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Als Gründer der exali GmbH verfüge ich über langjährige Erfahrung im Riskmanagement und der Versicherung von IT-Experten, Medienschaffenden und Consultants. Mehr

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Wo gearbeitet wird, können Fehler passieren: Seit einigen Jahren habe ich mich als Versicherungsmakler deshalb auf Versicherungslösungen für freiberufliche IT-Experten, Medienschaffende und Webworker spezialisiert. In der Regel geht es dabei um Dienst- und Werkleistungen, die von den Freiberuflern für Dritte (Kunden bzw. Auftraggeber) erbracht werden. Diese Tätigkeiten – oder besser gesagt, die Risiken daraus – können gut über eine Vermögensschadenhaftpflicht abgesichert werden. Aber wie steht es um den Versicherungsschutz von selbst betriebenen Webseiten oder Portalen?

Schluss mit Versicherungschinesisch: Wie es tatsächlich um den Versicherungsschutz von selbst betriebenen Portalen und Webseiten steht…

Schluss mit Versicherungschinesisch: Wie es tatsächlich um den Versicherungsschutz von selbst betriebenen Portalen und Webseiten steht.

Eine Frage, die ich in Gesprächen mit Freiberuflern und Selbständigen immer wieder gestellt bekomme. Denn viele von ihnen präsentieren sich und ihre Dienstleistung auf eigenen Webseiten oder betreiben Portale als zusätzliches Geschäftsmodell. Höchste Zeit also, genauer unter die Lupe zu nehmen, welche Risiken dabei tatsächlich versicherbar sind.

Gleich zu Beginn ein Hinweis: Der Betrieb von Webseiten kann nicht pauschal versichert werden, daher unterscheide ich in meinem Blogbeitrag drei Fälle:

  1. Webseiten zur Vermarktung der eigenen Dienstleitung (eigene Webpräsenz)
  2. Webseiten / Portale (Publishing) als Geschäftsmodell
  3. Webshops / Online-Shops

Fall 1 – Werbeagentur mit eigenem Webauftritt

Im ersten Fall betreibt eine Werbeagentur eine eigene Webseite, auf der sie ihr gesamtes Spektrum an Tätigkeiten und Dienstleistungen im Bereich Web und Print präsentiert. Bestimmte Leistungen kann man direkt online bestellen / beauftragen. Es werden jedoch keine „medienfremden“ Konsumwaren wie bei einem Online-Shop verkauft (z.B. Sneakershop, Shop für Gartenmöbel, etc.).

Hinweis: Damit keine Missverständnissen aufkommen: Wenn sich z.B. ein IT-Unternehmen durch eine Vermögensschadenhaftpflicht (im speziellen IT-Haftpflicht) abgesichert hat, dann ist natürlich auch der Online-Vertrieb mitversichert. Es besteht also auch Versicherungsschutz für den dazugehörigen Online-Shop des Unternehmens (Handel mit Hard- und Software), da er Teil des originären Geschäftsmodells ist.

Welche Risiken der Werbeagentur können versichert werden?

Dienst- und Werkleistung:
Auf der einen Seite sind über eine zeitgemäße Vermögensschadenhaftpflicht (im speziellen Media-Haftpflicht) so genannte Vermögensschäden versicherbar, die durch Fehler der Werbeagentur bei ihren Kunden / Auftraggebern verursacht werden. Zum Beispiel durch Programmierfehler, fehlerhafte Beratung, Fehler in der Druckvorstufe oder Rechtsverletzungen (wie Marken- oder Urheberrechtsverletzungen). Versichert sind auch Ansprüche wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen sowie der Übermittlung schadhafter, sich selbst reproduzierender Codes (wie Viren, Würmer, Trojanische Pferde).

Webauftritt:
Auf der anderen Seite ist über eine solche spezielle Vermögensschadenhaftpflicht auch das Veröffentlichungsrisiko von Inhalten für eigene Produkte oder Dienstleistungen versichert, mit denen sich die Werbeagentur auf ihrer Webseite präsentiert. Das können z.B. Fehler in den AGB, fehlerhafte Auszeichnungen auf der Website, Verletzungen des Copyrights, Fehler im Impressum, Wettbewerbsverstöße, etc., sein.

Betrieb / Büro:
Auch Personen- und Sachschäden sind versicherbar, die z.B. bei Kundenterminen, durch die Teilnahme an Messen und Ausstellungen oder durch die Anmietung eines Büros (Stichwort: Mietsachschaden) entstehen können. Sie lassen sich durch eine so genannte Betriebshaftpflicht abdecken.

Hinweis: Die Betriebshaftpflicht kann je nach Anbieter in der Media-Haftpflicht integriert sein oder als separater Vertrag angeboten werden. Freiberufler sollten sich im Vorfeld deshalb genau informieren.

Fall 2- SEO-/SEM-Experte mit eigenen Contentseiten / Satellitenseiten

Im zweiten Fall betreibt ein freiberuflicher Suchmaschinenoptimierer (SEO) und Suchmaschinenmarketer(SEM) unter eigenem Namen mehrere Contentseiten, die auf bestimmte Themen (Keywords) optimiert sind.

Diese Seiten nutzt er zum Einen zum Linkbuilding bei seinen Kunden. Zum Anderen generiert er über Banner und Verlinkungen auf seinen Portalen so genannte Leadvergütungen – etwa durch Google Adwords / Adsense-Programme. Auf seinen Webseiten werden aber nicht direktbranchenfremde Konsumwaren verkauft, wie das bei einem Online-Shop der Fall ist.

Welche Risiken des SEO-/ SEM-Experten sind versicherbar?

SEO-/SEM- Dienst- und Werkleistung:
Über eine Vermögensschadenhaftpflicht ist natürlich die Tätigkeit des SEO- / -Experten für Kunden versicherbar. Zum Beispiel, wenn es durch Überoptimierung zu einer Google Penalty oder sogar Sperrung eines Accounts kommt – und der Kunde dadurch Umsatzeinbußen erleidet (finanzieller Nachteil = Vermögensschaden).

Contentseiten / Satellitenseiten:
Darüber hinaus ist wie (wie im Fall der Werbeagentur) auch das Veröffentlichungsrisiko (z.B. Verletzung von Urheberrechten, Persönlichkeitsrechten, Namensrechten, Markenrechten, Wettbewerbsrechten, Lizenzrechten) aus dem Betreiben der einzelnen Contentseiten / Portale versicherbar.

Betrieb / Büro:
Personen- und Sachschäden können ebenfalls versichert werden.

Fall 3 – Webshop zum Vertrieb von Produkten

Dieser Fall ist etwas anders gelagert: Im Unterschied zu den freiberuflichen Dienstleistern aus den ersten beiden Beispielen, geht es hier um einen Händler, der Konsumgüter über seinen Online-Shop im Internet vertreibt.

Welche Risiken kann der Online-Shop-Betreiber versichern?

Online-Vertrieb / Webshops:
Der Vertrieb von Konsumgütern ist keine IT- oder Medientätigkeit – auch, wenn der Vertrieb teilweise oder komplett online abgewickelt wird. Eine spezielle Vermögensschadenhaftpflicht für IT-Freiberufler oder Medienschaffende, die Dienst- und Werkleistungen erbringen, ist daher zur Absicherung nicht geeignet.

Der Betreiber eines Webshops benötigt den Versicherungsschutz für den Betrieb eines internetbasierten Handelsunternehmens. Dafür gibt es seit kurzem eine spezielle Absicherungsmöglichkeit – die so genannte Webshop-Versicherung.

Betriebs- und Produkthaftungsrisiko:
Da ein Webshop ebenso wie ein Dienstleister einen Betrieb unterhält, kann auch für ihn eine Betriebshaftpflicht zur Absicherung des Personen- und Sachschadenrisikos sinnvoll sein.

Je nachdem mit welchen Produkten der Webshop handelt, kann zudem ein Betriebs- und Produkthaftungsrisiko durch die vertriebenen Konsumgüter bestehen (der Händler haftet unter bestimmten Umständen als „Quasi-Hersteller“). Für diese Fälle ist eine Produkthaftpflichtversicherung zu empfehlen, welche für die meisten Waren und Produktgruppen am Markt gut verfügbar ist.

Doch Achtung: Im Versicherungsumfang unterscheidet sie sich nicht von der Versicherung eines „traditionellen“ Händlers mit eigenem Laden. Sie deckt deshalb Internetrisiken, die sich aus dem Betrieb des Webshops ergeben, nicht ab.

Hinweis: In der speziellen Webshop-Versicherung ist die Betriebs- und Produkthaftpflicht-Versicherung zuwählbar und bietet in Verbindung mit der Vermögensschadenhaftpflicht umfassenden Versicherungsschutz.

Verletzung von Schutzrechten/ Veröffentlichungsrisiken:
Das Gleiche gilt derzeit auch allgemein für Veröffentlichungsrisiken des Online-Händlers und die Verletzung von Schutzrechten – etwa durch Fehler in der Produktbeschreibung oder Bild- und Markenrechtsverletzungen in seinem Webshop. Auch hierfür gibt es seit kurzem Absicherungsmöglichkeiten durch die Webshop-Versicherung.

Hinweis: Beim Betrieb eines Webshops besteht nicht nur das Risiko, einen Dritten (z.B. Kunden) zu schädigen. Der Shop-Betreiber läuft auch Gefahr, selbst empfindliche Schäden (so genannte Eigenschäden) zu erleiden, z.B. durch den Ausfall des Webshops. Diese Eigenschäden sind daher durch eine integrierte Daten- und Cyber-Eigenschaden-Deckung versichert.

Stand-alone-Konzepte im Bereich Webpublishing

Doch wie steht es nun um den Versicherungsschutz selbstbetriebener Webseiten, auf denen es weder um Dienstleistungen, noch um den alleinigen Status als Contentseiten geht?

Die Antwort: Es gibt mittlerweile auch die Möglichkeit, Portale losgelöst von einer sonstigen IT und Medientätigkeit zu versichern.

Hier noch eine kurze Auswahl welche Webseiten und Portale unter anderem gegen Haftungsrisiken versicherbar sind (als Stand-alone-Lösung oder in Verbindung mit einer IT- bzw. Agenturtätigkeit):

  • Contentseiten / Portale (Geschäftsmodelle basierend auf Lead- und Klickvergütungen)
  • Blogs, Infoportale (Stichwort: „Frag einen Anwalt“, etc.)
  • Webkataloge, Webverzeichnisse
  • Satellitenseiten für Suchmaschinenzwecke (SEO, SEM)
  • Bilderportale, Footage
  • Netzwerkseiten

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