung“

Schreiben Sie einen Kommentar

Wenn Sie einen Kommentar abgeben, speichern wir zu den eingegebenen Daten Ihre IP-Adresse. Weitere Informationen finden sie in unserer Datenschutzerklaerung.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.